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Wegen Preisen in der Schweiz: Weko ermittelt gegen Microsoft

epa12488691 Microsoft signage at their corporate offices in Mountain View, California, USA, 28 October 2025. Microsoft is scheduled to release their earnings report at the end of the closing bell on 2 ...
Im Visier der Weko: US-Techgigant Microsoft.Bild: keystone

Wegen Software-Preisen in der Schweiz: Weko ermittelt gegen Microsoft

Die Schweizer Wettbewerbshüter ermitteln gegen den Softwaregiganten Microsoft. Auslöser waren zum Teil stark erhöhte Lizenzgebühren für das Produkt Microsoft 365.
15.01.2026, 07:3115.01.2026, 10:09

Diese Preiserhöhungen könnten Hinweise auf unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen darstellen, schrieb die Wettbewerbskommission (Weko) am Donnerstag in einem Communiqué. Daher sei eine Vorabklärung eröffnet worden.

«Wir müssen nun klären, ob Microsoft überhaupt eine marktbeherrschende Stellung hat», sagte Weko-Direktor Patrik Ducrey auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Nur falls dem so wäre, könnten die Preiserhöhungen missbräuchlich sein.

Ausserdem will der Weko-Chef den Grund für die höheren Lizenzgebühren wissen. «Wenn die Marge ohne verbesserte Leistung ausgeweitet wurde, könnte dies missbräuchlich sein», so Ducrey. Microsoft habe einen entsprechenden Fragebogen erhalten.

Firmensoftware im Fokus

Beim Verfahren arbeitet die Weko mit dem Preisüberwacher zusammen. Dieser habe sich die Microsoft-Preiserhöhungen auch bereits angeschaut – allerdings vor allem mit einem Fokus auf die Produkte für Privatpersonen.

Bei der Weko-Untersuchung gehe es nun primär um die Software, die von Unternehmen, zahlreichen Verwaltungen und weiteren Institutionen genutzt werde. In diesem Zusammenhang seien im letzten Herbst Anzeigen eingegangen. Namen wollte Ducrey nicht nennen.

Microsoft will kooperieren

Laut Ducrey dauern Vorabklärungen plus/minus ein Jahr. Bestätige sich der Verdacht, wäre der nächste Schritt die Einleitung einer eingehenden Untersuchung.

Microsoft werde mit der Weko bei ihrer Voruntersuchung kooperieren, sagte ein Sprecher des Konzerns auf Anfrage. Ausserdem hielt er fest: «Microsoft verpflichtet sich zur Einhaltung des schweizerischen Wettbewerbsrechts.» (dab/awp/sda)

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83 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Doplagus
15.01.2026 07:49registriert Dezember 2019
Für alle die einfach nur Word, Excel und Powerpoint brauchen.

BITTE hört auf ein Microsoft 365 Abo zu kaufen und jeden Monat Geld an Microslop zu verlochen.

Wenn ihr die Programme wirklich braucht, kauft euch einmalig eine Office Home and Student Lizenz. Die kostet euch nicht jeden Monat, ist in diversen Keystores für knappe 30.- erhältlich und ist immer gültig. Kein Abo. Ein Mal zahlen.
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fant
15.01.2026 07:58registriert Oktober 2015
Office 365 sind keine "Lizenzen", bei denen man die Software bekommt und auf eigener Hardware installiert und die man nach allfälligem Ablauf der Lizenz zwar nicht mehr legal, aber de facto immer noch weiter benutzen kann.

Das sind Abo-Gebühren, mit denen du nicht nur die Benutzung, sondern auch den alltäglichen Zugang verlierst, wenn du nicht bezahlst.
Microsoft kann den Preis jederzeit erhöhen und du kannst nicht aussteigen.

Ich habe keinen blassen Schimmer, warum sich so viele Firmen und auch die öffentliche Hand freiwillig auf so eine Abgängigkeit einlassen.
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Fakten_Checker
15.01.2026 07:46registriert September 2025
Einfach zu einer Alternative wechseln und Windows und Office365 nicht mehr nutzen.
Ja es wäre so einfach!
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