Die Kehrseite der hohen Temperaturen: «Droht ein weiterer katastrophaler Gletschersommer»
Es wird heiss – und das in der ganzen Schweiz. Während sich viele über die warmen Temperaturen freuen, ist die anstehende warme bis teilweise sogar heisse Wetterphase für die Schweizer Gletscher ein denkbar schlechter Start in den kommenden Sommer.
Denn die Schneemenge auf den Gletschern ist zu diesem Zeitpunkt des Jahres unterdurchschnittlich, wie Meteonews mit Verweis auf das Gletschermonitoring von Glamos schreibt. «Und das zumeist sehr deutlich», heisst es im Beitrag.
Zwar brachte das kühle und nasse Wetter im Mai etwas Entlastung mit sich, doch nun «schreitet die Schneeschmelze massiv voran.» Die aktuell geringe Schneemasse ist für die Gletscher ein Problem, denn diese würden vom winterlichen Schnee zehren.
Zudem habe sich gezeigt, dass selbst grosse Schneemengen im Frühling «bei Weitem nicht mehr ausreichen, um die Schmelze zumindest bis Mitte Sommer zu verzögern», schreibt der Wetterdienst und zieht das Fazit: «Der Gletscherschwund schreitet voran und beschleunigt sich sogar.»
Meteonews zeigt das anhand von einigen Grafiken auf, zum Beispiel am Säntis:
Aktuell liegt am Säntis noch 3,35 Meter Schnee. Die rote Linie auf der Grafik zeigt, wie die Schneemasse im vergleichsweise warmen April und Mai weggeschmolzen ist.
Zwar liegt die aktuelle Schneehöhe etwa im Bereich des Medians, aber «am Freitag steigt die Nullgradgrenze schon auf 3900 bis 4000 Metern an», schreibt Meteonews. Die Schneemasse dürfte damit schnell abnehmen.
Auch im Kanton Graubünden liegt zu wenig Schnee und beschleunigt damit die Gletscherschmelze. Der Wetterdienst zeigt das anhand des Weissfluhjochs bei Davos. Dort hat es zwar keinen Gletscher, es zeigt aber trotzdem auf, wie wenig Schnee im Kanton im Vergleich zum Median liegt.
Schlechte Vorzeichen
Eine weitere Grafik zeigt, dass die durchschnittliche Schneemasse auf den Gletschern rund 25 Prozent tiefer ist als im Langzeitvergleich:
Da verschiedene Langzeitprognosen einen warmen bis heissen Sommer prognostizieren, zieht Meteonews die Schlussfolgerung:
(ome)
