Schweiz
International

In Russland festgenommener Franzose arbeitet für HD Centre in Genf

In Russland festgenommener Franzose arbeitet für HD Centre in Genf

07.06.2024, 10:3207.06.2024, 10:32

Ein am Donnerstag in Moskau unter Spionageverdacht festgenommener Franzose arbeitet für das Zentrum für humanitären Dialog (HD Centre) in Genf. Der 40-Jährige ist für diese private diplomatische Einrichtung als Berater für Russland und die gesamte Region tätig.

Spion Spionage Laptop Shutterstock Symbolbild
Der unter Spionageverdachte stehende Franzose arbeitete für eine Schweizer Einrichtung.Bild: Shutterstock

Am Donnerstagabend hatte es gemäss ersten Angaben des französischen Präsidenten Emmanuel Macron geheissen, der Mann arbeite für eine «Schweizer NGO», die «vom ehemaligen Uno-Generalsekretär Kofi Annan» ins Leben gerufen worden sei. Dies liess auf die Kofi-Annan-Stiftung schliessen, die ihren Sitz ebenfalls in Genf hat.

In einer kurzen Erklärung gegenüber den Medien bestätigte das HD Centre, dass es sich beim Festgenommenen um einen eigenen Mitarbeiter handelt. Die Organisation bemühe sich darum, mehr Hinweise zu den Umständen zu erhalten und die Freilassung des Franzosen zu erreichen. Das HD Centre feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen.

Der Forscher habe in der Vergangenheit bereits mit anderen Genfer Einrichtungen wie dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und dem Forschungsprojekt «Small Arms Survey» zusammengearbeitet. Er wurde nach dem russischen Gesetz als «ausländischer Agent» verhaftet. Es drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.

Das HD Centre begleitet zahlreiche Friedensdialoge oder -gespräche in verschiedenen Ländern. In Bezug auf die Ukraine hatte die Institution das Szenario eines Abkommens über ukrainische Getreideexporte und russische Düngemittel in die Wege geleitet, das von den Vereinten Nationen finalisiert wurde, um den Transport von Lebensmitteln, insbesondere nach Afrika, zu deblockieren. Ein Ansatz, der damals eine weltweite Nahrungsmittelkrise im ersten Jahr des Krieges verhindert hatte, so die Vereinten Nationen. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Keine Lust mehr auf das VBS? Auch Martin Pfister soll sich Wechsel überlegen
Im Zuge des Rücktritts von Guy Parmelin könnte es zu mehreren Rochaden im Bundesrat kommen: Nun liebäugelt nicht mehr nur Justizminister Beat Jans mit einem Departementswechsel, sondern auch sein VBS-Kollege Martin Pfister soll sich Gedanken machen.
Martin Pfister ist erst seit knapp eineinhalb Jahren im Amt als Verteidigungsminister. Doch im Zuge des Parmelin-Rücktritts soll er sich nun überlegen, einen Wechsel des Departements anzustreben. Das berichtet der CH-Media-Titel Schweiz heute. Laut einer Person aus dem Umfeld Pfisters soll sich der Zuger entsprechende Gedanken machen. Zudem legen Pfister mehrere Mitte-Politiker im Interesse der Partei eine Rochade nahe, wie diese anonym gegenüber dem Nachrichtenportal sagen.
Zur Story