Versicherte wechseln trotz steigender Prämien seltener die Krankenkasse
Auch 2026 steigen die Krankenkassenprämien weiter: Für die Grundversicherung zahlen Versicherte im Schnitt 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg fällt zwar geringer aus als zuletzt, doch mit einer durchschnittlichen Monatsprämie von fast 400 Franken bleibt die Belastung für Schweizerinnen und Schweizer hoch.
Mit der Veröffentlichung der neuen Prämien im September rechnen Experten normalerweise mit vielen Kassenwechseln. Kündigungen für die Grundversicherung müssen bis Ende November erfolgen, damit ein Wechsel auf den Jahresbeginn möglich ist.
Trotz jährlicher Prämienanstiege von 4 bis fast 9 Prozent blieb die Wechselbereitschaft gering. Zwischen 2023 und 2025 wechselten jeweils weniger als 10 Prozent der rund 9 Millionen Versicherten die Krankenkasse. Auch auf dieses Jahr hin blieb der befürchtete Massenwechsel aus. Comparis schätzt die Wechselquote gegenüber Blick auf rund 8 Prozent, Deloitte auf 7 bis 10 Prozent – etwa auf dem Niveau der Vorjahre.
Kündigungsraten unterscheiden sich kantonal deutlich
Als Hauptgrund nennt Comparis-Gesundheitsexperte Felix Schneuwly «Blick» die kleiner gewordenen Prämienunterschiede. Zudem böten die grossen Anbieter CSS und Helsana schweizweit attraktive Tarife, was für über drei Millionen Versicherte den Anreiz zum Wechsel mindere.
Deutlich unterscheiden sich die Kündigungsraten jedoch kantonal. In Hochprämienregionen wird häufiger gewechselt, besonders wenn Versicherte zuvor nie die Kasse gewechselt haben. Die monatlichen Durchschnittsprämien reichen von rund 260 Franken im Kanton Zug bis zu etwa 500 Franken im Tessin. Auch nach Altersgruppen gibt es grosse Unterschiede, die Familien besonders belasten.
Zudem wollen viele Versicherte Grund- und Zusatzversicherung bei derselben Kasse behalten. Das hält sie laut Schneuwly auch dann von einem Wechsel ab, wenn andere Anbieter günstiger wären. (hkl)
