bedeckt, wenig Regen12°
DE | FR
428
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schweizer Gerichte, die die Welt nicht versteht

19.10.2018, 11:1020.12.2018, 14:57

Liebe Schweizer, bevor ihr euch über kulinarische Merkwürdigkeiten aus fernen Gefilden mokiert – Chicken and Waffles oder Chicharrones oder Lammfleisch mit Pfefferminzsauce, irgendwer? –, haltet doch schnell inne und bedenkt: Die Schweiz ist sehr, sehr klein und die eigenen Geschmacksvorlieben als Norm auf ausländische Esstraditionen anzuwenden, wäre einerseits arrogant und andererseits ein Eigentor. Letzteres weil gewisse Schweizer Gerichte ausserhalb helvetischer Gefilde schnell mal als – höflich ausgedrückt – exzentrisch gelten.

Mehr 2018? Hier entlang:

Fondue, etwa, wenn man's sich so überlegt: Nichts gegen geschmolzenen Käse, aber wer käme auf die Idee, eine derartig grosse Masse davon als Hauptgang zu verspeisen. Wahnsinn, eigentlich. 

Hier kommen einige Schweizer Klassiker, die – obwohl sie allesamt meistens gehörig fein sind – bei meinen ausländischen Kumpels immer wieder Unverständnis hervorriefen. 

Wurst-Käse-Salat

Öh ... ist das überhaupt ein Salat?

Bild: saison.ch

Roher Cervelat, Käse und French Dressing: In der Schweiz gilt das als Salat. Naja, wieso nicht? In Frankreich servieren sie einem auch einen Berg von lardons und einen chèvre chaud und nennen es une salade.

Riz Casimir

Banane und Dosen-Früchte auf Geschnetzeltem?

Nicht genug, dass man aus einem potentiell halbwegs anständigen Chicken Curry eine runtergetunte Weicheier-Version für Leute gemacht hat, die nicht einmal einen Ansatz von Schärfe vertragen – nein, am Schluss schmeisst man Abscheulichkeiten wie frittierte Bananen und Dosen-Ananas drauf. Und Schlagrahm.

Ghackets mit Hörnli und Apfelmus

Apfelmus auf Pasta? Echt, jetzt?

Pasta mit Hackfleisch? Klar, das funktioniert. Die Italiener machen's seit je her vor. Wieso muss man süssen Apfelkompott dazu servieren?? 

Toast Hawaii

Grilled Cheese – einfach in gruusig

Bild: wikicommons

Und was, bitte sehr, ist daran hawaiianisch?

Pastetli mit Brätchügeli

Brät – Mystery Meat from HELL

Ich liebe die Pastetli mit Pilzrahmsauce – so lange man dieses merkwürdige Fake-Fleisch auf die Seite tut.

Bratwurst mit Bürli

Und deswegen machen die Schweizer ein solches Aufheben?

Bild: KEYSTONE

«Weshalb um Himmels Willen macht man die Brötli nicht ein Bisschen länger, damit die Wurst auch hineinpasst ... und es nicht immer so pornös aussieht, wenn man sie isst? », sprach Emily National, sichtlich genervt. 

Die Kalbsbratwurst an sich verwirrt manchen Besucher. In allen Travel-Guides und von Schweizern selbst als Obligatorium deklariert, lautet das Fazit oftmals: Ja, ganz okay, aber so geil auch wieder nicht. Oder wie es eine andere Expat-Bekanntschaft ausdrückte: «Unverständlich, welche Begeisterung man hier für die fadesten Würste der Welt aufbringen kann.»

Älplermagronen

Teigwaren UND Kartoffel? Really?

Nun, auch die Italiener kombinieren ab und an Pasta mit Kartoffeln bei urchigeren Rezepten: Pizzocheri valtellinesi kommen einem spontan in den Sinn, oder trofie al pesto con patate e fagiolini. Trotzdem wird die Kohlenhydrate-mit-Kohlenhydrate-Kombo nicht selten als merkwürdig empfunden.

Ha – und wieder Apfelmus dazu. WEIRD.

Cholera

Will ich etwas essen, das so heisst?

An sich ziemlich fein (sofern man Käse mag), wenn man uns doch vorher den Namen verschwiegen hätte. 

Gschwellti

Fein, gewiss, aber kein Gericht.

Bild: fooby.ch

Ich mag mich noch sehr genau erinnern an das erste Mal, als mir Gschwellti mit Käse aufgetischt wurde: Zum Znacht während des Klassenlagers in meinem ersten Jahr in der Schweizer Schule. «Gibt es heute keinen richtigen Znacht?» fragte ich meine Klassenkameraden. «Doch, Gschwellti», hiess es. «Gschwellti? Ist das ein Gericht?» «Ja, klar ein klassisches Schweizer Gericht.» «Sorry, das sind bloss ungeschälte Kartoffeln und Käse dazu. Technisch ist das doch ein Snack, oder?»

Nun, ich liebe Käse und inzwischen finde ich Gschwellti als Konzept genial. Doch ziemlich alle von mir angesprochenen Ausländer reagierten ähnlich bei ihrem ersten Gschwellti-Erlebnis. Ähnlicher Fall: das heute eher seltene Kafi Complet.

Weitere Vorschläge? Die Kommentarfunktion steht euch offen!

Hast du den Food-Push abonniert? So geht's:

Wie gesund oder ungesund ist dein Essen? Alles relativ.

1 / 29
Wie gesund oder ungesund ist dein Essen? Alles relativ.
quelle: instagram/thefitnesschef / instagram/thefitnesschef
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Derweil: Emily's Experten-Kommission für Fake-American-Food!

Video: watson/Emily Engkent
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Teaser App Campaign
Jetzt lesen
News, Unterhaltung und schrankenfreie Information – für alle zugänglich.
Google PlayApple Store

Abonniere unseren Newsletter

428 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
olmabrotwurschtmitbürli #wurstkäseszenario
19.10.2018 11:13registriert Juni 2017
*heartbroken*

Wir sind geschiedene Leute, Herr Baroni!
132651
Melden
Zum Kommentar
avatar
Amadeus
19.10.2018 11:18registriert September 2015
Ich mische sogar die Hörnli mit dem Öpfelmus 😎
1080155
Melden
Zum Kommentar
avatar
c-bra
19.10.2018 11:15registriert April 2016
@Oliver

So etwas um 11:10 zu posten gilt übrigens als Folter!
80412
Melden
Zum Kommentar
428
Der Marilyn-Film «Blond» auf Netflix ist Exploitation. Und will auch noch Kunst sein

Dieser Film schreit: Opfeeeerrrr!!! Das Buch, auf dem er basiert, ebenfalls. Das Problem ist, dass Buch wie Film eine sadistische Freude daran haben, die arme Frau, die sie zeigen, noch einmal sehr aktiv zum Opfer zu machen. Draufzuhalten. Denn hier geht es um die konstante Erniedrigung der Marilyn Monroe und ihres Körpers. «Blond» von Andrew Dominik ist ein klassischer Exploitation-Movie und wie es sich für einen solchen gehört, ist die geopferte Frau in Dutzenden von wahrscheinlichen und unwahrscheinlichen Szenen nackt zu sehen.

Zur Story