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Freiwilligenarbeit: Die Schweizer helfen überall gerne, ausser in der Politik



Sei es im Verein, beim Kinderhüten oder bei der Nachbarschaftshilfe – jeder dritte Einwohner der Schweiz leistet Freiwilligenarbeit und wendet dafür im Schnitt einen halben Arbeitstag pro Woche auf.

Das Ausmass des freiwilligen Engagements in der Schweiz ist beachtlich, wie das Bundesamtes für Statistik (BFS) gestützt auf eine Erhebung aus dem Jahr 2013 schreibt. Demnach arbeiten 1,4 Millionen Personen gratis in Organisationen oder Institutionen mit.

Was die institutionalisierte Freiwilligenarbeit betrifft, so setzen sich Männer wie Frauen am häufigsten in Sportklubs und in kulturellen Vereinen ein. Am geringsten ist die Beteiligung in politischen Parteien und Ämtern.

Ein Helfer bereitet den Schwingplatz vor
beim 120. NOS Schwingfest in Wald, am Sonntag, 28. Juni 2015. (KEYSTONE/Nick Soland)

Kein Schwingfest ohne Freiwilligenarbeit. Bild: KEYSTONE

Männer in Vereinen, Frauen in Haushalten

Zudem übernehmen 1,3 Millionen Personen informelle unbezahlte Tätigkeiten. Sie betreuen beispielsweise die Grosskinder, pflegen Verwandte oder leisten andere Dienste für Personen, die nicht im selben Haushalt wohnen.

Während Männer sich stärker in Vereinen engagieren, übernehmen Frauen häufiger unbezahlte Arbeiten für andere Haushalte. Für die institutionalisierte Freiwilligenarbeit werden pro Monat im Mittel 13,3 Stunden aufgewendet, für die informelle 15,3 Stunden.

665 Millionen Stunden

Das Gesamtvolumen der «für Gottes Lohn» geleisteten Arbeit wird vom BFS für 2013 auf 665 Millionen Stunden geschätzt. Zum Vergleich: Im Gesundheits- und Sozialwesen wurden im gleichen Jahr total 853 Millionen Stunden bezahlt gearbeitet.

Als Hauptmotiv für ihr Engagement in Institutionen nennen drei Viertel die Möglichkeit, «mit anderen Menschen etwas bewegen» zu können. Das zeigen erste Resultate des Freiwilligen-Monitors der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) von 2014.

Gut zwei Drittel möchten «anderen Menschen helfen», und etwas mehr als die Hälfte hofft, «eigene Kenntnisse und Erfahrungen erweitern» zu können. (whr/sda)

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