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Peter Wälchli, Inhaber der Karo Versand GmbH ist in Sorge, gibt sich aber kämpferisch: «Wir machen weiter!»
Peter Wälchli, Inhaber der Karo Versand GmbH ist in Sorge, gibt sich aber kämpferisch: «Wir machen weiter!»
bild: Screenshot srf
Kaffeerahmdeckeli-Produzent: «Es geht weiter»

Nach Debakel um Hitler-Kaffeerahmdeckeli: Chef Wälchli entlässt doch keine Mitarbeiter

25.11.2014, 17:3325.11.2014, 17:52

Peter Wälchli ist immer noch wütend. «Es geht mir schlecht, und es geht der Firma schlecht. Was für ein Debakel!», sagt er am Dienstag zu watson. 

Das Debakel begann vor einem guten Monat, als ein 20-Minuten-Leser einen Kaffeerahm mit Hitlers Konterfei auf dem Deckel serviert bekam. Auf Anfrage entschuldigte sich die Vertreiberin der Kaffeerähmli, die Migros-Tochter Elsa, in aller Form für die «Fehlleistung»: Sie hatte die Sujets nicht kontrolliert und versehentlich das Hitler-Rähmli Gastrobetrieben zugestellt, statt den Karo-Versand-Kunden.

Die Geschichte ging um den Globus, sogar die New York Times berichtete über die «Hitler creamer». Derweil zerbrach im beschaulichen Grosshöchstetten, dem Sitz der Karo-Versand, Wälchlis kleine Welt: Weil er sich nicht vom Sujet distanzieren wollte, weil er immer wieder darauf hinwies, dass die Hitler-Deckeli eingebettet in einer Banderolen-Serie für Sammler bestimmt gewesen wären und deshalb auch unproblematisch seien, reagierte die Migros umgehend: Sie beendete die Geschäftsbeziehungen mit Wälchli.

Die Banderolen-Serie. In der zweituntersten Reihe: Hitler und Mussolini – zwischen zwei Vögeln.
Die Banderolen-Serie. In der zweituntersten Reihe: Hitler und Mussolini – zwischen zwei Vögeln.
bild: zvg

Das bedeute wohl das Ende, sagte Wälchli damals, Entlassungen seien unvermeidlich. Heute blickt Wälchli optimistischer in die Zukunft, obwohl es ihm und der Firma schlecht gehe: «Es geht weiter», sagt er auf Anfrage. Konkret sei er daran, Gespräche mit Konkurrenten der Elsa zu führen. «Ausserdem prüfen wir, ob sich die Kaffeerähmli auch im Ausland abfüllen liessen, oder wir uns mit einem anderen Produzenten zusammentun können», so Wächli. Mehr will er noch nicht verraten, Verträge sind noch keine unterschrieben, spruchreif sei das Ganze noch nicht. Aber: «Entlassungen wird es keine geben.»

Verkauft Wächli die Banderolen-Serie, die er an Lager hat, vielleicht doch noch? Schliesslich wurde das Hitler-Deckeli auf Ricardo für 250 Franken versteigert, und bei der Karo-Versand seien mehrere hundert Bestellungen eingegangen, wie die Berner Zeitung vor zwei Wochen schrieb. Doch Wälchli dementiert: «Das wäre weder gescheit, noch würde es unser Unternehmen retten. Wir setzen auf andere Abfüller.» (dwi)

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