Schweiz
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Flughafen Zürich will Drohnen grounden – doch das ist nicht so einfach

Aus Sicherheitsgründen fordert der Flughafen Zürich ein Drohnen-Verbot. Die Behörden nehmen der Forderung allerdings den Wind aus den Segeln. Sie sehen die Situation weniger dramatisch.

Benjamin Weinmann / CH Media



Einst Militärinstrument, heute Spielzeug: Drohnen sind zur Massenware geworden. Ihr Verkauf beschert Händlern wie Galaxus und Co. grosse Umsätze. Doch dem Flughafen Zürich sind sie ein Dorn im Auge, insbesondere jene, die nahe des Rollfelds in die Luft steigen, um spektakuläre Bilder aufzunehmen. In seinem neusten «Politikbrief», einem Lobbying-Magazin, fordert der Flughafen einen «raschen Schutz von kritischen Infrastrukturen».

THEMENBILD ZUR MITTEILUNG DER MEDIENKOMMISSION FUER VERKEHR UND FERNMELDEWESEN (KVF-S) ZUM UMGANG MIT DROHNEN --- Eine DJI Inspire Drohne, aufgenommen wahrend des Praxisteils eines Drohnenkurses des Schweizerischen Verbands Zivilier Drohnen (SVZD) am 17. Mai 2017 in Lindau, Kanton Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Der Flughafen Zürich bemängelt, dass griffige Gesetze für den Einsatz von Drohnen fehlen. Bild: KEYSTONE

Zwar gebe es eine wichtige, vom Bund angestossene Langfristlösung, welche auf dem Ansatz der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) basiere, heisst es im Artikel. Doch das reicht den Zürchern nicht. Daneben brauche es eine schnellere Lösung zum Schutz von Landesflughäfen.

Heisst konkret: Der Flughafen will die surrenden Mini-Flugobjekte grounden, aus Angst vor Zwischenfällen mit Flugzeugen. Im, über und in unmittelbarer Nähe zum abgezäunten Sicherheitsbereich der Landesflughäfen gehörten Drohnen verboten. Dies sei, aus Flughafensicht, das Minimalziel einer gesetzlichen Lösung.

Ausnahmen sollen demnach nur möglich sein, sofern die Drohnen-Benutzer eine ausdrückliche Bewilligung des Flughafens oder der Flugsicherung erhalten haben. Ausserdem, so schreibt der Flughafen, brauche es weitere Massnahmen, wie zum Beispiel die Ausbildung und Registrierung von Piloten und Drohnen, Sensibilisierungskampagnen und «Methoden zur Detektion und Abwehr».

Technologie schneller als Gesetze

Fakt ist, dass es schon heute eine Bewilligung braucht, um mit Drohnen über 500 Gramm in einem Radius von fünf Kilometern nahe eines Schweizer Flughafens zu fliegen. Dennoch gebe es heute kaum griffige Gesetze, sagt eine Sprecherin des Flughafens Zürich. Das Hauptproblem liege darin, dass die Technologie der Gesetzgebung voraus ist.

So ist es kein Zufall, dass sich die aktuelle Regelung vor allem auf schwere Drohnen konzentriert. Sie sind nicht nur vom Gewicht am ehesten eine Gefahr für den Flugbetrieb. Sie waren in der Vergangenheit auch am ehesten dafür ausgerüstet, hochauflösende Bilder zu schiessen. Doch inzwischen sind auch kleinere und leichtere Drohnen dank modernsten Kameras in der Luft unterwegs. Diese sind dem Flughafen Zürich ebenfalls ein Dorn im Auge.

Der Bund relativiert

Die Behörden nehmen der Forderung des Flughafens für ein striktes Drohnen-Verbot allerdings den Wind aus den Segeln. Sie sehen die Situation weniger dramatisch: «Die Regelungen sind schon heute klar», sagt ein Sprecher der Flugsicherungsbehörde Skyguide. Die Anzahl Zwischenfälle mit Drohnen würde sich an den Flughäfen Genf und Zürich an einer Hand abzählen lassen. Nichtsdestotrotz sei jeder Zwischenfall einer zu viel.

Diese selbst-steuernde Drohne lernt durch Algorithmen

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Video: srf

Beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) wird ein striktes Verbot ebenfalls nicht als besonders dringlich erachtet – auch wenn die Anzahl Drohnen-Meldungen in den vergangenen Jahren in der Schweiz gestiegen ist. Im letzten Jahr waren es 85 Rapporte. Die Steigerung hängt aber auch mit dem obligatorischen Meldewesen zusammen, das seit 2016 gilt. Und zuletzt seien die Zahlen eher rückläufig gewesen.

Pionierrolle in Europa

Das Bazl verweist zudem auf das bevorstehende Projekt «U-Space». Zusammen mit der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA sollen die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Drohnen festgelegt werden. Das Ziel: ein umfassendes LuftverkehrsManagementsystem für unbemannte Fluggeräte. Die Schweiz nimmt dabei eine Pionierrolle ein und führt «U-Space» als erstes Land in Europa im Laufe des nächsten Jahres ein. (aargauerzeitung.ch)

110 Drohnen bilden ein Himmel-Spektakel

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Supermonkey 30.10.2018 10:02
    Highlight Highlight In zb thailand muss sich jeder drohnenpilot einer prüfung und einer registrierung unterziehen. Das einzig wahre... Dass dieses land ins voraus ist verstehe idh Nicht ganz. Dass wenig passiert ist das eine, jedoch sehe ich sehr oft wie leute ihre drohnen in zone steigen lassen in denen es verboten ist. Zb letzhin auf dem furkapass während R8 aktiv war. Wer dort fliegt und nichtmal weiss was R8 ist sollte echt die finger von den dingern lassen... Ohne jegliche grundkentNisse leute so che dingern fliegen zulassen ist vom gesetzgeber fahrlässig.
    • Supermonkey 31.10.2018 20:30
      Highlight Highlight Naturlich habe ich mit ihm geredet. Er war sich nicht einmal bewusst dass er die Drohne nur mit Sichtkontakt fliegen darf. Man könnte mit jedem einzelnen Drohnenpilot reden gehen. Aber es ist die Politik bzw des BAZL welche endlich aktiv werden sollten. http://D
  • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 30.10.2018 08:03
    Highlight Highlight
    Play Icon


  • mrmikech 30.10.2018 05:40

Keine Spur von Flugscham: Mehr Passagiere am Flughafen Zürich

Trotz Greta und Klimabewegung: Der Flughafen Zürich hat im ersten Halbjahr 2019 mehr Umsatz erzielt. Vor allem die Beiträge aus dem internationalen Geschäft und ein höherer Kommerzumsatz waren für den Anstieg verantwortlich.

Konkret stieg der Umsatz im ersten Semester um 8.8 Prozent auf 588.0 Millionen Franken, wobei das Fluggeschäft im Einklang mit der Passagierentwicklung um 2.1 Prozent auf 315.4 Millionen zulegte. Dabei erhöhte sich die Anzahl der Lokalpassagiere um 1.1%

Stärker erhöhten …

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