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Wachablösung: Erstmals leben in der Schweiz mehr Senioren als Junge

Elderly people come together for a pensioners' afternoon with lunch and card games at Saint Andreas parish in Uster in the canton of Zurich, Switzerland, pictured on June 15, 2011. (KEYSTONE/Mart ...
Die Pensionierten haben gut lachen: Sie haben die U20-Jährigen ausgestochen.Bild: KEYSTONE

Wachablösung: Erstmals leben in der Schweiz mehr Senioren als Junge

02.04.2026, 11:4702.04.2026, 12:49

Zum ersten Mal leben in der Schweiz mehr über 65-Jährige als unter 20-Jährige. Laut den Zahlen des Bundesamts für Statistik sind auch die Geburtenzahlen weiterhin rückläufig. Ende 2025 lebten in der Schweiz 9,12 Millionen Menschen.

Die Bevölkerung wuchs 2025 um 73'300 Personen, was einem Wachstum von 0,8 Prozent entspricht. Verglichen mit dem Jahr 2024 hatte sich das Bevölkerungswachstum damit leicht verlangsamt, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte.

In allen Kantonen nahm die Bevölkerungszahl zu. Den grössten Zuwachs gab es in den Kantonen Schaffhausen, Basel-Stadt und Wallis. Am geringsten war der Zuwachs in den Kantonen Glarus, Tessin, Bern, Jura und Neuenburg.

Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr Menschen über 65 Jahren gezählt als unter 20-Jährige. Das Verhältnis lag bei 1'811'000 gegenüber 1'802'000 Personen, so das BFS. Beide Altersgruppen machten je rund zwanzig Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

Ausserdem stieg die Lebenserwartung: Ab dem Zeitpunkt der Geburt lebten Frauen um 0,4 Jahre und Männer zirka 0,3 Jahre länger. Ein durchschnittliches Frauenleben dauerte 2025 somit 86,3 Jahre, ein Männerleben mit 82,7 Jahren etwas weniger lang.

Geburtenrate bleibt rückläufig

2025 wurden 400 Geburten weniger registriert als im Jahr davor. Mit 77'900 Lebendgeburten war die Zahl in der Schweiz damit das vierte Jahr in Folge rückläufig.

Doch nicht überall ist die Geburtenzahl gesunken: Für die Kantone Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Genf, Basel-Stadt, Waadt, Solothurn und Schaffhausen vermeldete das BFS einen Anstieg.

Die Zahl der Todesfälle sank gegenüber 2024 leicht: 71'700 Personen sind 2025 in der Schweiz gestorben. In der Hälfte der Kantone nahmen die Todesfälle ab. In Glarus und Appenzell Innerrhoden nahm die Zahl am deutlichsten zu.

Im letzten Jahr wurden tausend Ehen weniger geschlossen, als im Jahr davor. 35'700 Eheschliessungen wurden 2025 registriert, 800 davon waren gleichgeschlechtliche Ehen, 200 wurden von einer eingetragenen Partnerschaft in eine Ehe umgewandelt.

15'700 Ehen wurden geschieden, davon 59 gleichgeschlechtliche Ehen. Damit gab es rund vierhundert Scheidungen weniger als 2024. Gemäss BFS kann davon ausgegangen werden, dass «rund zwei von fünf Ehen eines Tages geschieden werden könnten». (pre/sda)

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157 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Joey00789
02.04.2026 11:55registriert Juli 2025
Etwas reisserisch.
Es werden Äpfel mit Birnen verglichen.
Bei den Ü65 werden altersmässig mehr Menschen mit einbezogen als den U20.
U20 = 20 Jahrgänge , Ü65 bis ca 35 Jahrgänge. 🤷🏼‍♂️
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Berggurke
02.04.2026 12:12registriert August 2015
Zeigt übrigens, warum die Chaos-Initiative der SVP absolut dämlich ist: Auch in der Schweiz wird die Bevölkerung spätestens in der 2. Hälfte dieses Jahrhunderts anfangen zu schrumpfen, Migration eingerechnet. In vielen europäischen Länder ist das jetzt schon der Fall. Bereits in den nächsten Jahren wird sich das Bevölkerungswachstum hierzulande automatisch reduzieren. Und die Herausforderungen, die eine schrumpfende Gesellschaft verursachen, sind nochmals deutlich grösser als diejenigen, die wir jetzt haben.
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Non Refundum
02.04.2026 14:31registriert August 2023
Warum 'Wachablösung'? Der Sinn erschliesst sich mir hier im Kontext nicht. Die älteren Semester haben ja schon mehr Kilometer auf dem Zähler und mehr Tage des Kalenders abgerissen. Was hat jetzt also Wachablösung damit zu tun? Kann es sein, dass der Autor noch nie auf einer Wache war? Bitte nutzt doch Vergleiche welche Sinn ergeben. Vielen lieben Dank.
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