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Des manifestants tiennent une banderole

Bild: KEYSTONE

Kommentar

Frauen, Freiheit und Respekt gegen Ecopop 

Trotz gegenteiliger Anzeichen haben Zuwanderungsskeptiker erkannt, dass Ecopop ihr höchstes Gut beschnitten hätte: Die Freiheit.



Ein Gespenst ging um in der Schweiz: Das Gespenst Ecopop

Seit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative war die Angst vor der Unberechenbarkeit der stimmenden Einwanderungsskeptiker gross. Würden die Leute in den Umfragen lügen? Würde die Zustimmung in den letzten vier Wochen vor der Abstimmung wie bei der Masseneinwanderungsinitiative noch massiv steigen? Würde die SVP-Basis ihrer Führung die Gefolgschaft verweigern und die Gelegenheit ergreifen, in der Zuwanderungsfrage endlich harte Fakten zu schaffen? 

Nun zeigt die deutliche Ablehnung von Ecopop, dass dies alles nicht der Fall war. Und die deutliche Ablehnung von über 70 Prozent zeigt, dass das Nein-Lager in den zwei Wochen seit dem letzten Abstimmungsbarometer (56 Prozent Nein-Anteil) besser mobilisieren konnte. 

Wer genau sich zuletzt noch gegen Ecopop entschieden hat, werden die VOX-Studien zeigen müssen, aber zwei Annahmen sind sicher nicht ganz falsch:  

Erstens hat es sich das Initiativkomitee von Ecopop bei einem grossen Kreis des potentiellen Ja-Lagers ausserhalb der SVP verscherzt: der weiblich-grün-progressiven Szene. Diese hätte allenfalls ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Konsequenzen und rein aus prinzipiellen Gründen des Umweltschutzes zugestimmt. Aber die öffentlich angestellten Berechnungen von Ecopop-Vorstand Benno Büeler, welche Frauen wo wie viele Kinder haben dürften und die Tatsache, dass sich diese Vorgaben nur auf die Frauen beziehen, ist bei letzteren überhaupt nicht gut angekommen. Sie haben das als Respektlosigkeit empfunden.

Und zweitens haben sich die Zuwanderungsskeptiker aus dem konservativen Einfamilienhaus- und Pendlermilieu für Flexibilität statt unverrückbare Tatsachen in der Einwanderungsfrage entschieden. Die Ecopop-Gegner haben die Debatte geschickt von der absoluten Zahl der Zuwanderungsbeschränkung auf das Problem gelenkt, dass die Quote von 0,2 Prozent der Schweiz die Freiheit nimmt, auf künftige Entwicklungen zu reagieren. Damit haben sie Angst vor einem Freiheitsverlust geschürt. Das hat verfangen. 

Das respektlose und freiheitsfeindliche Gespenst Ecopop hatte beim Schweizer Stimmvolk keine Chance. 

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