Schweiz
Digital

CH Media von Hackerangriff betroffen

Hacker. Wie sie halt aussehen.
Der Angriff habe frühzeitig erkannt und isoliert werden können, teilte die NZZ mitBild: shutterstock.com

CH Media und NZZ von Hackerangriff betroffen

Die Ransomware-Attacke sei frühzeitig erkannt worden, heisst es. Doch die gedruckten Zeitungen erschienen am Samstag in reduziertem Umfang.
24.03.2023, 11:2127.03.2023, 06:42
Mehr «Schweiz»

Wegen eines Cyberangriffs sind am Freitag mehrere Dienste der Medienunternehmen NZZ und CH Media nicht zur Verfügung gestanden. Die beiden Unternehmen waren laut eigenen Angaben Ziel einer Attacke mit einem Schadprogramm.

Betroffen war unter anderem die Arbeit in Redaktionen, darunter die Produktion von Radioprogrammen, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA aus Redaktionskreisen erfuhr. Inwieweit die Zeitungsproduktion gestört wurde, war zunächst unklar.

Der Betrieb solle rasch wieder hergestellt werden, teilte CH Media am Freitagnachmittag mit. Die Probleme waren bereits am Morgen aufgetreten. Der Angriff könne Auswirkungen auf «Marktleistungen und Produkte» haben, schrieb CH Media. Eine Firmensprecherin erklärte auf Anfrage von Keystone-SDA, man könne dazu noch keine konkreten Angaben machen.

Die CH Media bezieht den Angaben zufolge verschiedene IT-Services von der NZZ-Mediengruppe und war dadurch auch direkt vom Cyberangriff auf die NZZ-Infrastruktur betroffen. Zusammen mit der NZZ werde der Vorfall aufgeklärt.

Der Angriff habe frühzeitig erkannt und isoliert werden können, teilte die NZZ mit. Der Angriff werde von der IT-Abteilung der NZZ, externen Spezialisten sowie Experten des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC) und der Kantonspolizei Zürich analysiert.

Update 25. März: Die «NZZ» erscheint laut einer Ankündigung in der Ausgabe vom Samstag in leicht reduziertem Umfang. Bei der «Schweiz am Wochenende» von «CH Media» hiess es, die Zeitungen erschienen als Einheitsausgabe. «Die vertrauten Regionalausgaben mussten gebündelt werden.» Das Online-Angebot der Medien sei davon nicht betroffen.

Angriffe aus Russland und Nordkorea

Es handelt sich laut CH Media um einen Cyberangriff durch sogenannte Ransomware. Mit dieser können Hacker ins Computersystem eines Opfers eindringen und Zugriff auf IT-Systeme oder auf Daten erlangen oder diese gar blockieren. Auch können sie ihre Opfer mit Verschlüsselungstechnik aussperren und Lösegeld verlangen.

Zu den jüngsten Opfern von Ransomware-Angriffen gehören etwa die deutsche Universität Duisburg-Essen, die britische Post und das kanadische Kinderkrankenhaus Sick Kids. Es wird vermutet, dass viele Ransomware-Gruppen ihren Sitz in Russland haben.

Russische Behörden bestreiten allerdings, dass das Land ein Zufluchtsort für diese Gruppen ist. Experten gehen auch davon aus, dass viele Ransomware-Attacken von Nordkorea aus unternommen werden.

CH Media bringt unter anderem «Aargauer Zeitung», «Luzerner Zeitung» und «St. Galler Tagblatt» heraus und besitzt diverse Radio- und TV-Sender wie 3Plus und Tele Züri. 65 Prozent von CH Media gehören den AZ Medien von Verleger Peter Wanner und 35 Prozent der NZZ. Die NZZ-Gruppe gibt unter anderem die «Neue Zürcher Zeitung» heraus.

(sda)

Transparenzhinweis:
Am 1. April wird watson in CH Media integriert.

(yam/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So läuft eine Ransomware-Attacke ab
1 / 17
So läuft eine Ransomware-Attacke ab
2021 machte watson publik, dass die am Genfersee gelegene Waadtländer Gemeinde Rolle von einem massiven Daten-Leak betroffen war – die Folge einer Ransomware-Attacke. In dieser Bildstrecke erfährst du, wie ein solcher Hackerangriff abläuft. Die wenigsten Leute wissen, was kriminelle Eindringlinge in fremden IT-Systemen so alles treiben.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Giorgia Meloni hält Wutrede wegen Ukraine-Krieg
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Verbrenner-Verbot – welches Land wann den Ausstieg plant
Äthiopien hat als erstes Land den Import von Verbrenner-Autos komplett verboten und setzt ab sofort voll auf E-Mobilität. Damit hat der afrikanische Staat die EU und weitere Industrienationen deutlich überflügelt.

Am 30. Januar hat das äthiopische Ministerium für Verkehr und Logistik bekannt gegeben, dass keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr importiert werden und Einwohner nur noch Elektroautos kaufen dürfen. Ab wann das Importverbot gilt, ist allerdings noch unklar.

Zur Story