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Ständeratswahlen: In diesen Kantonen kommt es zum Kopf-an-Kopf-Rennen

Die exklusiven Vorwahlbefragungen von CH Media zeigen, wo es zu einer engen Ausmarchung bei den Ständeratswahlen kommt.

Sven Altermatt / ch media



Besucher erscheinen am Tag der offenen Tuer im Bundeshaus, am Samstag, 5. Oktober 20Õ19, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider).

Blick ins Parlamentsgebäude: Wer darf in der kommenden Legislatur diese Treppen hochschreiten und dann in den Ständeratssaal abbiegen? Bild: KEYSTONE

Die ganz heisse Phase des Wahlkampfs hat begonnen. Wer kann sein Wählerpotenzial am besten ausschöpfen? Im Endspurt arbeiten die Parteien vor allem daran, ihre eigene Basis an die Urne zu bringen. Verschiedene Befragungen zeigten einheitliche Tendenzen, wie das neue Parlament zusammengesetzt sein könnte. Zwar handelt es sich dabei stets um Momentaufnahmen, nicht um Prognosen für den Wahlausgang. Doch dass im Nationalrat die Grünen und die GLP zulegen werden, gilt vielen bereits als ausgemacht.

Interessanter sind da schon die teils heftig umkämpften Ständeratssitze. Die nationalen Parteientrends und die politische Grosswetterlage sind dafür nur bedingt aussagekräftig. Ständeratswahlen sind Kopfwahlen. Und in der kleinen Kammer können bereits wenige Sitzverschiebungen die Kräfteverhältnisse umpflügen.

Ein Blick in einzelne Kantone lohnt sich. Im Auftrag des Zeitungsverbundes CH Media hat das Meinungsforschungsinstitut Sotomo die Stimmberechtigten in sieben Kantonen exklusiv zu ihren Wahlabsichten befragt. Die repräsentativen Umfragen – en détail veröffentlicht in unseren Partnerzeitungen – versprechen mitunter harte Fights ums Stöckli:

Aargau

Im Aargau werden gleich beide Sitze im Stöckli frei, Pascale Bruderer (SP) und Philipp Müller (FDP) beenden ihre politische Karriere. Laut Sotomo-Umfrage könnte FDP-Nationalrat Thierry Burkart den Sprung ins Stöckli hauchdünn schon im ersten Wahlgang schaffen: Bei einem absoluten Mehr von 42.5 Prozent kommt er demnach auf 43 Prozent der Stimmen. Hinter ihm folgt mit 38 Prozent SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht.

Auf den dritten Platz schafft es mit 29 Prozent SP-Nationalrat Cédric Wermuth. Danach kommt CVP-Kantonalpräsidentin Marianne Binder. Ihr Rückstand ist mit 17 Prozent jedoch erheblich. Allerdings: Insbesondere, wenn FDP-Mann Burkart die Wahl im ersten Durchgang schaffen sollte, dürften die Karten für den zweiten Wahlgang neu gemischt werden. Wer schafft es dann, über sein Lager hinaus Mehrheiten zu beschaffen?

Marianne Binder, deputee au Parlement du canton d'Argovie, parle aux journalistes devant le Tribunal federal apres une audience publique concernant un recours dans neuf cantons contre la votation du 28 fevrier 2016 sur l'initiative populaire

Schafft es Marianne Binder noch mehr Wähler zu mobilisieren. Bild: KEYSTONE

St. Gallen

Ein zweiter Wahlgang zeichnet sich für die Ständeratswahlen in St. Gallen ab. Die beiden Bisherigen Benedikt Würth (CVP, 41 Prozent) und Paul Rechsteiner (SP, 39 Prozent) holen gemäss Umfrage am meisten Stimmen. Herausgefordert werden sie von zwei Nationalräten. Roland Rino Büchel (SVP, 35 Prozent) könnte Ex-Gewerkschaftsführer Rechsteiner – er ist der dienstälteste Parlamentarier im Land – gefährlich werden. Marcel Dobler (FDP) kommt auf 25 Prozent. Die beiden Herausforderer punkten primär im eigenen Lager, bei Würth und Rechsteiner ist das Elektorat breiter abgestützt.

Luzern

Zumindest der bisherige FDP-Ständerat Damian Müller könnte in Luzern die Wahl im ersten Anlauf schaffen. In der Umfrage kommt er auf knapp 50 Prozent der Stimmen. Die bisherige CVP-Nationalrätin Andrea Gmür kommt demnach auf 38 Prozent. Sie hat somit beste Chancen, den Sitz ihres zurückgetretenen Parteikollegen Konrad Graber zu verteidigen. Doch SVP-Herausforderer Franz Grüter folgt seiner Ratskollegin mit 35 Prozent in kurzem Abstand.

Die Sotomo-Umfrage zeigt: Während Gmür durchaus mit Stimmen aus dem linken Lager rechnen darf, kann Grüter zumindest auch FDP-Wähler auf seine Seite ziehen. Hinter ihren eigenen Kandidaten stehen die Sympathisanten von FDP, CVP und SVP jeweils geschlossen.

Basel-Landschaft

Ein Wahlkrimi zeichnet sich in Baselland ab. Wer holt sich nach dem Rücktritt von Claude Janiak (SP) den einzigen Ständeratssitz? Im ersten Wahlgang dürfte niemand das absolute Mehr erreichen, das bestätigt die Wahlumfrage. In Führung liegt die bisherige FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger mit 37 Prozent der Stimmen.

Daniela Schneeberger, FDP-BL, spricht waehrend der Sondersession im Nationalrat, am Donnerstag, 4. Mai 2017 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Daniela Schneeberger liegt laut Umfragen in Basel-Land vorne. Bild: KEYSTONE

Ihr folgen allerdings zwei linke Parlamentarier, die zusammen deutlich mehr Stimmen erzielen: 29 Prozent sprechen sich für die Grüne Maya Graf aus, 28 Prozent für den Sozialdemokraten Eric Nussbaumer. Die Freisinnige punktet der Umfrage zufolge in ihrer Basis und bei SVP-Wählern, aber nicht über die politische Mitte hinaus. Im zweiten Wahlgang hätten Graf oder Nussbaumer so die besseren Karten. Bedingung dafür dürfte aber sein, dass sich die linken Parteien auf eine einzige Kandidatur einigen können.

Solothurn

Überraschung in Solothurn: Kaum jemand zweifelte bisher daran, dass die Standesherren Pirmin Bischof (CVP) und Roberto Zanetti (SP) ihre Wiederwahl locker schaffen werden. Doch die Wahlumfrage zeigt nun: Das Rennen ist offener als gedacht. Beide könnten das absolute Mehr deutlich unterschreiten und müssten folglich in einen zweiten Wahlgang. Bischof kommt in der Umfrage auf 41 Prozent der Stimmen, Zanetti auf 40 Prozent. Dicht auf den Fersen ist ihnen SVP-Nationalrat Christian Imark, der 37 Prozent erzielt. Ausserhalb seiner eigenen Basis mobilisiert er aber mässig.

Thurgau

Im Thurgau könnte nach dem ersten Wahlgang alles klar sein – das legt zumindest die Sotomo-Umfrage nahe: Brigitte Häberli-Koller (CVP, 52 Prozent) dürfte die Wiederwahl im ersten Durchgang souverän schaffen, der bisherige Regierungsrat Jakob Stark (SVP, 51 Prozent) gleichzeitig den Sitz seines Parteikollegen Roland Eberle verteidigen.

Zug

Im Kanton Zug könnten die Freisinnigen den Sitz verlieren, der durch den Rücktritt von Joachim Eder frei wird. An der Spitze liegt laut Umfrage der Bisherige Peter Hegglin (CVP) mit 49 Prozent. Er dürfte die Wiederwahl auf Anhieb schaffen.

Der Zuger Regierungsrat Heinz Tännler will an dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest vom 23. bis 25. August Moderne und Tradition zusammenbringen.

Heinz Tännler, der amtierende Zuger Finanzdirektor ist mit 42 Prozent gut positioniert. Bild: KEYSTONE

Ex-Regierungsrat Matthias Michel (FDP, 36 Prozent) ist klar hinter dem amtierenden Finanzdirektor Heinz Tännler (SVP, 42 Prozent) positioniert. Gemäss dieser Momentaufnahme könnte Tännler sogar bereits im ersten Wahlgang knapp das absolute Mehr überschreiten. Für die SVP wäre seine Wahl in Zug eine Premiere. In Zug halten die Freisinnigen seit bald 50 Jahren ununterbrochen einen Ständeratssitz.

Erhebung und Gewichtung

Die Fehlertoleranzen der Umfragen liegen je nach Stichprobengrösse und Gewichtungsverfahren zwischen 2.1 und 3.9 Prozentpunkten – nach oben wie nach unten. (aargauerzeitung.ch)

#GoWote! Darum machen wir bei den Wahlen mit!

Franzohni Hemmige triff auf Cédric Wermuth

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    Alle Leser-Kommentare
  • satyros 08.10.2019 09:31
    Highlight Highlight Wieso habt Ihr für den Kanton Bern keine Daten erhoben? Das Rennen dort dürfte ziemlich spannend werden. Neben dem bisherigen Hans Stöckli (SP) treten mit Regula Rytz (Grüne, Nationalrätin, Präsidentin Grüne Schweiz), Beatrice Simon (BDP, best gewählte Regierungsrätin) und Werner Salzmann (SVP, Nationalrat, Präsident SVP Kanton Bern) doch einige Schwergewichte zur Wahl an. Selbst unter den chancenlosen Spass-Kandidaturen sind drei Nationalrätinnen zu finden: Christa Markwalder (FdP), Kathrin Bertschy (GLP) und Marianne Streiff (EVP).
  • fdsa 08.10.2019 07:41
    Highlight Highlight Das Kopf-an-Kopf Rennen im Kanton Uri habt ihr vergessen. Für zwei Sitze gibt es ganze zwei Kandidaten. Ich finde es sehr schade, dass wir, die Bevölkerung in einer Demokratie keine Auswahl haben. Und dies ist darauf zurückzuführen, dass keine Partei einen weiteren Kandidaten aufstellen wollte. Jetzt haben wir mit Heidi Z'graggen eine möchtegern Bundesrätin und Josef Dittli den grössten Lobbyvertreter der Geschichte.
    S******e!
    • Stambuoch 08.10.2019 10:49
      Highlight Highlight Tritt doch selber an. Niemand verbietet Dir, Dich als Kandidat aufzustellen.
      Reklamieren, lavieren, herumheulen - Lösungen sollen bitteschön aber andere bringen.
    • DaRocco 08.10.2019 11:27
      Highlight Highlight Ebenso präsentiert sich die Situation in Nidwalden. Für den einen Ständeratssitz (da Halbkanton) stellt sich auch nur ein Kandidat zur Wahl.
    • Ulmo Ocin 08.10.2019 16:22
      Highlight Highlight Wäre deine Chance gewesen ;)
  • Glenn Quagmire 08.10.2019 07:22
    Highlight Highlight Was macht Frau Bruderer nach dem ende der Politkarriere? war eine der wenigen SP Parlamentarier, welche wirklich gute Arbeit leistete.
  • Clife 08.10.2019 06:52
    Highlight Highlight Zum Glück sind das nur Umfragen und nicht die Realität. Ruhig sitzen bleiben Leute, das Ergebnis wird positiv rauskommen :)

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