Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zürcher Schlafzimmer-Räuber muss achteinhalb Jahre ins Gefängnis



Er überfiel Hausbewohner im Schlaf und raubte sie aus: Das Bezirksgericht Dietikon ZH hat einen heute 36-jährigen Schlafzimmer-Räuber zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Mit einer weiteren Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren, die er für ähnliche Taten in Holland kassierte, wandert er für achteinhalb Jahre ins Gefängnis.

Bezirksgericht Dietikon

Das Bezirksgericht von Dietikon.
Bild: wikimediacommons

Der Mann verübte im Spätsommer 2010 zwei dreiste Überfälle im Raum Zürich: In Geroldswil brach er mitten in der Nacht in das Haus eines betagten Ehepaares ein und überraschte die Opfer im Schlaf.

Mit einem Messer bewaffnet zwang er es, Schmuck und Bargeld im Wert von knapp 17'000 Franken herzugeben. Bevor er die Flucht antrat, fesselte er den 90-jährigen Mann und seine 81-jährige Frau aneinander. Der Frau verpasste er zudem mehrere Ohrfeigen und band ihr den Mund mit einem Stück Stoff zu. Die Opfer konnten sich aber relativ schnell befreien und die Polizei alarmieren.

An den Handgelenken gepackt

Nur zwei Wochen später schlug der Beschuldigte in Herrliberg zu, diesmal in Begleitung eines Komplizen. Die beiden brachen in die Villa einer 56-jährige Frau ein und überraschten auch sie im Schlaf. Die Männer packten sie an den Handgelenken, bedrohten sie mit einem Messer und verlangten den Tresor-Code.

Weil die Frau vor lauter Schreck die Codes nicht mehr wusste, drohten die Täter ihr damit, die 17-jährige Tochter nach Spanien zu entführen und zur Prostitution zu zwingen. Kurze Zeit später konnte sich die Frau wieder an die Codes erinnern, öffnete den Tresor und übergab den Räubern Schmuck und Geld im Wert von 111'000 Franken.

International tätiger Räuber

Am Mittwoch musste sich der grundsätzlich geständige Rumäne vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Schnell wurde klar, dass der Beschuldigte international tätig war. Allein in seiner Heimat ist der Familienvater sechsfach vorbestraft. Weitere Verurteilungen stammen aus Frankreich und den Niederlanden, wo er ebenfalls Menschen im Schlaf überraschte.

Der Zürcher Staatsanwalt verlangte am Mittwoch zu einer viereinhalbjährigen Freiheitsstrafe der holländischen Behörden eine Zusatzstrafe von noch einmal viereinhalb Jahren. Sein Anwalt plädierte für eine wesentlich mildere Sanktion von nur zwei Jahren, weil der Beschuldigte in einer Notlage gewesen sei. Die rumänische Mafia habe ihn wegen Spielschulden bedroht.

Das Gericht folgte jedoch weitgehend der Anklage: Es stufte das Vorgehen des ausgebildeten Sportlehrers als «unverfroren, dreist und planmässig» ein und verhängte eine Zusatzstrafe von vier Jahren. Insgesamt muss der Mann somit achteinhalb Jahre hinter Gitter. Eineinhalb Jahre hat er in Holland und in der Schweiz bereits abgesessen.

(sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eine Frau zu sein ist gefährlicher als...

7949 Frauen erlebten in der Schweiz im vergangenen Jahr häusliche Gewalt. Zum internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen nehmen wir diese Zahl unter die Lupe.

Wir schreiben das Jahr 2019 und noch immer werden jährlich tausende Frauen in der Schweiz Opfer von häuslicher Gewalt. Du denkst, wir übertreiben? Dann schau dir mal die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik an.

2019 wurden in der Schweiz in 365 Tagen ...

... Opfer durch häusliche Gewalt. Das sind ...

Oder ...

Beinahe jede Stunde wird also eine Frau Opfer von häuslicher Gewalt. Im Jahr 2019 wurden dabei insgesamt 19 Frauen getötet. Oder anders ausgedrückt:

Zusätzlich kam es in der Schweiz im …

Artikel lesen
Link zum Artikel