Die Schweiz und Österreich verstärken ihre Kooperation in der Sicherheitspolitik. Geprüft wird unter anderem eine gemeinsame Rekrutenausbildung und eine Zusammenarbeit beim Lufttransport. Das haben die Verteidigungsminister beider Länder vereinbart.
Bundesrat Ueli Maurer hat seinen österreichischen Amtskollegen Gerald Klug am Donnerstag auf dem Landsitz Lohn bei Bern zu einem offiziellen Besuch empfangen. Beide lobten im Anschluss an das Treffen das ausgezeichnete Verhältnis beider Länder. «Die Schweiz und Österreich sind natürliche Partner», sagte Klug.
Mit einem Pilotprojekt wollen die beiden Nachbarn 2016 eine gemeinsame Rekrutenausbildung testen. Dies soll in Form einer Übung am Ende der Grundausbildung geschehen und drei bis vier Wochen dauern. Klug verspricht sich davon «einen deutlichen Mehrwert für unsere Rekruten».
Auch beim Lufttransport wollen Maurer und Klug eine gemeinsame Lösung prüfen. Die Verwaltung evaluiert derzeit im Auftrag des Ständerats die Beschaffung eines entsprechenden Flugzeugtyps. Vor der Presse verhehlte Maurer nicht, dass er einer «Pool-Lösung» mit Österreich einem Kauf den Vorzug geben würde.
Das österreichische Bundesheer besitzt drei Transportflugzeuge Hercules C-130, für Maurer genau «das, was wir eigentlich suchen im Bereich Lufttransport». «Das wäre eine Win-Win-Situation», sagte Maurer. Ein von Österreich unterbreitetes «konkretes Angebot» (Klug) soll nun geprüft und allenfalls einem Kauf gegenübergestellt werden.
Gerald Klug (SPÖ) ist seit März 2013 österreichischer Bundesminister für Landesverteidigung und Sport. Am zweiten Tag seines offiziellen Aufenthalts in der Schweiz ist ein Besuch der Rettungstruppen in Wangen an der Aare und ein Mittagessen auf der Habsburg im Aargau vorgesehen. (tat/sda)