Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) baut in den kommenden Monaten unternehmensweit rund 75 Vollzeitstellen ab. 34 davon sind in der Produktion, wie SRF-Direktorin Nathalie Wappler am Montag vor den Medien sagte. Von den 75 Vollzeitstellen, die gestrichen werden, ist etwa ein Drittel über Kündigungen geplant. Der Rest soll laut Wappler über Frühpensionierungen und natürliche Fluktuationen abgebaut werden.
Nach dem nun erfolgten Abschluss des Konsultationsverfahrens startet bei SRF die Umsetzung der Personalmassnahmen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Rund 10 Prozent der 75 Vollzeitstellen sollen laut Mitteilung im Kader abgebaut werden. Bei dem Stellenabbau handelt es sich um eine Massnahme des bereits früher angekündigten Unternehmensprojekts «SRF 4.0».
Der Abbau sei schmerzhaft, aber «rote Zahlen sind für uns keine Option», sagte die SRF-Direktorin. Die Gründe für den Abbau seien rückläufige kommerzielle Einnahmen sowie die Teuerung.
Neben dem Stellenabbau hat die Geschäftsleitung von SRF organisatorische Anpassungen in den Informationsabteilungen beschlossen, um mehr Synergien zwischen Audio, Video und Digital nutzen zu können. Die bisher getrennten Chefredaktionen Video und Audio/Digital sollen zu einer multimedialen Chefredaktion zusammengelegt werden.
Mit «SRF 4.0» will sich das Medienhaus für zukünftige Herausforderungen rüsten. Neben der finanziellen Stabilisierung soll damit auch die digitale Transformation vorangetrieben werden. So soll beispielsweise die SRF News-App als Hauptnachrichtenkanal gestärkt werden.
Ab 2026 sind weitere organisatorische und personelle Massnahmen geplant, darunter eine Verkleinerung der Geschäftsleitung. Bereits jetzt nicht mehr wiederbesetzt werden soll die Stelle Abteilungsleitung Kultur. Diese ist vakant, seit Susanne Wille zur SRG-Generaldirektorin gewählt wurde.
Die Mediengewerkschaft SSM hat sich am Montag in einer Mitteilung «schockiert» gezeigt über den geplanten Stellenabbau bei SRF. Sie warnt vor dem Verlust an Vielfalt und Qualität sowie vor den Folgen für die Mitarbeitenden. Besonders schmerzlich sei das Sparprogramm für die Informationsangebote der «Tagesschau» sowie in den Regionen.
(dab/cma/rbu/sda)