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Edelweiss Air liegt im Streit mit den rund 200 Piloten.
Edelweiss Air liegt im Streit mit den rund 200 Piloten.Bild: KEYSTONE

Eklat bei Edelweiss Air: Piloten kündigen Gesamtarbeitsvertrag

20.05.2018, 08:33
Benjamin Weinmann / Nordwestschweiz

Bei der Swiss-Schwesterairline Edelweiss ist es zum Eklat gekommen: Der Pilotenverband Aeropers, der die Edelweiss-Cockpitcrew vertritt, hat den seit 2013 laufenden Gesamtarbeitsvertrag (GAV) gekündigt. Dies schreibt die Aeropers in einem internen Memo an die rund 200 Edelweiss-Piloten. Der «Nordwestschweiz» liegt das Schreiben vor.

Hintergrund des Streits sind die Verhandlungen für einen neuen GAV, die seit Februar am Laufen sind. Die Differenzen, insbesondere im Salärbereich, seien nach wie vor markant und bis heute habe man keine abschlussfähige Lösung finden können, schreibt die Aeropers an ihre Mitglieder. «Das Management akzeptiert eure Anliegen und Interessen nicht ausreichend», heisst es im Schreiben. Die Aeropers fordert eine substanzielle Erhöhung der Saläre im Cockpit. Und: «Uns ist bewusst, dass die Haltung des Managements euch demotiviert und keine Wertschätzung spüren lässt.»

Die für ihre Feriendestinationen bekannte Edelweiss Air hat in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum hingelegt und zahlreiche neue Langstrecken-Ziele ins Streckennetz aufgenommen, wie zum Beispiel Las Vegas, San Diego, Costa Rica, Denver oder Orlando. Auch das Aus von Air Berlin konnte die Edelweiss für eigenes Wachstum ausnutzen. Ähnliches dürfte der Fall sein nach den abgesagten Plänen von Ryanair, mit Laudamotion ab Zürich ein Angebot lancieren zu wollen. Es sei deshalb an der Zeit, dass die Piloten an diesem Wachstum nachhaltig partizipieren könnten, fordert die Aeropers. Deshalb werde man die Gespräche weiterführen.

Umsatz gesteigert

Im vergangenen Jahr konnte der Schweizer Ferienflieger seinen Umsatz um rund einen Viertel auf 537 Millionen Franken steigern; für 2016 sind 600 Millionen budgetiert. Gewinnzahlen zur Edelweiss gibt der Mutterkonzern Lufthansa keine bekannt.

Henning Hoffmann, Geschäftsführer des Pilotenverbands, bestätigt auf Anfrage die GAV-Kündigung per Mai 2019 und dass die eigenen Forderungen und jene der Geschäftsleitung weit auseinander liegen würden. Weitere Auskünfte über die laufenden Gespräche gebe man nicht. Edelweiss-Sprecher Andreas Meier sagt, man nehme diesen Schritt des Sozialpartners zur Kenntnis und man werde die GAV-Verhandlungen konstruktiv weiterführen.

Fakt ist, dass die Aeropers mit ihrem Schritt den Druck auf die Edelweiss-Führung erhöht. Denn auch in den kommenden Monaten will die Airline weiterwachsen. Dabei ist die Airline auf genügend Piloten angewiesen, die der Firma die Stange halten – eine Herausforderung im heutigen Piloten-Markt, der als ausgetrocknet gilt.

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Holiduli
20.05.2018 09:29registriert Oktober 2015
In dieser Branche sind die Arbeitsbdingungen leider ganz allgemein ein Problem. Und mit Billigfliegern wie Ryanair wirds immer schlimmer. Kann leider auch die Arbeitsgeber verstehen.
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Ihr Kommentar hat 20min Niveau
20.05.2018 09:24registriert August 2017
Anmerkung: Laudamotion kommt nur für den Moment noch nicht nach Zürich. Das ist nach wie vor fest geplant. Sie haben zur Zeit einfach nicht genug Flugzeuge

Der Pilotenmarkt ist nicht ausgetrocknet. Im Gegenteil, es gab seit dem 11. September 2001 keine vergleichbaren Boom in Europas wie heute. Das Problem sind die Bedingungen. Es ist heute nun mal so dass man als Pilot nicht mehr so viel verdienen kann wie damals. Sicher Schuld ist gieriges Management und die Tatsache dass Fliegen mittlerweile billig ist.

Und nein ich bin kein selbsternannter Experte, aber ich arbeite in diesem Business.
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