Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Medikamente Pillen Tabletten

Bild: shutterstock

Generika sind doppelt so teuer wie im Ausland – in diesen Ländern ist's günstiger

Zum zehnten Mal haben santésuisse und Interpharma die Schweizer Medikamentenpreise mit dem Ausland verglichen. Auch wenn die Unterschiede gross sind – der Druck durch das Bundesamt für Gesundheit zahlt sich langsam aus.



Patentgeschützte Medikamente

Für patentgeschützte Medikamente zahlen wir hier in der Schweiz wie bereits in den Vorjahren nur wenig mehr als unsere Nachbarländer. Die rund 250 umsatzstärksten, patentgeschützten Originalpräparate kosten im Durchschnitt 7% weniger im Ausland – bei einem Wechselkurs von 1.11 Franken pro Euro.

Noch vor einem Jahr waren die dieselben Medikamente noch 9% teurer gewesen (bei 1.09 Franken pro Euro). Gemäss Interpharma und Santésuisse sind die wichtigsten Gründe für die sinkenden Preise bei Originalpräparaten die Wechselkursentwicklung und die regelmässigen Preisüberprüfungsrunden durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Durch Preissenkungen seien 2017/2018 rund 325 Millionen Franken eingespart worden.

Patentabgelaufene Medikamente und Generika

Auch der Preisunterschied für die verglichenen 250 patentabgelaufenen Orginialpräparate sank im Vergleich zum Vorjahr und lag im Februar 2019 noch bei 14 Prozent. Bei den Generika hingegen gab es kaum Verbesserung: Die Preisdifferenz verharrt bei 48 Prozent, nach 52 Prozent beim letzten Vergleich.

Gemäss santésuisse-Direktorin Verena Nold liessen sich hier ohne Qualitätsverlust noch mehrere hundert Millionen Franken sparen. Sie fordert deshalb das Referenzpreissystem.

Methodik

Für die Studie wurden die Preise der jeweils rund 250 umsatzstärksten Medikamente, welche (noch) patentgeschützt sind und bei welchen das Patent bereits abgelaufen ist, untersucht.

Zum Preisvergleich mit dem Ausland wurde einerseits der vom Bundesamt für Gesundheit verwendete Wechselkurs (in diesem Jahr bei 1.11 CHF/EUR), als auch der durchschnittliche SNB-Wechselkurs (1.15 CHF/EUR) berücksichtigt.

Die neun Vergleichsländer sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Niederlande, Österreich und Schweden.

Durchschnittspreise pro Land

Im Vergleich zur Schweiz (in der Karte als Index = 100) sind die Preise nur in Dänemark im Schnitt höher. Berücksichtigt wurden hier nur patentgeschützte Medikamente. Am günstigsten im Vergleich zu uns sind diese Medikamente in Frankreich, wo man gut drei Viertel unseres Preises zahlt.

Betrachtet man nur Generika, sind die Preise in der Schweiz deutlich höher als in den umliegenden Ländern.

(lea, mit Material der sda)

Und jetzt: Medikamente neu interpretiert von Zukkihund

In Schweizer Haushalten türmen sich die Medikamente

Play Icon

Mehr zum Thema Medizin [ 25.07.2018, rst]

Italienischer Chirurg will etwas tun, das noch keiner gemacht hat

Link zum Artikel

Medizin-Quiz Volume II: Bei weniger als 6 Punkten kommen wir mit dem Skalpell!

Link zum Artikel

Sie entschlüsselten unsere innere Uhr – Medizin-Nobelpreis geht an drei US-Forscher

Link zum Artikel

Wer als Krebspatient alternativen Heilern vertraut, geht ein hohes Risiko ein

Link zum Artikel

Ein junger Chirurg beschreibt, wie er 120-Stunden-Wochen überlebt

Link zum Artikel

«Placebo-Effekt kann 40% ausmachen» – warum auch skeptische Ärzte Globuli verordnen  

Link zum Artikel

Wenn du im Medizin-Quiz über 7 Punkte machst, kriegst du ein zweites Leben

Link zum Artikel

Rega-CEO: «Wir haben viel in die Vision einer wetterunabhängigen Luftrettung investiert»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

16
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jesses! 16.04.2019 13:31
    Highlight Highlight Ich verstehe einfach nicht, weshalb niemand was gegen diese Abzocke von uns Schweizern unternimmt. Kann man nicht? Oder will man nicht? Es betrifft ja nicht nur die Medikamente; auch Hotel-Übernachtungen, Elektronik, roaming, Lebensmittel, Autos, Möbel usw. usw. Klar ist die Kaufkraft im Vergleich zu anderen Ländern höher, aber die Verhältnismässigkeit stimmt hinten und vorne nicht. Ich fühle mich in der Schweiz einfach nur ausgesaugt. Von der Wirtschaft und Politik.
    • MacB 16.04.2019 13:52
      Highlight Highlight Gebe dir insgesamt recht aber Elektronik stimmt nicht. Da sind wir weit vorne.
    • _Jay_ 16.04.2019 16:45
      Highlight Highlight Lebensmittel sind in der Schweiz günstig im Vergleich zur Kaufkraft. Oder warum glaubst du gibt es hier soviel Foodwaste? Sicher nicht weil Essen teuer ist
    • Sebwoh 16.04.2019 21:14
      Highlight Highlight Finde es völlig OK, wenn zB Lebensmittel mehr kosten, die Schere kleiner ist - und die Kassenkraft genug für eigenen Unterhalt verdienen kann (was in .de definitiv nicht der Fall ist!). Bei den Medis bezweifel ich aber, dass das Geld in die Breite geht,....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hans Jürg 16.04.2019 13:00
    Highlight Highlight Selbst kaufkraftbereinigt sind die Medis in der Schweiz viel teurer als im Ausland.
  • infomann 16.04.2019 12:47
    Highlight Highlight Mein Medikament in Spanien
    2,30 Euro
    In der Schweiz 28 Franken für vier Wochen
    Pharma Lobby lässt grüssen und die sitzen vorallem in der SVP und FDP
    • Jättelattejaterö 16.04.2019 13:00
      Highlight Highlight Meine vergleichbare Wohnung in Spanien 750.-Euro, in der Schweiz 3250.-SFR. Und wer ist hier Schuld?
    • Tanuki 16.04.2019 13:06
      Highlight Highlight Das die Preise in der Schweiz zu hoch sind steht ausser Frage, kann es aber sein, dass die Medikamente in Spanien vom Staat subventioniert sind? Wenn nicht, ein Skandal!
    • infomann 16.04.2019 13:15
      Highlight Highlight Jättelattejaterö
      Das ist aber nur rund 5 x mehr und nicht 10x mehr.
      Schuld bist du selber, es gibt in der Schweiz zuhauf günstigere Wohnungen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • TheOnlyZeus 16.04.2019 12:12
    Highlight Highlight "Generika sind doppelt so teuer wie im Ausland"

    ähm, "..als.." bitte.
    • Lea Senn 16.04.2019 13:11
      Highlight Highlight @TheOnlyZeus Also der Duden sagt: «er hat doppelt so viel Geld wie (seltener: als) du»... Sagen wir mal, wir haben beide recht ;-)
    • Mr. Riös 16.04.2019 13:59
      Highlight Highlight [..]doppelt so teuer als wie im Ausland? 🧐
    • Booker 16.04.2019 22:36
      Highlight Highlight ... und weil es Nachts dünkler ist als über den Berg ...

Neue Kantone für die Schweiz – so sähe eine logische(re) Aufteilung aus

Auch am 1. Januar 2019 sind wieder 16 Gemeinden verschwunden (oder wurden mit anderen fusioniert). Wir denken grösser und schrauben an den Kantonen rum. Was, wenn die 20 grössten Städte der Schweiz die Kantonshauptorte wären? Die Schweiz sähe anders aus.

Im letzten Jahr veröffentlichten wir Kantonsaufteilungen der Schweiz, wenn die Nähe zum Hauptort das entscheidende Kriterium wäre. Einmal gemessen an der Reisedauer, einmal mit Hilfe der Luftlinie.

Einige User bemerkten daraufhin, dass die Kantonshauptorte nicht heilig seien und die Kantone eigentlich nach den grössten Städten gebildet werden müssten. Darum suchten wir die 26 grössten Schweizer Städte (gemäss der letzten offiziellen Angabe des Bundesamtes für Statistik von 2016) und fanden …

Artikel lesen
Link zum Artikel