Schweiz
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Jeder will Sieger sein: Wie Blocher und die SP den Landesstreik für sich nutzen

Über den Landesstreik 1918 streitet sich die Politik. Links und rechts deuten die grösste politische Krise der Schweiz unterschiedlich – nicht um die politische Bedeutung zu relativieren: Beide wollen sich als Sieger sehen

Anna Wanner / ch media



Ordnungstruppen bewachen das Bundeshaus, Bern 1918

Schweizerisches Bundesarchiv

Präsenz markieren: Ordnungstruppen überwachen das Bundeshaus. Insgesamt waren 95 000 Soldaten im Einsatz. Quelle: Schweizerisches Bundesarchiv

Das Militär, namentlich General Ulrich Wille, das Bürgertum und die Bauern seien die Retter des Schweizer Bundesstaates. So will SVP-Vordenker Christoph Blocher des Landesstreiks gedenken, der vor bald 100 Jahren die Schweiz erschütterte.

Wenn er am 13. November zu einem Vortrag in Uster einlädt, geht es ihm einerseits darum, den damaligen Streikführer Robert Grimm als bolschewistischen Agitator abzukanzeln, ihn als «Erpresser» darzustellen, der 1918 den Umsturz herbeiführen wollte.

In Grenchen kommt es am letzten Streiktag zum Schusswaffengebrauch der Ordnungstruppen gegen Demonstranten. Drei unbeteiligte Zivilisten sterben.
Streikalbum, Kulturhistorisches Museum Grenchen

In Grenchen kommt es am letzten Streiktag zum Schusswaffengebrauch der Ordnungstruppen gegen Demonstranten. Drei unbeteiligte Zivilisten sterben. Quelle: Streikalbum, Kulturhistorisches Museum Grenchen

Dadurch wären Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat akut gefährdet gewesen, so Blocher. Es geht ihm mit dieser Erzählweise andererseits darum, das historische Ereignis in ein rechtes Licht zu rücken. Er ficht damit die Auslegung der Linken und Gewerkschaften an, die den Landesstreik ebenfalls feiern, weil er angeblich den Beginn des Sozialstaates markiert.

Suppenküchen in Basel und in anderen Städten für notleidende Menschen. Im letzten Kriegsjahr ist in den Städten über ein Viertel der Bevölkerung von staatlicher Lebensmittelunterstützung abhängig.
Staatsarchiv Basel-Stadt

Suppenküchen in Basel und in anderen Städten für notleidende Menschen. Im letzten Kriegsjahr ist in den Städten über ein Viertel der Bevölkerung von staatlicher Lebensmittelunterstützung abhängig. Quell: Staatsarchiv Basel-Stadt

Was gilt denn nun? Blochers Sicht entspricht ziemlich genau dem Eindruck konservativer Kreise kurz nach dem Streik: Die Schweiz habe unter direktem Einfluss der Bolschewisten gestanden, welche die Streikenden finanziell unterstützt hätten. Die Soldaten, die Bauern und eine Mehrheit des Volkes hätten den Untergang abgewandt. 50 Jahre nach dem Landesstreik konnte der Aargauer Historiker Willi Gautschi diesen Mythos des Umsturzversuches widerlegen.

Gleisbesetzung auf dem Bahnhof La Chaux-de-Fonds am 12. November 1918.
Bibliothèque de la Ville La Chaux-de-Fonds

Gleisbesetzung auf dem Bahnhof La Chaux-de-Fonds am 12. November 1918. Quelle: Bibliothèque de la Ville La Chaux-de-Fonds

Streikführer Grimm unterzeichnete zwar zusammen mit anderen Sozialisten – darunter Trotzki und Lenin – das Zimmerwalder Manifest. Dass Grimm eine Revolution nach russischem Vorbild plante, konnte aber widerlegt werden. Ein neues Buch, «Der Landesstreik» der Historiker Roman Rossfeld, Christian Koller und Brigitte Studer, zeichnet zudem nach, wie sich Teile der Arbeiterschaft schon Wochen nach dem Streik von den Revolutionsvorwürfen distanzierten, und auch davon, dass sie von «Bolschewiki» unterwandert seien.

Ausstellung im Landesmuseum in Zürich

Das Landesmuseum in Zürich beleuchtet den 100. Jahrestag des «Landesstreiks 1918» mit einer Ausstellung, die den aktuellen Wissensstand gut dokumentiert. Kooperationspartner ist das Schweizerische Sozialarchiv in Zürich.
Jeden Sonntag um 14 Uhr wird zudem die Doku-Fiction «Generalstreik 1918. Die Schweiz am Rande eines Bürgerkriegs» ausgestrahlt. Der Film von Hansjürg Zumstein ist im Auftrag von Schweizer Radio und Fernsehen SRF entstanden. (sda)

Jeder vierte Städter war auf Unterstützung angewiesen

Unbestritten ist, dass das vierte Kriegsjahr seine Spuren in der Bevölkerung hinterliess: Die Brotpreise und die Mieten stiegen an, Nahrung und Wohnraum verknappten sich. Gleichzeitig erhielten Militärdienstleistende und ihre Familien keinen Lohnersatz und bei Arbeitern und Angestellten hinkte das Einkommen der Teuerung hinterher. Im Sommer 1918 waren 24.4 Prozent der Basler Bevölkerung aufgrund ihres geringen Einkommens notstandsberechtigt und bezogen Milch, Brot, Kartoffeln und Brennmaterial zu verbilligten Preisen.

Das Oltener Aktionskomitee, gegründet im Februar 1918, ist das Koordinationsorgan der Schweizer Arbeiterorganisationen. Im Landesstreik wirkt es als nationale Streikleitung.
Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich

Das Oltener Aktionskomitee, gegründet im Februar 1918, ist das Koordinationsorgan der Schweizer Arbeiterorganisationen. Im Landesstreik wirkt es als nationale Streikleitung. Quelle: Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich

Auf der anderen Seite verdienten die Schweizer Industrie, Handeltreibende und Landwirte in den Kriegsjahren gutes Geld. Auch Blocher hält sich an das Narrativ, wonach soziale Spannungen in der Bevölkerung wuchsen. Jeder Siebte war auf Unterstützung des Staates angewiesen. In den Städten war es jeder Vierte.

Zwar entspannte sich die Situation im zweiten Halbjahr 1918 dank guter Ernte und Getreidelieferungen aus den USA. Doch die Behörden erhöhten die Schwelle für staatliche Unterstützung, womit sich gerade für mittelständische Familien die Lage verschärfte.

Der Paradeplatz in Zürich während des Landesstreiks von 1918.
Wilhelm Galla / Baugeschichtliches Archiv

Der Paradeplatz in Zürich während des Landesstreiks von 1918. Wilhelm Galla / Baugeschichtliches Archiv

Gleichzeitig war der Streik als Protest gegen missliche Umstände ein gängiges Mittel. In der bürgerlich dominierten Schweiz Anfang des 20. Jahrhunderts liessen sich Anliegen der Arbeiterschaft nur schwer durchsetzen. Die Gewerkschaften erkannten im Streik ein probates Mittel. Zwar galt zu Beginn des Krieges 1914 ein Burgfrieden unter den Schweizer Parteien, um die innenpolitische Ruhe zu sichern.

Auch Frauen werden während des Ersten Weltkriegs vermehrt in der der Metall- und Maschinenindustrie beschäftigt, zum Beispiel bei Piccard & Pictet in Genf. 
Schweizerisches Nationalmuseum

Auch Frauen werden während des Ersten Weltkriegs vermehrt in der der Metall- und Maschinenindustrie beschäftigt, zum Beispiel bei Piccard & Pictet in Genf. Quelle: Schweizerisches Nationalmuseum

Bald nahmen die Streiks aber wieder zu. 1916 kam es laut Rossfeld zu 35 Streiks mit 3330 Beteiligten, 1917 zählte die Schweiz 140 Streiks mit 13459 Beteiligten, und 1918 wurde 269 Mal gestreikt mit 24 382 Beteiligten – der Landesstreik ausgenommen, bei dem 250 000 Arbeiter teilnahmen. 1918 nahm nicht nur die Zahl der Streiks zu, es änderte sich im Herbst auch die Qualität: In Zürich legten Bankangestellte die Arbeit nieder, um höhere Löhne zu fordern. In der Politik löste dies Ängste aus, die Angestellten könnten sich mit den Arbeitern solidarisieren.

Kapitulation vor der militärischen Übermacht

Der Landesstreik kann nicht isoliert vom Weltgeschehen betrachtet werden. Ein Jahr nach der Russischen Revolution von 1917 fürchteten sich die Autoritäten vor dem Jahrestag, dem 7./8. November. Weil die SP Ende Oktober 1918 zu Kundgebungen aufrief, beantragte General Wille beim Bundesrat ein Truppenaufgebot für Zürich, um einen Putsch zu verhindern. Er blitzte ab.

Am 5. November forderte Zürich militärische Unterstützung, worauf der Bundesrat die Besetzung Zürichs beschloss. Das Oltener Aktionskomitee (OAK), in welchem die wichtigsten Köpfe der Gewerkschaften und Parteien unter dem Vorsitz von Robert Grimm vereinigt waren, rief am 9. November zu einem 24-stündigen Proteststreik gegen den militärischen Aufmarsch auf. Am gleichen Tag traten Arbeiter in Berlin in Generalstreik, Kaiser Wilhelm II. dankte ab. In Deutschland wurde die Republik ausgerufen. In Zürich streikte die Arbeiterunion weiter.

Zwei Tage später, am 11. November, endete der Erste Weltkrieg. Der ausgehandelte Waffenstillstand trat in Kraft. Am selben Tag bot der Bundesrat weitere Truppen auf und unterstellte das gesamte Bundespersonal der Militärgesetzgebung. Das OAK empfand die 95'000 Soldaten, von denen 20'000 in Zürich und 12'000 in Bern stationiert waren, als Provokation.

Mit ihren schweren Soldatenmänteln und neu mit Helm, Dolch und Gewehr bewaffnet, patrouillierten sie in den Strassen Zürichs. Die Kavallerie besetzte die grossen Plätze. Auch weil sich in Zürich die Situation zwischen Demonstranten und Militär zuspitzte, rief das OAK zum unbefristeten, landesweiten Generalstreik auf.

--- ARCHIVE --- VOR 100 JAHREN AM 12. NOVEMBER 1918 BEGANN IN DER SCHWEIZ DER LANDESSTREIK, EIN GENERALSTREIK MIT RUND 250'000 BETEILIGTEN ARBEITERN UND GEWERKSCHAFTERN --- Eskortiert von Wachen werden Poststuecke auf dem Bahnhof Bern von der Armee zum Eisenbahnpostwagen gebracht. Waehrend des Generalstreiks von 1918 besorgen die aufgebotenen Truppen die Postbefoerderung. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Eskortiert von Wachen werden Postpakete auf dem Bahnhof Bern von der Armee zum Eisenbahnpostwagen gebracht. Während des Generalstreiks von 1918 besorgen die aufgebotenen Truppen die Postbeförderung. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Vier Tote

Die Streikführer knüpften neun Forderungen dran. Am 12. November 1918 legten rund 250'000 Personen ihre Arbeit nieder. Der Bundesrat stellte den Streikenden sozialpolitische Reformen und Regierungsbeteiligung in Aussicht. Am 13. November stellte der Bundesrat ein Ultimatum, am 14. November beschloss das OAK, den Streik zu beenden. Dem Tag, als ein Soldat und drei Arbeiter getötet wurden.

Trotzdem hat die Schweiz diese Krise im internationalen Vergleich glimpflich überstanden. Zwar erhielten die Soldaten den Befehl, auf Demonstranten zu schiessen und in Zürich mit Handgranaten gegen Streikende vorzugehen, die sich in Häuser verschanzten.

Doch blieb die Lage relativ ruhig. Die Streikführer suchten die Eskalation eben nicht. Sie beendeten den Streik. Sie kapitulierten. Streikführer Robert Grimm begründete im Nachgang: «Die Gegner waren zum Äussersten entschlossen.» Die Streikführer befürchteten eine blutige Niederschlagung des Streiks.

--- ARCHIVE --- VOR 100 JAHREN AM 12. NOVEMBER 1918 BEGANN IN DER SCHWEIZ DER LANDESSTREIK, EIN GENERALSTREIK MIT RUND 250'000 BETEILIGTEN ARBEITERN UND GEWERKSCHAFTERN --- Defilee der Ordnungstruppen vor General Ulrich Wille und Oberstdivisionaer Emil Sonderegger am Mythenquai vor der alten Tonhalle in Zuerich, November 1918. Bei Kriegsende riefen die Gewerkschaften den Generalstreik aus, worauf die Ordnungstruppen der Armee gegen die eigene Bevoelkerung eingesetzt wurden. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/RIA/Str)

Defilee der Ordnungstruppen vor General Ulrich Wille und Oberstdivisionär Emil Sonderegger am Mythenquai vor der alten Tonhalle in Zuerich, November 1918. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV RIA

Viele Anliegen mussten warten

Was bleibt? Die von bürgerlichen Kreisen über Jahrzehnte gepflegte These, die Streikführer suchten den Umsturz nach bolschewistischem Vorbild, lässt sich nicht bestätigen. Das OAK hat dies in seinen Planspielen explizit ausgeschlossen. Dass Streikführer Robert Grimm indes mit Lenin sympathisierte, ist nicht von der Hand zu weisen. Das zeigt nicht zuletzt seine Mitwirkung am Zimmerwalder Manifest von 1915.

Politische und soziale Änderungen, welche die SP dieses Jahr feiert, wurden auch nicht alleine durch den Landesstreik möglich. Er hat zwar die Umsetzung der neun Forderungen des OAK teilweise beschleunigt, etwa die Einführung der 48-Stunden-Woche. Doch waren andere bereits aufgegleist. Das Volk hat dem Proporzwahlrecht bereits im Oktober 1918 zugestimmt, es wurde dann aber umgehend auf 1919 eingeführt.

147 Personen verurteilt

Die Einführung der Alters- und Hinterbliebenenversicherung war auch schon vor 1918 Thema, wurden aber erst 1948 bzw. 1960 eingeführt. Frauen mussten auf ihr Wahlrecht bis 1971 warten. Und eine Vermögenssteuer auf Bundesebene gibt es bis heute nicht. Zudem mussten viele Arbeiter nach dem Streik in ihrem Betrieb untendurch. Die Militärjustiz leitete mehrere tausend Verfahren ein und verurteilte 147 Personen, darunter Robert Grimm und Nationalrat Ernst Nobs, der 1943 als erster Sozialdemokrat in den Bundesrat gewählt wurde.

Letzteres zeigt die subtilere Wirkung des Streiks und der Reform des Wahlsystems: Die bessere Einbindung aller politischen Kräfte in die Bundespolitik, namentlich der SP, aber auch der Bauernpartei (später SVP). Wobei sich die Linke noch Jahre nach dem Landesstreik wegen des Vorwurfs des bolschewistischen Umsturzes mit einem stärker geeinten bürgerlichen Block konfrontiert sah. In den 1920er-Jahren provozierte dies einen konservativen Backlash. Was auch erklärt, wieso die AHV-Einführung mehr als dreissig Jahre dauerte.

Explosionsgefahr in Mitholz grösser als angenommen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Neruda 11.11.2018 10:30
    Highlight Highlight Es ist einfach zum Kotzen. Vom Generalstreik und den Toten profitieren und gleichzeitig diesen schlecht machen. Diese Leute wollen wohl die 60-Stunden-Woche zurück und die AHV abschaffen!
    8 4 Melden
  • Troxi 11.11.2018 09:58
    Highlight Highlight Das interessante an diesem Landesstreik war, dass er eigentlich zum Rohrkrepierer hätte werden sollen. Die welschen lehnten eine Streikbeteiligung ab, doch durch die Umzingelung des Bahnhofes, wo sich die Bahnhesellschaft zusammen fand um das Votum abzugeben, machten sie dann schlussendlich doch mit. Die SRF Doksendung kann ich ganz gut empfehlen.
    https://m.srf.ch/sendungen/dok/generalstreik-1918-die-schweiz-am-rande-eines-buergerkrieges
    1 0 Melden
  • The Origin Gra 11.11.2018 08:47
    Highlight Highlight Aussgerechnet General Ulrich Wille.
    Der Propreusse die Schweiz am liebsten auf Seiten des Deutschen Reichs in den Krieg gezogen hätte und die Scheweiz so ruiniert hätte und ein Mutmasslicher Antidemokrat war
    24 3 Melden
  • Zauggovia 11.11.2018 07:07
    Highlight Highlight In solchen Berichten kommen die Gräuel der Russischen Revolution zu kurz. Angesichts der Angst vor einem ähnlichen Ereignis in der Schweiz, kann die Überreaktion seitens der Behörden am Ehesten erklärt werden.
    Dass ein solcher blutiger Umsturz von Grimm und Genossen gar nie geplant wurde, ist späteres besseres Wissen, lässt aber den historischen Kontext vermissen.
    4 5 Melden
    • Liselote Meier 12.11.2018 11:30
      Highlight Highlight Wenn du schon den historischen Kontext vermisst, die Oktoberrevolution war so ziemlich einer der unblutigsten Umstürze der Weltgeschichte.

      Mit der "weissen" Konterrevolution und den ausländischen Interventionen wurde es dann blutig. Vergisst man gerne.

      Und nein in der Schweiz gab es keine bewaffnete Arbeitermilizen wie in Russland vor der Oktoberrevolution, keine meuternden Truppenteile usw. die Schweiz lag auch nicht am Rande eine militärischen Niederlage mit Millionen von Toten. Komplett andere Umstände.
      3 0 Melden
  • Herbert Anneler 10.11.2018 23:44
    Highlight Highlight Eines ist sicher: Die SP war am Generalstreik. Blocher aber bestimmt nicht! Sieger kann er deshalb kaum sein! So simpel ist das!
    39 14 Melden
  • Forrest Gump 10.11.2018 23:20
    Highlight Highlight Spannender Artikel. Wäre schön gewesen, über sowas in der Schule mal etwas zu hören, aber da haben wir gefühlte 5 Jahre damit verbracht, alles über die alten Römer oder irgendwelche Schlachten in Sempach zu lernen. Was grundsätzlich natürlich auch interessant war, aber ich frage mich manchmal, wer solche Lernpläne gestaltet und warum sowas essentielles für unser Land dabei nicht vorkommt..
    111 7 Melden
    • Dominic Marc Morgenthaler 11.11.2018 04:27
      Highlight Highlight Wahr, wie wahr. Dabei ist eigene Geschichte immer noch die interessanteste!
      18 0 Melden
  • satyros 10.11.2018 23:02
    Highlight Highlight Nur weil Lenin und Trotzki das gleiche Dokument wie Grimm unterzeichnet haben, heisst das nicht, dass er deren Ansichten in ihrer Gesamtheit teilte. Das Zimmerwalder Manifest verurteilte den Weltkrieg als Krieg der Kapitalisten und forderte im Wesentlichen einen sofortigen Frieden ohne Annexionen und Reparationen. Von den anderen sozialdemokratischen Parteien forderte es eine Ende der Burgfriedenpolitik und keine weitere Zustimmung zu Kriegskrediten. Wenn man weiss, wie viele Millionen junger Männer in diesem Krieg dahin geschlachtet wurden, dünkt einem das nicht radikal sondern vernünftig.
    127 13 Melden
    • Kronrod 11.11.2018 04:47
      Highlight Highlight Das ist ein guter Punkt. Gleichzeitig war die Angst vor einer Revolution wohl nicht ganz unberechtigt. Immerhin hat es anderswo schon ähnliche Revolutionen gegeben. Auch finde ich die Anmerkung, dass “sich Teile der Arbeiterschaft schon Wochen nach dem Streik von den Revolutionsvorwürfen distanzierten”, nicht besonders beruhigend. Wenn sich nur Teile der Arbeiterschaft erst nach Wochen distanzieren, dann gab es wohl einige, denen eine Revolution gelegen gekommen wären. Von daher war der Einsatz der Armee als Vorsichtsmassnahme wohl nicht ganz falsch.
      16 27 Melden
  • Töfflifahrer 10.11.2018 22:41
    Highlight Highlight Blocher? Ach ja das ist doch der, der bereits bei der Einführung des Frauenstimmrechts so vehement dagegen war nicht?
    Die verquere Nutzung von historischen Momenten und Mythen gehört ja bekanntlich zum Repertoire der SVP. Ich will nicht sagen die SP hat vollkommen recht.
    Für mich hat diese Situation letztendlich dazu geführt, dass soziale Anpassungen angegangen wurden. Dies, obwohl der Generalstreik selbst ein Misserfolg war, aber er hatte längerfristige Auswirkungen.
    86 20 Melden
    • Nelson Muntz 11.11.2018 00:22
      Highlight Highlight War seine Familie 1918 schon in der Schweiz?
      23 7 Melden
    • Zauggovia 11.11.2018 07:00
      Highlight Highlight Nein, dass Blocher gegen das Frauenstimmrecht war, hast du soeben erfunden oder du verwechselst es mit der Revision des Eherechts.
      3 2 Melden
    • Töfflifahrer 11.11.2018 08:16
      Highlight Highlight @Nelson: Meines wissens ja, die wurden gegen 1861 eingebürgert.
      1 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • FrancoL 10.11.2018 22:38
    Highlight Highlight "Wobei sich die Linke noch Jahre nach dem Landesstreik wegen des Vorwurfs des bolschewistischen Umsturzes mit einem stärker geeinten bürgerlichen Block konfrontiert sah. In den 1920er-Jahren provozierte dies einen konservativen Backlash."

    Dieser Backlash ist heute noch bestens zu konstatieren. Wenn man nicht eine bürgerliche These beherzigt ist man in der ultra-linken Ecke.

    Dieser Anti-links-Effekt wurde durch den Zerfall des alten Ostens neu alimentiert und bildet immer wieder einen Sinn freien Angriffspunkt für die Rennleitung der SVP, die alles was links von ihr ist als extrem betrachtet.
    94 36 Melden
    • Mizzi 11.11.2018 07:09
      Highlight Highlight ... umgekehrt das Gleiche ;)
      1 4 Melden
    • Rabbi Jussuf 11.11.2018 07:48
      Highlight Highlight FrancoL
      "... SVP, die alles was links von ihr ist als extrem betrachtet."
      Und du machst grad das Gleiche mit den Rechten. Merkst du das nicht?

      Da wird versucht, einen neutralen Artikel zu schreiben über wirklich schwierige Vorkommnisse in der Schweiz und einige wie du haben nichts besseres zu tun, als den LinksRechts-Graben erneut aufzureissen, anstatt zu verstehen, was das für Folgen hatte, die alles andere als im LR-Schema zu finden sind. Wäre es so gewesen, wie du glaubst, gäbe es keine erfolgreiche soziale Marktwirtschaft in der Schweiz.
      2 4 Melden
    • Mizzi 11.11.2018 10:14
      Highlight Highlight Franco ist ultra links
      2 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Warum die Linke zu Unrecht des «Blocherismus» angeklagt wird

Der Kampf der Gewerkschaften und der SP gegen die Aufweichung der flankierenden Massnahmen ist moralisch und wirtschaftlich gerechtfertigt. Punkt.

«Seit der Finanzkrise sprechen alle von der Ungleichheit – aber niemand unternimmt etwas dagegen», seufzte einst der Ökonom Branko Milanovic in einem Interview mit watson. Er gehört zu den weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Einkommensverteilung. Seine legendäre «Elefantengrafik» hat aufgezeigt, wie der Mittelstand der entwickelten Länder unter der Globalisierung gelitten hat.

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