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«Eine Million Sterne» gegen die Armut in der Schweiz

«Eine Million Sterne» gegen die Armut in der Schweiz

09.12.2023, 19:4909.12.2023, 19:49

Mit der Aktion «Eine Million Sterne» hat Caritas am Samstag ein «leuchtendes Zeichen der Solidarität» für die über eine Million Menschen in der Schweiz gesetzt, die nicht genug zum Leben haben. An rund 100 Orten wurden Lichtermeere mit bis zu 2000 Kerzen entzündet.

Auf dem Bundesplatz in Bern wurden tausende Kerzen angezündet, wie Caritas Bern am Samstagabend mitteilte. Rund 800 Besuchende drückten laut der Organisation in Bern ihre Unterstützung für Armutsbetroffene aus. Mit den Veranstaltungen bei Anbruch der Dunkelheit wollte Caritas die oft unsichtbare Armut sichtbar machen.

Im Rahmen der Caritas-Aktion "1 Million Sterne" leuchten hunderte Kerzen auf den Bundesplatz, am Samstag, 15. Dezember 2018 in Bern. Mit der Aktion "Eine Million Sterne" will das H ...
Auch 2018 wurden tausende von Kerzen auf dem Bundesplatz aufgestellt. archivBild: KEYSTONE

Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) sind in der Schweiz 745'000 Menschen von Armut betroffen. Fast ebenso viele leben am Existenzminimum, was bedeutet, dass insgesamt rund 1'240'000 Menschen nicht genug Geld zum Leben haben. Ihr Einkommen ist deutlich niedriger als das der Gesamtbevölkerung. Familien mit drei oder mehr Kindern sind überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen.

«Die Folge von Armut ist oft soziale Isolation. Die Weihnachtszeit ist besonders schwierig, wenn das Geld für alles fehlt», wurde Christine Gerstner, Koordinatorin der Veranstaltungen für die regionalen Caritas-Verbände, in einer Mitteilung zitiert. «Mit dieser schweizweiten Aktion möchten wir den Menschen die Möglichkeit bieten, einen Moment innezuhalten und ihre Unterstützung für die Betroffenen zu zeigen», sagte sie weiter. (sda)

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Solidarität mit armen Menschen in der Schweiz
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Solidarität mit armen Menschen in der Schweiz
Freiwillige Helfer haben am Samstag im Rahmen der Caritas-Aktion «1 Million Sterne» Kerzen auf dem Bundesplatz in Bern platziert.
quelle: keystone / marcel bieri
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Ab wann gilt man in der Schweiz eigentlich als arm?
Video: srf
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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Schlaf
09.12.2023 20:24registriert Oktober 2019
Im 4. reichsten Land auf dem Planeten, haben 13,78% der Bevölkerung zu wenig Geld zum Leben haben.

Und die Politik und die Wirtschaft rufen einen Fachkräftemangel aus.
Beschämend!
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banda69
09.12.2023 21:11registriert Januar 2020
Und was tut eigentlich die selbsternannte "Partei des Volkes" für diese Menschen?

- Sozialleistungen kürzen
- Mindestlohn bekämpfen
- AHV senken
- Mieten erhöhen
- Steuern für sie Reichen und Abzocker senken
- Kitas bekämpfen
- KK verteuern
usw.
Swisscom top, Ems-Chemie Flop – so ernst nehmen Schweizer Firmen den Datenschutz\nDas Geld wird halt in Wichtigeres investiert. 🤷‍♂️

Nein, es ist nicht der Datenschutz. Und es sind auch ni ...
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Darkside
10.12.2023 04:50registriert April 2014
"Familien mit drei oder mehr Kindern sind überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen."
Ist vermutlich eine unpopuläre Meinung, aber man könnte sich ja auch vorher überlegen, ob man so viele Kinder finanzieren kann, nicht? Abgesehen davon, dass es in Zeiten von Umweltverschmutzung, Überbevölkerung und Ressourcenknappheit sowieso eine schlechte Idee ist, sich derart exzessiv zu vermehren.
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«Es gibt heute auf der Bühne Jokes, die an Schwulenwitze der 90er-Jahre erinnern»
Michael Elsener ist ein politischer Comedian, Léa Spirig leitet das Casinotheater Winterthur. Ein Gespräch über Queersein, Ängste, Humor als Überlebensstrategie und die Schweiz als Abstimmungs-Wohngemeinschaft.
Wer sind eure Vorbilder? Spoiler: 80 Prozent würden jetzt mit «mein Grosi» oder «mein Grossvater» antworten.
Michael Elsener: Danke für den Hinweis. Dann sage ich gern: mein italienisch-stämmiger Grossvater. Meine Offenheit und meine Liebe zu den Menschen habe ich von ihm. Wir besuchten ihn oft sonntags nach der Kirche und mussten immer auf ihn warten. Von der Kirche bis zu seinem Haus waren es nur etwa 250 Meter. Aber er brauchte dafür mindestens 45 Minuten. Auf der Strasse oder über den Gartenzaun: Er hielt mit allen einen Schwatz. «Ciao!», «Wie geht's?», «Wirklich? Erzähl mir mehr!» Er kam mit allen auf sehr leichte Art ins Gespräch, egal, welche Gesinnung, welche Grundhaltung sie hatten. Das hat mir schon als Kind sehr gefallen.
Léa Spirig: Bei mir sind es die Frauen in meiner Familie. Meine Grossmutter, die eine sehr warmherzige und zugleich dominante Frau war. Meine Mutter, aber auch meine Gotte, die mit ihrer Partnerin im gleichen Haus lebte wie wir. Meine Eltern waren heterosexuell, meine Gotte lesbisch, und dann gab es noch etwas, das irgendwie beides beinhaltete, das habe ich relativ früh mitgekriegt, das war selbstverständlich. Und ich komme aus einer musikalischen und politisch interessierten Familie, ich wusste schon immer, dass ich mich in meinem Leben mit Kultur umgeben will. Ich kann gar nicht anders. Egal ob früher als Schauspielschülerin, dann als Journalistin und jetzt als Theaterdirektorin.
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