Überlastung trotz Massnahmen auf beliebter Berninalinie
Trotz zusätzlich geschaffenen Sitzplätzen und Reservierungsmöglichkeiten ist es über die Feiertage auf der Berninalinie zu Wartezeiten gekommen. Am 27. Dezember musste die Rhätische Bahn (RhB) in Tirano (I) hunderte Passagiere abweisen, weil es keinen Platz mehr gab.
Endgültige Gästezahlen lagen am Dienstag noch nicht vor, wie die RhB auf Anfrage von Keystone-SDA sagte. Das Unternehmen bereitete sich bereits vor den Festtagen auf ein erhöhtes Gästeaufkommen vor und realisierte Sondermassnahmen. Die roten Züge auf der Unesco-Welterbe-Linie gewinnen seit Jahren an Beliebtheit. Zuletzt stieg die Fahrgastzahl pro Kilometer innerhalb von drei Jahren um 71 Prozent.
Bei den nun umgesetzten Sondermassnahmen wurden die Gästeströme zu den Zügen in Tirano und St. Moritz gezielt gelenkt und teilweise beschränkt. Bei den beiden Bahnhöfen wurden deshalb zwischen dem 26. Dezember und dem 5. Januar die Zugänge für Reisende mit und ohne Sitzplatzreservation getrennt. Für die ankommenden Touristen gab es einen Ausgangskorridor. Ausserdem schuf die RhB über 600 zusätzliche Plätze je Richtung und erweiterte das Angebot um einen Extrazug.
Missverständnisse in Italien
Doch es sei zu Missverständnissen gekommen. Insbesondere wegen des Schweizer Ticketsystems, bei dem Fahrausweise in der Regel nicht an einen bestimmten Zug gebunden sind. Dies sei vor allem für Reisende aus Norditalien schwer verständlich gewesen, erklärte die RhB. Um Überlastungen zu vermeiden, wurden zeitweise der Billettverkauf vor Ort sowie Online-Reservationen zu Stosszeiten eingeschränkt.
Im Einsatz standen täglich bis zu 20 zusätzliche Mitarbeitende, insgesamt wurden rund 250 Arbeitstage geleistet. Rückmeldungen aus dem Puschlav und dem Engadin seien bislang nicht eingegangen. Mit dem Dreikönigstag wurden die Extrazüge eingestellt. Für die Wochenenden im Februar rechnet die RhB jedoch erneut mit hohem Andrang. Ob das System mit Zugangskontrollen und freiwilligen Platzreservierungen auch künftig eingesetzt wird, ist noch offen. (sda/fwa)
