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Schweiz
Coronavirus

Grün, Orange, Rot: So will der Bundesrat das Covid-Zertifikat umsetzen

Grün, Orange, Rot: So will der Bundesrat das Covid-Zertifikat umsetzen

19.05.2021, 15:0019.05.2021, 17:54

Alle Menschen in der Schweiz sollen laut Bundesrat Zugang haben zum Covid-Zertifikat. Mit diesem Nachweis für geimpfte, genesene und negativ getestete Personen sollen auch Grossveranstaltungen wieder möglich werden und Orte mit erhöhtem Ansteckungsrisiko wie Diskotheken und Clubs wieder öffnen können. Ausserdem dürfte es bei internationalen Reisen verlangt werden.

Der Bundesrat will das Zertifikat nur so lange wie nötig einsetzen. Ziel ist, die Vorgaben für die Schutzkonzepte gemäss dem Drei-Phasen-Modell schrittweise zu reduzieren und dann aufzuheben. Für die Anwendung des Zertifikats unterscheidet der Bundesrat drei Bereiche.

Grüner Bereich: Wo das Zertifikat ausgeschlossen ist

Die Bildschirme, welche die Zuege, Gleise und Abfahrtszeiten anzeigen sollten, sind wegen einer IT Stoerung bei den SBB ausser Betrieb, am Freitag, 19. Maerz 2021 im Bahnhof Bern. (KEYSTONE/Anthony An ...
Bild: keystone

Der erste, grüne Bereich umfasst Orte des alltäglichen Lebens und Kontakte mit Behörden. Hier ist das Zertifikat explizit ausgeschlossen, weil es sich um staatliche Aufgaben oder elementare Freiheits- und Grundrechte handelt. Beispiele sind private und religiöse Veranstaltungen, der öffentliche Verkehr, Läden, der Arbeitsplatz oder Schulen.

Oranger Bereich: Wo das Zertifikat Schliessungen verhindert oder freiwillig ist

Bild
Bild: keystone

Der zweite, orange Bereich umfasst Orte, die nicht ganz alltäglich sind, aber von sehr vielen Menschen aufgesucht werden. Beispiele sind Bars und Restaurants, Veranstaltungen, Freizeit-, Sport- und Unterhaltungsbetriebe, Sport- und Kulturvereine oder der Besuch von Spitälern und Heimen. Hier ist der Einsatz des Zertifikats nicht vorgesehen.

Sollte sich allerdings die epidemiologische Lage verschlechtern und eine Überlastung des Gesundheitssystems drohen, dann sollen Schliessungen verhindert werden, indem der Zugang auf Personen mit einem Covid-Zertifikat beschränkt wird. Im Moment besteht begründete Hoffnung, dass dies dank der fortschreitenden Impfung nicht notwendig sein wird. In diesem Bereich, in dem es um Rechtsbeziehungen unter Privatpersonen geht, soll zudem das Zertifikat auf freiwilliger Basis eingesetzt werden können, bis die Vorgaben für die Schutzkonzepte aufgehoben werden.

So sollen zum Beispiel ein Restaurant, ein Kino oder ein Fitnesscenter den Zugang auf Personen mit Covid-Zertifikat beschränken und dadurch auf Schutzkonzepte, Kapazitätsbeschränkungen oder Vorgaben wie die Maskenpflicht verzichten können.

Roter Bereich: Wo das Zertifikat Öffnungen ermöglicht

Das Publikum ist begeister am Konzert der Rap Band "Beginner" am Open Air Frauenfeld, am Samstag, 26. Juni 2004 in Fauenfeld. (KEYSTONE/Dorothea Mueller)
Bild: KEYSTONE

Der dritte, rote Bereich umfasst den internationalen Personenverkehr und Orte, die aus epidemiologischer Sicht heikel sind, wie Grossveranstaltungen oder Diskotheken. Es ist davon auszugehen, dass viele Staaten ein Covid-Zertifikat bei der Einreise verlangen werden.

Für Grossveranstaltungen sowie Clubs und Diskotheken ist der Einsatz des Zertifikats in der Öffnungsstrategie des Bundesrats vorgesehen. Auch hier soll der Einsatz zeitlich beschränkt bleiben. Bei Grossveranstaltungen sieht der Bundesrat eine Öffnung mit einer schrittweisen Erhöhung der maximalen Anzahl Personen vor.

Wann kommt das Zertifikat?

Der Bundesrat hat heute den Einsatz des Zertifikats konkretisiert. Die genaue Umsetzung mit den entsprechenden Verordnungsanpassungen soll am 11. Juni in Konsultation geschickt werden. Der Entscheid ist für den 18. Juni vorgesehen. Die ersten Zertifikate sollen ab dem 7. Juni schrittweise ausgestellt werden und spätestens Ende Juni, wenn erste Massnahmen an die Nutzung des Zertifikats geknüpft werden, der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) ist daran, das Zertifikat EU-kompatibel, sicher und möglichst einfach umzusetzen. Die Arbeiten schreiten laut Bundesrat planmässig voran. Der Quellcode wird offengelegt. Mit dem Zertifikat setzt der Bundesrat einen Auftrag des Parlamentes um, das in der Frühjahrssession 2021 eine neue Bestimmung in das Covid-19-Gesetz aufgenommen hat (Art. 6a).

(aeg)

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82 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Truth Hurts
19.05.2021 15:33registriert Mai 2016
Als Musiker finde ich das eine gute Lösung. Das gibt den Besuchern indirekt einen Anreiz, sich impfen zu lassen, und gibt den Veranstaltern Planungssicherheit, da Clubs nicht plötzlich wieder einfach geschlossen werden können.
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Mzunge
19.05.2021 17:01registriert August 2020
"Religiöse Veranstaltungen" sind Grün? Eine absolute Frechheit eigentlich. Fussballspiele sind auch Religion, in dem fall brauchts es dort ja auch keine Tests. Wir leben im Jahr 2021 kann man mit diesem Religionen-Müll bitte endlich mal aufhören. Wir sehen gerade im Nahen Osten wieder wo der Quatsch hinführt.
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SoullessStone
19.05.2021 15:17registriert Januar 2014
Das System scheint mir sinnvoll und ausgewogen. Es sollte aber allen möglich sein, sich vor Inkrafttreten des Systems impfen zu können.
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