Weil sie so «freier» denken kann: Eva Biland verlässt die FDP
In der FDP Basel-Stadt kommt es zu einem prominenten Rücktritt: Eva Biland verlässt die Partei, wie die Basler Zeitung schreibt. Sie habe ihr Rücktrittsschreiben am Mittwoch eingereicht, heisst es im Bericht.
Die 54-Jährige gehörte zu den bekannteren Figuren der Basler FDP. Bis vor kurzem amtete sie als Vizepräsidentin der FDP Basel-Stadt. Im Herbst 2024 kandidierte die Hausärztin noch für den Basler Regierungsrat.
Dass es nun zum Bruch mit der Partei kommt, begründet Biland damit, dass man ohne Parteizugehörigkeit «freier» denken und kommunizieren. So schränke die Mitgliedschaft in einer Partei die Meinungsfreiheit ein. «Man kann sich diese nur noch als ‹ungebundene› Person leisten», sagt sie der Basler Zeitung. Lobbys und politische Strukturen würden das Meinungsspektrum bedeutsam einschränken, «sofern man sich nicht als Querdenker taxieren lassen möchte».
Biland löste in den letzten Jahren mit ihren Aussagen immer wieder parteiinterne Kritik aus – etwa während der Coronavirus-Pandamie. Damals nahm sie eine staatskritische Haltung bezüglich Massnahmen ein. «Mich beängstigt, was entstanden ist: die ganze Gesellschaftsspaltung, das Ausgrenzen von Personen mit abweichenden Haltungen», sagte sie etwa gegenüber der Basler Zeitung.
Wie Biland selbst sagt, stiess sie mit solchen Aussagen auch Kollegen aus der Partei an der Kopf. Ein Parteifreund habe ihr etwa gesagt, sie sei eine zu «pointierte» Person für eine Kandidatur für den Regierungsrat. Damit sei sie nicht einverstanden. Pointiertheit sei für sie eher eine Tugend. «Und diese vermisse sie bei der FDP schon seit langem», so die 54-Jährige.
Wie es politisch mit Biland weitergeht, ist derzeit unklar. Gegenüber der Basler Zeitung erklärte sie, sie wolle sich auch in Zukunft weiterhin engagieren. Ein Wechsel zu einer anderen Partei sei für sie aber auch keine Alternative. (dab)
