DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
** PICTURE MADE AVAILABLE MAY 23, 2005 ** In this picture released by the Israeli Defense Force, a female Israeli soldier training to be an infantry instructor has mud used for camouflage applied to her face while taking part in a training exercise just outside Beersheba in southern Israel, Thursday, May 19, 2005.  Female instructors that graduate the course will later train both male and female soldiers in the Israeli Army. (AP Photo/Abir Sultan-IDF)

Werden Frauen in Zukunft nicht mehr nur freiwillig in die Armee einrücken? Bild: AP IDF

Wie in Norwegen: Auch die Schweiz prüft Dienstpflicht für Frauen



Frauen könnten in Zukunft verpflichtet werden, Zivildienst oder Militärdienst zu leisten. Die Idee ist aus Sicht des Bundesrates zwar innovativ und zukunftsweisend. Bevor am heutigen System gerüttelt werde, brauche es aber eine vertiefte Analyse, argumentiert er.

Eine 2012 eingesetzte Studiengruppe hatte den Auftrag, das heutige Dienstpflichtmodell zu überprüfen und Vorschläge für «ein möglichst gerechtes und an den realen Bedürfnissen ausgerichtetes System» auszuarbeiten. Die Gruppe kam zum Schluss, dass keine dringende Veranlassung besteht, das Dienstpflichtsystem grundlegend zu verändern.

Weil aber nicht sicher sei, dass die Zahl der dienstpflichtigen Männer langfristig stabil bleibe, empfahl die Gruppe, das heutige System nach dem norwegischen Modell weiterzuentwickeln, welches das skandinavische Land vor drei Jahren eingeführt hat. In Norwegen sind Frauen und Männer stellungspflichtig, aber nur ein Teil von ihnen leistet persönlich Dienst.

Was hältst du von der Dienstpflicht für Frauen in der Schweiz?

Der Bundesrat hat am Mittwoch entschieden, in dieser Frage nichts zu überstürzen. Erst soll das Verteidigungsdepartement (VBS) bis 2020 untersuchen, wo in der Armee und im Zivilschutz Mangel herrscht, wie die weitere Entwicklung verläuft und ob allfällige personelle Lücken intern behoben werden können oder struktureller Natur sind.

Den langen Zeithorizont begründet der Bundesrat damit, dass es sich bei der Dienstpflicht für Frauen um eine sicherheitspolitische und gesellschaftspolitische Frage handle, die tiefgreifender diskutiert werden müsse.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist er der Ansicht, dass sich Frauen weiterhin freiwillig in Armee und Zivilschutz engagieren sollen, wie das VBS schreibt. Das norwegische Modell, das die Studiengruppe als eines von vier vorschlägt, erachtet er aber als innovativ und zukunftsweisend.

Bundesrat Arnold Koller nimmt am Donnerstag, 18. Februar 1999 in Bern, Stellung zur erneuten Bundesverfassung, welche ab 1.1.2000 in Kraft treten soll. (KEYSTONE/EDI ENGELER)

Art. 59 Abs. 1 BV besagt: «Jeder Schweizer ist verpflichtet, Militärdienst zu leisten.» – dieser Satz müsste geändert werden, wenn auch Frauen verpflichtet werden, einen Militärdienst absolvieren zu müssen.   Bild: KEYSTONE

Verfassung müsste geändert werden

Dem Bundesrat sind auch verfassungsmässig die Hände gebunden. Mit Ausnahme des Modells «Status quo plus», das Verbesserungen innerhalb der heutigen Leitplanken vorsieht, müssten bei allen anderen Modellen die Bundesverfassung revidiert werden. Dazu besteht aus Sicht des Bundesrates keine Veranlassung.

Erst wenn die Anpassung der Verfassung ins Auge gefasst werde, seien weitere Arbeiten an den Modellen zweckdienlich, schreibt das VBS weiter. Der Bundesrat will sich vorerst darauf beschränken, einzelne Elemente aus dem Modell «Status quo plus» umzusetzen.

Um den Bestand der Armee sicherzustellen, haben das VBS und das Wirtschaftsdepartement bereits heute Massnahmen ergriffen. Ziel ist es, die Tauglichkeitsquote zu stabilisieren und die Zahl der Wechsel aus der Armee in den Zivildienst nach absolvierter Rekrutenschule zu verringern. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Auf die Coronakrise soll in der Schweiz ein beispielloser Konsumrausch folgen

Konsum, Jobs, Investitionen: Der Einbruch ist viel tiefer als in der Finanzkrise 2008/2009, doch die Wirtschaft erholt sich deutlich schneller. Die Pessimisten scheinen falsch zu liegen.

Es mehren sich die Anzeichen: Die Coronakrise könnte schneller vorbei sein als erwartet. Obschon die Wirtschaft viel stärker einbrach als in der Finanzkrise, wird sie sich gemäss Prognosen gleich schnell erholen.

Und nach der Krise könnte kommen, was die Schweiz in diesem Ausmass noch nicht erlebt hat: Aufgestaute Konsumfreude wird entfesselt. Ein vergleichbarer Schub an Konsumausgaben findet sich in den Statistiken nicht, die bis ins Jahr 1980 zurückreichen.

Ein Anzeichen für die Erholung kam …

Artikel lesen
Link zum Artikel