Schweiz
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Fliegender Pöstler: Post testet Einsatz von Drohnen für abgelegene Gebiete



Die Schweizerische Post probt den Einsatz von Drohnen. Erste Testflüge finden diesen Monat im Seeland statt. Die «fliegenden Postboten» könnten künftig kleine Pakete zum Beispiel mit Medikamenten in abgelegene Gebiete befördern.

«Wir wollen jeden Winkel der Schweiz erreichen können», sagte Dieter Bambauer, Leiter von PostLogistics, am Dienstag vor den Medien auf dem kleinen Flugplatz Bellechasse im Seeland. «Deshalb prüfen wir auch, wie wir die Drohnen-Technologie für uns nutzen können.»

Begrenzte Reichweite

Ein kommerzieller Einsatz ist laut Post allerdings frühestens in fünf Jahren realistisch. Zunächst ist eine Reihe von technischen und rechtlichen Fragen zu klären. Dazu gehört die begrenzte Batterielaufzeit der Drohnen – das Versuchsmodell kann mit einer Batterieladung ein Kilogramm über zehn Kilometer befördern.

Der Post schweben auch Einsätze in hiesigen Randregionen vor. Für denkbar hält sie etwa die Notversorgung einer Siedlung, die nach einem Unwetter von der Umwelt abgeschnitten ist. Auch der Eiltransport von Laborproben kommt in Frage, und die «fliegenden Pöstler» könnten zudem dringend benötigte Medikamente in abgelegene Bergdörfer bringen.

Bedienung mit iPhone-App

Die Drohne des Typs Matternet ONE ist ist nach Angaben des Herstellers äusserst leicht gebaut. Bedient wird sie über ein iPhone-App, wie Matternet-Chef Andreas Raptopoulos vor den Medien demonstrierte. Gibt man den Zielort beziehungsweise dessen Koordinaten ein, sucht sich die Drohne mit Hilfe eines von Matternet entwickelten Routenplaners den Weg selber.

Dabei nimmt sie Rücksicht auf Terrain, Bodenerhebungen, Luftraum und Wetter. Gerade für jedes Wetter ist die Drohne allerdings nicht geeignet, wie Raptopoulos einräumte. Das Gerät unter verschiedenen Bedingungen zu testen gehört zu den Zielen, die sich die Projektverantwortlichen für die laufenden Tests gesteckt haben.

Dass Drohnen dereinst den Pöstler ersetzen und die flächendeckende Paketzustellung übernehmen, hält PostLogistics-Chef Bambauer für unrealistisch. «Mit täglich über 500'000 Postpaketen ist dies in unserem schon heute strapazierten kleinen Luftraum kaum vorstellbar.» (whr/sda)

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