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Grippe-Saison: Deutlich mehr Hospitalisationen wegen Influenza

Une illustration sur le theme de la grippe montre une table de chevet devant un lit avec un medicament NeoCitran contre le Rhume et le Refroidissement (Schnupfen und Erkaeltung), une boite de Dafalgan ...
Lästig bis gefährlich: Influenza grassiert in der Schweiz.Bild: KEYSTONE

Frühe Grippewelle: So sieht es in Schweizer Spitälern aus

Die Grippewelle erreicht die Schweiz früher als sonst. Mehr Menschen als im Vorjahr wurden im Dezember wegen Influenza hospitalisiert.
31.12.2025, 16:2231.12.2025, 16:36

Zwischen Weihnachten und Neujahr ist die Zahl der Grippefälle in der Schweiz weiter stark angestiegen. Die Grippewelle steuert damit in diesem Jahr früher auf ihren Höhepunkt hin zu. Auch die Hospitalisierungen in den Spitälern haben deutlich zugenommen.

In der letzten Woche des Jahres sind in der Schweiz und Liechtenstein 2900 laborbestätigte Grippefälle registriert worden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Influenza-Fallzahlen um fast 22 Prozent angestiegen.

In den Tagen nach Weihnachten registrierte das BAG 31,90 Grippefälle je 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Am meisten bestätigte Grippefälle gab es im Kanton Basel-Stadt, wo auf 100'000 Personen 59,59 Influenza-Fälle gemeldet wurden.

Im Universitätsspital Basel gebe es momentan viermal so viele Influenza-Hospitalisationen wie im Dezember 2024, sagte Mediensprecherin Caroline Johnson gegenüber Radio SRF. Wegen der vielen Grippefälle wurde im Universitätsspital Basel die Maskenpflicht eingeführt.

In Zürich noch keine Maskenpflicht

Auch im Berner Inselspital ist es seit Mitte Dezember Pflicht, bei Kontakt mit Patientinnen und Patienten eine Maske zu tragen. Personen mit Erkältungs- und Grippesymptomen müssten zudem im Spital eine Schutzmaske tragen, wie das Inselspital auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schrieb.

In Zürich hingegen wird noch abgewartet: Die Situation werde täglich neu beurteilt, so das Universitätsspital auf Anfrage. Eine Maskenpflicht für alle einzuführen, werde nicht ausgeschlossen. Auch hier wirkt sich die starke Grippewelle auf die Belegung aus. Mehr als doppelt so viele Patientinnen und Patienten als 2024 liegen derzeit mit Influenza im Zürcher Universitätsspital.

Hohe Bettenbelegung wie üblich

Überlastet sei das Zürcher Universitätsspital wegen der Influenza-Patientinnen und -Patienten aber nicht. Man habe sich auf die Herausforderung eingestellt und sei gut gerüstet. Und auch in Bern gibt es keine Kapazitätsengpässe. Wie in der Grippesaison üblich sei die Bettenbelegung im Inselspital aktuell sehr hoch, hiess es auf Anfrage.

Die Grippesaison ist gemäss dem St. Galler Spitalverbund dieses Jahr früher aufgetreten als vor einem Jahr. Entsprechend lägen die Zahlen Ende Dezember «auch etwas höher» als im Dezember 2024.

Ähnlich tönt es auch bei Freiburger Spital (HFR). Die Grippewelle habe in diesem Jahr einen Monat früher eingesetzt. Wie immer in der Winterzeit sei die Bettenauslastung hoch und die Grippe sei einer der Gründe dafür, hiess es auf Anfrage.

Zwischen dem 26. und 27. Dezember habe es 110 Patientinnen und Patienten in der pädiatrischen Notaufnahme und mehr als 160 in der Notaufnahme für Erwachsene gegeben. Das sei ein neuer Rekord im HFR. Die Notaufnahmen seien aufgrund der Schliessung der Arztpraxen, wie jedes Jahr während der Feiertage, besonders stark belastet.

Im Luzerner Kantonsspital wird über die Festtage ebenfalls eine Zunahme von Atemwegsinfektionen festgestellt. Die Zahlen seien höher als im letzten Jahr, hiess es auf Anfrage. Die Mehrbelastung sei spürbar, aber die Kapazitäten reichten aus.

Für Personen im Spital mit Erkältungssymptomen gilt im Luzerner Kantonsspital wie in den vergangenen Jahren stets eine Maskenpflicht. Aufgrund der aktuellen Situation habe man zusätzlich eine zeitlich begrenzte Maskenpflicht im klinischen Bereich eingeführt.

Ältere Menschen besonders betroffen

Dem Berner Inselspital zufolge verlaufen die diesjährigen Grippefälle ähnlich wie in früheren Grippesaisons auch. Entsprechend seien vor allem ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen sowie immungeschwächte Personen von einem schweren Verlauf betroffen.

Die Verantwortlichen des Zürcher Universitätsspital hingegen finden es noch zu früh, um einen Vergleich zu anderen Jahren zu ziehen. Schwere Fälle gebe es aktuell wenige - man befinde sich aber noch mitten in der Grippewelle. Ob die Erkrankungen komplizierter verlaufen als in den Jahren zuvor, könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen.

Neben der Influenza zirkulieren aktuell verschiedene Krankheitserreger. Laut Insel sorgen RSV, Sars-CoV-2, Human Metapneumovirus, Parainfluenzavirus und Erkältungscoronaviren zusätzlich für ein hohes Patientenaufkommen auf den Notfallstationen.

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(sda/hah)

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81 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ste_17
31.12.2025 09:38registriert Januar 2017
Es gäbe noch eine weitere Antwortmöglichkeit auf ansteckende Atemwegserkrankungen: dann eine Maske tragen, wenn man selbst leichte (oder stärkere) Symptome verspürt, aber noch genug fit zum Arbeiten ist, um die Viren nicht weiter zu verteilen.
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LifeIsAPitch
31.12.2025 09:56registriert Juni 2018
Habe mich im November gegen Influenza impfen lassen, nachdem ich Ende Januar zum ersten Mal überhaupt von Influenza heimgesucht worden bin. Ich hatte ja keine Ahnung, wie gross der Unterschied zwischen Erkältung und Influenza ist. Zwei Wochen komplett ausgeknockt, im Vergleich dazu habe ich Covid und selbst Malaria als Kindergeburtstage erlebt.
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Amarillo
31.12.2025 10:03registriert Mai 2020
Da die wenigsten Impfgegner die Grippe mit Tee & Essigwickel „ganz natürlich“ durchleiden: Die Impfung ist garantiert die „gesündere“ Alternative, als sich mit Medikamenten vollzustopfen, um die unangenehmen Begleiterscheinungen der Grippe abzumildern. Ganz zu schweigen von typischen Folgeerkrankungen wie Lungen- oder Herzmuskelentzündung, welche bei geschwächten Patienten gerne auftreten. Die gesundheitlichen Risiken einer Impfung sind demgegenüber vernachlässigbar. Wer sich darüber sorgt, dürfte nie mehr ein Aspirin oder ähnliches einwerfen, da diese weitaus grössere Nebenwirkungen haben.
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