
Einblick in das neue News- und Sportcenter (NSC) des SRF. Bild: keystone
Die Sparmassnahmen bei der SRG nehmen Form an. Auch der Service Public wird betroffen sein. Aufgrund des Spardrucks wird etwa die «Tagesschau» am Mittag wegfallen und durch einen Newsflash ersetzt. Dazu kommt ein beträchtlicher Stellenabbau.
23.09.2024, 14:1623.09.2024, 17:45
Was ist passiert?
Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) baut in den kommenden Monaten unternehmensweit rund 75 Vollzeitstellen ab. 34 davon sind in der Produktion, wie SRF-Direktorin Nathalie Wappler am Montag vor den Medien sagte. Von den 75 Vollzeitstellen, die gestrichen werden, ist etwa ein Drittel über Kündigungen geplant. Der Rest soll laut Wappler über Frühpensionierungen und natürliche Fluktuationen abgebaut werden.

SRF-Direktorin Nathalie Wappler.Bild: keystone
Nach dem nun erfolgten Abschluss des Konsultationsverfahrens startet bei SRF die Umsetzung der Personalmassnahmen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Rund 10 Prozent der 75 Vollzeitstellen sollen laut Mitteilung im Kader abgebaut werden. Bei dem Stellenabbau handelt es sich um eine Massnahme des bereits früher angekündigten Unternehmensprojekts «SRF 4.0».
Der Abbau sei schmerzhaft, aber «rote Zahlen sind für uns keine Option», sagte die SRF-Direktorin. Die Gründe für den Abbau seien rückläufige kommerzielle Einnahmen sowie die Teuerung.
Welche Sendungen sind betroffen?
- Ab Sommer 2025 werden die «Tagesschau»-Ausgaben am Mittag und um 18 Uhr durch moderierte Newsflashes ersetzt; am Wochenende entfällt die Mittagsausgabe.
- Die Sendungen «Club» und «Gesichter & Geschichten» pausieren neu im Sommer – analog zu den Magazinen und anderen Talk-Sendungen.
- Die senderspezifischen Newsbulletins bei Radio SRF Virus entfallen und werden durch die regulären Nachrichten von Radio SRF ersetzt.
- Das Angebot der Regionaljournale am Wochenende wird punktuell reduziert. Ausnahmen sind Wahl- und Abstimmungssonntage.
- An den Regionalstandorten werden die Regionalredaktionen Audio/Digital mit den TV-Korrespondentenstellen zusammengelegt.
- Auf Drittplattformen fokussiert SRF künftig für das junge Publikum auf die Marken «SRF Impact», «Bounce» und «Studio 404». Im Gegenzug verzichtet SRF auf die Kanäle «SRF Mood» und «We, Myself & Why» sowie auf die Formate «Das VARs», «Deep Dating», «Hypegenossen», «Pasta del Amore», «In Progress» und «Helvetia».
- Zusätzliche Einsparungen ergeben sich durch die Verlagerung von weiteren Sendungen ins News- und Sportcenter (NSC). Dazu gehören «Rundschau», «Kassensturz» und «Gesichter und Geschichten».

Wird es künftig weniger oft geben: Die SRF-Tagesschau.Bild: screenshot srf
Sind weitere Massnahmen geplant?
Neben dem Stellenabbau hat die Geschäftsleitung von SRF organisatorische Anpassungen in den Informationsabteilungen beschlossen, um mehr Synergien zwischen Audio, Video und Digital nutzen zu können. Die bisher getrennten Chefredaktionen Video und Audio/Digital sollen zu einer multimedialen Chefredaktion zusammengelegt werden.
Mit «SRF 4.0» will sich das Medienhaus für zukünftige Herausforderungen rüsten. Neben der finanziellen Stabilisierung soll damit auch die digitale Transformation vorangetrieben werden. So soll beispielsweise die SRF News-App als Hauptnachrichtenkanal gestärkt werden.
Ab 2026 sind weitere organisatorische und personelle Massnahmen geplant, darunter eine Verkleinerung der Geschäftsleitung. Bereits jetzt nicht mehr wiederbesetzt werden soll die Stelle Abteilungsleitung Kultur. Diese ist vakant, seit Susanne Wille zur SRG-Generaldirektorin gewählt wurde.

Susanne Wille ist neue Generaldirektorin der SRG.Bild: keystone
Was sind die Reaktionen?
Die Mediengewerkschaft SSM hat sich am Montag in einer Mitteilung «schockiert» gezeigt über den geplanten Stellenabbau bei SRF. Sie warnt vor dem Verlust an Vielfalt und Qualität sowie vor den Folgen für die Mitarbeitenden. Besonders schmerzlich sei das Sparprogramm für die Informationsangebote der «Tagesschau» sowie in den Regionen.
(dab/cma/rbu/sda)
Das könnte dich auch noch interessieren:
Der Paketdienst DPD stellt in der Schweiz jedes zehnte Paket zu. Nun will er kleine Firmen für sich gewinnen. Dazu lanciert er eine neue Onlineplattform.
Mehr als jedes zehnte Paket in der Schweiz wird von DPD geliefert. Während das Volumen im hiesigen Paketmarkt seit dem Ende der Coronapandemie wieder rückläufig ist und die Marktführerin Post im Jahr 2024 mit 180 Millionen gut 3 Prozent weniger Pakete transportierte, schreibt DPD nun einen neuen Rekord. Im vergangenen Jahr erzielte DPD mit 24,8 Millionen zugestellten Paketen hierzulande einen neuen Rekord.