Schweiz
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Teilnehmer an einer Platzkundgebung gegen Rassismus, Exit Racism Now!, knien sich mit einer erhobenen Faust auf den Boden auf dem Barfuesserplatz in Basel, am Samstag, 4. Juli 2020. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Demonstrierende am Samstagnachmittag in Basel. Bild: keystone

Hunderte demonstrieren in Schweizer Städten gegen Rassismus



In Schweizer Städten haben am Samstagnachmittag insgesamt mehrere hundert Menschen gegen Rassismus demonstriert. Die von den Behörden bewilligten Kundgebungen verliefen friedlich.

«Wir wollen Veränderung sehen», wurde an der Kundgebung in Basel gefordert, an der rund 250 Menschen teilnahmen. Die Kundgebung auf dem Barfüsserplatz mitten in der Stadt dauerte nur gerade eine Viertelstunde. Die zumeist schwarz gekleideten Demonstrierenden trugen weisse Schilder mit den Namen von Menschen, die wegen Rassismus ihr Leben verloren haben.

Punkt 14.00 Uhr legten sich die Kundgebungsteilnehmer, die praktisch ausnahmslos eine Schutzmaske trugen, auf den Rücken und verharrten liegend 8 Minuten und 46 Sekunden. Sie erinnerten damit an den Tod des Afroamerikaners George Floyd im vergangenen Mai.

Faust in die Höhe

Danach knieten die Demonstrierenden nieder und erhoben die Faust, derweil über ein Megaphon sieben Forderungen verlesen wurden, die sich gegen Rassismus in der Schweiz richteten. Zum Abschluss der bewilligten und friedlichen Kundgebung wurde drei Mal «Exit Racism Now!» skandiert.

In Zürich haben rund 150 Personen schweigend gegen Rassismus demonstriert. Mit von den Veranstaltern verteilten Masken geschützt und in schwarz gekleidet legten sich die Demonstrantinnen und Demonstranten auf den Sechseläutenplatz für genau 8 Minuten und 46 Sekunden auf den Boden, wie eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort berichtete.

So lange wurde dem Afroamerikaner George Floyd bei einem Polizeieinsatz am 25. Mai in Minneapolis von einem weissen Beamten die Luft abgedrückt, als er auf dem Boden lag. Kurze Zeit später starb er.

Polizei muss nicht eingreifen

Nach der Schweigephase reckten die Demo-Teilnehmenden in Zürich symbolisch die Faust in die Höhe. Der Anlass blieb friedlich. Die Polizei war mit mehreren Einsatzwagen präsent, hatte aber keinen Grund, einzugreifen.

Teilnehmer an einer Platzkundgebung gegen Rassismus, Exit Racism Now!, knien sich mit einer erhobenen Faust auf den Boden auf dem Barfuesserplatz in Basel, am Samstag, 4. Juli 2020. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Die BLM-Demo in Basel. Bild: keystone

In Luzern waren es rund fünfzig Personen, die sich für die knapp neun Minuten auf dem Jesuitenplatz hinlegten, um gegen Rassismus zu demonstrieren. Sie trugen fast alle Masken und wurden aufgefordert, nach der Kundgebung gestaffelt aufzubrechen wegen des Coronavirus. Auch riefen die Organisatoren zu einem gewaltfreien Protest auf.

In Lausanne beteiligten sich rund dreissig Menschen an der Kundgebung gegen Rassismus. Mitte Juni waren noch über tausend Teilnehmende an einer Rassismus-Kundgebung gezählt worden. Auch in Lausanne legten sich die Teilnehmenden für knapp neun Minuten auf den Boden, um so an den Tod des Afroamerikaners Floyd zu erinnern, dessen Tod weltweit Proteste gegen Rassismus ausgelöst hatte. (sda)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • De-Saint-Ex 04.07.2020 20:13
    Highlight Highlight Sehe diese Bilder weitaus lieber als solche von überfüllten Clubs. Die hier halten sich an der frischen Luft auf und erst noch mit Nasen-Mund-Schutz.
    Und dass hier wieder einige zu stänkern haben, ist piep-egal. Sich für etwas zu engagieren ist immer besser, als dröge „Parties“ zu schmeissen. Aber ist ja nur meine Meinung...
  • Talken 04.07.2020 19:49
    Highlight Highlight Wenn die Demonstrierenden über geschichtliche Hintergründe zu ihren Demonstrationsthemen befragt würde, könnte vermutlich nur ein absolut kleiner Teil genau erklären um was es genau geht. An den Umständen vor 200 Jahren oder so, kann niemand mehr was ändern. Geht heute mit gutem Beispiel voran und macht es besser. Alles andere ist für mich Freizeitbeschäftigung und blablabla.
  • Rellik 04.07.2020 19:04
    Highlight Highlight Der Trend zog weiter, dafür ist das Virus wieder da
  • ikbcse 04.07.2020 18:53
    Highlight Highlight Es müssten Lösungen erarbeitet werden, wie wir diesen Demonstranten helfen könnten, ihre Wahrnehmungsverzerrung zu erkennen oder einen neuen Lebenssinn zu finden.

    Die Kombination aus den Ereignissen des Jahres 2020, Corona-Koller und warme Temperaturen haben diesen Menschen sichtlich nicht gut getan.
    • Hierundjetzt 04.07.2020 19:45
      Highlight Highlight Rassismus ist nicht Wahrnehmungsverzerrung sondern real, die Anliegen der Demonstranten sind ehrenwert und gut nachvollziehbar.

      Das Getöse der rundherum (Denkmäler schleifen! Mohrenkopf! Schweizer sind Sklavenhalter! Alle Schweizer sind Rassisten etc etc) war der Untergang der Bewegung.

      Und ich frage mich: warum macht man das als Bewegung? Das funktioniert in den USA aber doch nicht in der Schweiz mit seiner direkten Konsens-Demokratie. Das *muss* man doch als Bürger wissen! Darum verliert doch die SVP permanent. Sehr Schade
    • De-Saint-Ex 04.07.2020 20:21
      Highlight Highlight Arroganter und besserwisserischer geht‘s nicht. Gratuliere. Der erste Preis im Vogel abschiessen ist Ihnen sicher.
    • ikbcse 04.07.2020 20:46
      Highlight Highlight Ich stimme Dir zu, @Hierundjetzt.
  • Hierundjetzt 04.07.2020 17:51
    Highlight Highlight Nur noch 150 Mensch? Extrem tragisch das Ganze: da gab es eine Steilvorlage für eine breite gesellschaftliche Diskussion.

    Aber nein, eine handvoll Extremisten krochen aus der Echokammer hervor, haben die Bewegung gekapert und mit irgendwelchen komplett absurden Forderungen die Diskussion zugemüllt. Zeitgleich hat die Bewegung sich selber mit extremen Anschuldigungen torpediert und versenkt.

    Als Kirsche kommt noch die Migros und zieht den sehr wichtigen (!) Themenkreis in die komplette Lächerlichkeit.

    Jetzt: Ein totaler Scherbenhaufen.

    Herzlichen Dank! Super gmacht! Ganz toll.

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