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Ganz und gar nicht alles scharf: Take-Away-Lösungen sind für viele Wirte zu aufwändig

Kosten, Personal und strenge Regeln: Weshalb gebeutelte Wirte momentan auf dieses Dienstleistungsangebot nicht scharf sind.

Simon Tschopp / ch media



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Nicht jeder Gastrobetrieb kann auf Take-Away umstellen. (Symbolbild) bild: Nadia Schärli

Ko Cheung Fu kann trotz Restaurant-Schliessung noch auf tägliche Einnahmen zählen. Der Betreiber des Restaurants Neuhaus in Liestal BL bietet schon seit einigen Jahren sein Take-away mit chinesischen Speisen an. Ist er nun froh darum in der jetzigen Corona-Krise? «Ja und nein», sagt er. Fu kann mit dem einen Geschäftszweig zwar weiterfahren; er glaubt jedoch, dass Kunden trotzdem ausbleiben werden, weil empfohlen wird, zu Hause zu bleiben.

«Aber ohne Take-away hätten wir noch grössere Schwierigkeiten.» Er hatte sein Restaurant dichtgemacht, bevor die behördliche Anordnung kam. Der Grund: Ko Cheung Fus Mutter reiste aus Hongkong an. «Wir dachten, weil wir alte Leute hier haben, schliessen wir besser vorher.» Das sei eine Erfahrung aus Asien, diesbezüglich seien sie sensibler.

«Wir müssten Personal stellen und würden Minus machen»

Für andere Gastronomen wäre der Aufbau von Take-away schwierig zu realisieren. «Dazu muss man eine Infrastruktur haben, gesetzliche Vorschriften erfüllen und über Haltbarkeitsmöglichkeiten verfügen. Das ist nicht einfach», erklärt Pierre Mergel vom Restaurant Mühle in Allschwil. Dieses hat wenig Laufkundschaft und ist nicht direkt im Dorfzentrum und in der Gewerbezone.

Der «Mühle»-Gastgeber hat derzeit ein Dossier beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum wegen der kurzfristigen Arbeitslosigkeit seiner Mitarbeitenden. Auch steht er in Kontakt mit der Versicherung. Pierre Mergel hat eine Police gegen Umsatzeinbussen abgeschlossen. Angelo Di Venere vom Restaurant Rössli in Gelterkinden sieht ebenfalls von Take-away ab. «Das ist sehr schwierig. Wir müssten das Personal stellen, hätten vielleicht bloss 20 Kunden und würden minus machen.» Di Venere überlegt sich jedoch Hausliefe-rungen in kleinem Rahmen. Aber auch dafür sei die Nachfrage nicht sehr gross.

Sicherheitsabstand von zwei Metern muss gewährleistet sein

Für den Geschäftsführer von Gastro Baselland, Bruno Gruber, ist klar, dass sich Unternehmer gut überlegen müssen, ob sie in der momentanen Situation Take-away anbieten wollen. Er weist auf die restriktiven Vorschriften hin: Sämtliche Sitzplätze im Restaurant müssen abgesperrt und Stühle entfernt werden; es dürfen nur einzelne Personen hinein und müssen nach dem Bezahlen wieder gehen; das «Social Distancing» von zwei Metern muss gewährleistet sein.

Gruber wird derzeit mit Telefonanrufen von Mitgliedern von Gastro Baselland regelrecht überrannt. Er fasst zusammen: «Bei Gastwirten ist grosses Verständnis vorhanden für die befohlenen Massnahmen.» Grosse Sorgen machten ihnen die Angestellten, die zu erwartenden Umsatzeinbussen und Liquiditätsengpässe; eine wichtige Frage sei die Lohnfortzahlung. (bzbasel.ch)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • leu84 18.03.2020 07:40
    Highlight Highlight Ein Wirt in meiner Nähe macht etwas ähnliches und verkauft grundsätzlich auf Vorbestellung. Znüni und Mittag (2Menüs). Es soll funktionieren. Bei älteren Leuten im Dorf liefert er es aus.
  • MartinZH 18.03.2020 07:40
    Highlight Highlight Ich bewege mich privat u. beruflich im Raum (Stadt) Zürich. Hier sieht man, dass es unzählige gastronomische Angebote gibt. Seit man auch ohne Wirtepatent ein Geschäft eröffnen kann, gibt es z.T. auch ein Überangebot. So verschwinden viele auch rasch wieder. Qualität und Service überleben!

    In so einer Situation wie jetzt, muss man als Gastronom die Komfortzone verlassen, sich anpassen und agil sein!

    Wenn Betriebe jetzt pleitegehen, weil sich Take-Away und Lieferdienst nicht lohnen soll, dann ist es berechtigt, wenn diese Betriebe verschwinden – sie wollen ja nichts bieten und sich anpassen.

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