Schweiz
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Trotz Arbeit arm: In der Schweiz leben 145'000 Working Poor



ZUR CARITAS-STUDIE UEBER ARMUT UND ALLEINERZIEHENDE STELELN WIR IHNEN AM FREITAG, 12. JUNI 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG -  Eine Kundin sucht Aepfel aus, am Montag, 6. September 2010 im Caritas-Markt in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Sieben Prozent der Schweizer Bevölkerung sind arm. Bild: KEYSTONE

In der Schweiz sind im Jahr 2015 rund 570'000 Menschen von Einkommensarmut betroffen gewesen. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Armut gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) leicht zu. Im europäischen Vergleich steht die Schweiz noch gut da.

Von Einkommensarmut betroffen waren 7.0 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten, wie das BFS am Montag bekannt gab. Im Jahr zuvor waren es rund 530'000 Menschen oder 6.6 Prozent gewesen.

Besondere Risikogruppen waren wie in den Vorjahren Menschen in Haushalten ohne Erwerbstätige mit einer Armutsquote von 18.2 Prozent. Bei alleinlebenden Erwachsenen im Erwerbsalter sowie bei Menschen in Einelternhaushalten mit Kindern unter 18 Jahren habe die Armutsquote je 12.5 Prozent betragen, bei Menschen ohne nachobligatorische Schulbildung 10.9 Prozent.

Zudem sei auch die Armutsquote der Ausländerinnen und Ausländer aussereuropäischer Herkunft mit 11.7 Prozent deutlich höher als jene der Gesamtbevölkerung, schreibt das BFS weiter.

Eine überdurchschnittlich hohe Armutsquote von 13.9 Prozent hätten auch Menschen ab 65 Jahren aufgewiesen; wenn sie alleine leben, habe die Armutsquote sogar bei 22.8 Prozent gelegen.

Gerade Menschen im AHV-Alter würden aber häufiger auf ihr Vermögen zurückgreifen, um die laufenden Ausgaben zu bestreiten. Entsprechend seien sie deutlich seltener von materiellen Entbehrungen betroffen als die übrigen Altersgruppe.

So seien beispielsweise lediglich 1.9 Prozent der Menschen im Rentenalter nicht in der Lage gewesen, alle Rechnungen pünktlich zu bezahlen. Bei den 18- bis 64-Jährigen dagegen sei dies bei 9.3 Prozent der Fall gewesen.

145'000 sind trotz Erwerbsarbeit arm

Die Armutsquote der erwerbstätigen Bevölkerung lag laut BFS mit 3.9 Prozent zwar markant tiefer als die Armutsquote der nicht erwerbstätigen Menschen ab 18 Jahren (13.6 Prozent). Dennoch seien 2015 rund 145'000 Erwerbstätige von Armut betroffen gewesen.

Insgesamt lebten rund 238'000 Armutsbetroffene in Haushalten mit mindestens einer erwerbstätigen Person. Darunter waren knapp 49'000 Kinder unter 18 Jahren, wie das BFS weiter schreibt.

Im europäischen Vergleich sei die Schweiz weiterhin gut platziert. So sei die international gebräuchliche Armutsgefährdungsquote in der Schweiz mit 15.6 Prozent weiterhin unter dem Durchschnitt der EU von 17.3 Prozent gelegen.

Hinsichtlich der materiellen Versorgung gehöre die Schweiz zu den bestplatzierten Ländern Europas. Ihre Quote der materiellen Entbehrung, die als finanziell bedingter Mangel in drei von neun Lebensbereichen definiert sei, habe 2015 wie im Vorjahr 4.6 Prozent betragen. Im europäischen Durchschnitt habe sie dagegen bei 17.0 Prozent gelegen.

Caritas: erschreckende Zahlen

Das Hilfswerk Caritas spricht von zwar nicht neuen, aber erschreckenden Zahlen. Eine kohärente Armutspolitik sei dringlich. Es gelte auf allen Ebenen Armut aktiv zu bekämpfen und zu verhindern, teilte Caritas mit.

Mit dem nationalen Programm gegen Armut habe der Bund 2013 den Handlungsbedarf im Bereich der Armutsbekämpfung erkannt. Gerade in Kantonen und Gemeinden seien aber mit dem Argument des Spardrucks in den letzten Jahren häufig Leistungen und Armutsbekämpfung und -prävention gekürzt. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Aliyah 15.05.2017 19:53
    Highlight Highlight Ist doch nicht wahr !? Mein Nachbar bezieht eine IV Rente und arbeitet an einem geschützten Arbeitsplatz niederprozentig (was halt noch möglich ist). Alles in allem "verdient" er mehr als ein working poor. Ich fühl mich verarscht wenn ich so was lese.
    • Spooky 15.05.2017 21:22
      Highlight Highlight @Aliyah
      "Alles in allem "verdient" er mehr als ein working poor."

      Arme Leute kann man sehr leicht gegeneinander ausspielen. Ein Working Poor sieht seinen armen Nachbarn, den IV-Rentner, der 100 Fr. mehr verdient als er selber. Und die abstruse Logik des Working Poor geht so: "Mein Nachbar, der IV-Rentner, soll auch so wenig verdienen wie ich."

      Aber jemand, der Millionen kassiert, ohne dafür arbeiten zu müssen, ist für den Working Poor kein Problem.

      Der Feind des Armen ist nicht der Reiche, sondern sein armer Nachbar.

      Doofer geht's halt nicht mehr.
    • Aliyah 17.05.2017 22:01
      Highlight Highlight Tschuldigung, ich denke da gibt es ein Missverständnis... Das mit den "Grossen" in den oberen etagen geht mir eh auf den Geist irgendwelche CEO's welche das x-fache der Putzfrau verdienen, ist nich nur unfair sondern unterste Schublade! Aber was kann ich dagegen machen? Ich denke, dass ich als Einwohner eines Landes darauf zählen darf, dass jemand nur eine IV Rente kriegt wenn diese benötigt wird und nicht weil jemand ein ausserordentliches Talent zum schauspielern hat.....
  • pamayer 15.05.2017 16:30
    Highlight Highlight Stelle verloren, arbeitslos, Stelle woanders, Umzug, Krankheit, das alles kann mir nichts dir nichts sehr grob ins Geld gehen.
  • notordinary 15.05.2017 15:33
    Highlight Highlight Bedingungsloses Grundeinkommen.

    Und zwar so hoch, dass es die Würde zum Leben eines Menschen schützt.
    Es ist genau so finanzierbar wie alles, was die Politik sonst auch will, nur fordert es ein Umdenken.

    Oder findet ihr es normal, dass 95% aller Menschen mit 5% des Weltvermögens leben müssen, während 5% der Menschen 95% des Weltvermögens gehört.

    Und sagt mir jetzt nicht, die 5% hätten sich die 95% durch harte Arbeit verdient. Das ist schlicht unmenschlich.




  • Kreasty 15.05.2017 15:19
    Highlight Highlight Globalisierung, Outsourcing, Lohndumping und Geiz sind zum Teil ausschlaggebend dass immer mehr Menschen und Berufsbereiche in dieses Niveau reindriften.
  • Wilhelm Dingo 15.05.2017 14:24
    Highlight Highlight Armutsgrenze Familie mit 2 Kindern=4850.- (SKOS2014).
    • Pisti 15.05.2017 19:36
      Highlight Highlight Brutto oder Netto?
  • Hugo Wottaupott 15.05.2017 14:01
    Highlight Highlight Seit wann sind working poor nicht erwerbstätig?
  • herpderpschlerp 15.05.2017 13:22
    Highlight Highlight lieber arm dran, als arm ab
  • Matthias Studer 15.05.2017 13:02
    Highlight Highlight Es ist kein Geheimnis, die Schweizer Politik kümmert sich nicht um Armut. Da können noch so viele Statistiken erstellt werden mit Trend zum negativen.

    Hast du einmal Schulden, kommen Gebühren, Mahnkosten und Verzögerungskosten usw. hinzu, dass es noch schwerer wird, herauszukommen.

    Am Schluss erhält man ein Schuldbrief, der keinen weiter hilft. Denn auch ohne Schuldbrief hat man schon ein mehrfaches bezahlt.

    Hat man aber Geld, geht es vor allem darum, Schulden zu machen um weniger Steuern zu zahlen.

    Verkehrte Welt.
    • herpderpschlerp 15.05.2017 13:52
      Highlight Highlight nun ja, lieber matthias studer, das leben ist leider kein ponyhof. wer sich verschuldet, der soll die schulden auch bezahlen. wo kämen wir sonst nur hin? oder eben auch nicht hin?
      zudem ist es ein grosser unterschied, ob man sich verschuldet weil man kein kapital hat oder sich verschuldet, obwohl kapital vorhanden wäre.
      wer sich verschuldet weil das kapital fehlt, der kann natürlich dank den schulden allenfalls einen mehrwert erwirtschaften. wer aber damit elektronik und klamotten kauft, dem nimmts früher oder später dä ärmel ie.
      im grossen ganzen funktioniert das system aber ganz ok
    • Matthias Studer 15.05.2017 15:09
      Highlight Highlight @herpderpschlerp, soviel dazu. Glauben sie mir, die wenigsten Armutsbetroffenen gönnen sich irgend welchen Luxus. Das was sie hier vortragen ist eine Leier aus alt bekanntem.

      Löst das irgend ein Problem? Nein.

      Ich habe nur Fakten erzählt. Nicht mehr, nicht weniger.

      Ich kenne viele Fälle, die plötzlich zur Verschuldung geführt haben. Todesfall, Krankheit usw. Und manchmal, wenn ich solche Aussagen höre, ertappe ich mich dabei, Menschen wie ihnen einen solchen Schicksalsschlag wünsche. Nicht Krankheit oder schlimmeres, nur so viel, das sie spüren, was es bedeutet.

    • Bronko 15.05.2017 16:01
      Highlight Highlight ZB. die HELSANA Inkasso betreibt unter Umständen monatlich, inkl. Betreibungsgebühren etc., das wären dann ca. 200.- Zusatzschulden pro Monat nebst offener Prämie. Gesundheit!!!
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