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Schweiz zwingt VW nicht zum Handeln – Europaweit will VW 8,5 Millionen Autos zurückrufen



Im Skandal um manipulierte Abgaswerte zwingen Deutschland und Österreich den Autobauer Volkswagen zum Rückruf der betroffenen Autos. In der Schweiz wird noch abgewartet. Die VW-Importeurin Amag hofft, dass ihre Zusicherung auf einen freiwilligen Rückruf ausreicht.

Die Amag sei auf einen Rückruf vorbereitet und diesbezüglich in enger Abstimmung mit dem Bundesamt für Strassen (Astra).

«Wir haben dem Astra zugesichert, dass wir die Rückrufaktion übernehmen und diese daher nicht von Amtes wegen angeordnet werden muss», teilte die Amag am Donnerstag mit. Sobald die Amag die notwendigen Halteradressen vom Astra vorliegen habe, werde die Importeurin die betroffenen Kunden entsprechend informieren.

VW-Fahrzeuge bei AMAG Automobil und Motoren AG in Lupfig (AG) am Donnerstag, 1. Oktober 2015. Die Aufregung in der Abgas-Affaere ist weltweit gross. In der Schweiz fuerchten Occasionshaendler hohe Kosten, weil sie wohl vorlaeufig auf den betroffenen Autos sitzen blieben. Der Autoimporteur Amag kuendigt unterdessen einen Verkaufsstopp der betroffenen Neuwagen an. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Handelt auch ohne staatlichen Zwang: Die AMAG
Bild: KEYSTONE

Das Astra ihrerseits wartet ab und beobachtet die Situation, wie ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage sagte. Das Astra werde später entscheiden, welche Massnahmen ergriffen werden sollen. In der Schweiz verkehren 128'802 Autos mit der manipulierten Abgassoftware aus dem Volkswagenkonzern. Weltweit sind 11 Millionen Fahrzeuge vom Skandal betroffen.

In Deutschland entschied das Kraftfahrtbundesamt (KBA), ein freiwilliger Rückruf reiche nicht aus. Österreich folgte dem Beispiel. Das deutsche KBA zwingt VW zum verpflichtenden Rückruf von 2.4 Millionen Fahrzeugen. «Die angeordnete Rückrufaktion beginnt Anfang 2016», sagte der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt am Donnerstag in Berlin.

Europaweit 8,5 Millionen Autos

Um die Folgen der Abgasmanipulationen zu beheben, strebt Volkswagen ein europäisch abgestimmtes Verfahren an. «Mit dem Bescheid des Kraftfahrt-Bundesamtes ist eine Möglichkeit eröffnet, für die Europäische Union ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen in allen Mitgliedsstaaten zu erreichen», teilte der neue VW-Chef Matthias Müller am Donnerstag in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Ein solches Vorgehen sei auch «im Interesse der Kunden». Betroffen wären europaweit 8,5 Millionen Fahrzeuge.

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