DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Eine Natelantenne in der Stadt Zuerich, aufgenommen im Juni 2001. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Mobilfunk-Antenne (hier in Zürich): Gut 6000 von 15'000 Standorten schöpfen heute den Grenzwert aus. Bild: KEYSTONE

Besseres Netz

Mehr Strahlen für mehr Daten: Der Bundesrat will die Grenzwerte der Mobilfunk-Antennen erhöhen

Die Zunahme des Datenverkehrs belastet das Schweizer Mobilfunknetz. Die Landesregierung kann sich deshalb vorstellen, die Strahlenschutz-Grenzwerte zu erhöhen.



Der Bundesrat hat heute bekannt gegeben, dass er eine Anpassung der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung in Betracht zieht. Damit könnte nämlich die Kapazität der einzelnen Sendeanlagen gesteigert werden. 

Dies schreiben das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) und weitere Bundesämter in einem Bericht. Im Bericht werden verschiedene Möglichkeiten zur Lockerung der Anlagengrenzwerte aufgelistet. Im schlimmsten Fall würde die Strahlenbelastung im Einflussbereich einer Anlage um den Faktor 3,5 steigen.

Hast du Angst vor Mobilfunk-Strahlung?

Zehnmal weniger Strahlen als in Deutschland und Österreich

Den Anstoss zum Bericht hatten zwei Vorstösse aus dem Parlament gegeben. Einer davon, eingereicht von der FDP-Fraktion, forderte die Überprüfung der Strahlenschutz-Grenzwerte. Die Grenzwerte in der Schweiz seien rund zehnmal tiefer als beispielsweise in Deutschland oder Österreich.

Dies bestätigen auch die Autoren des Berichts. Die hierzulande geltenden Grenzwerte aus dem Jahr 1999 führten dazu, dass von den total rund 15'000 Standorten mehr als 6000 die Grenzwerte ausschöpften.

Opposition ist programmiert

Gemäss dem Bericht ist bisher nur ein für den Menschen schädlicher Effekt von Mobilfunkstrahlung zweifelsfrei nachgewiesen worden: Die Erwärmung des Körpergewebes. Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko gebe es keine, heisst es mit Verweis auf Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation.

Trotzdem polarisiert der Aufbau der Mobilfunknetze nach wie vor. Die Experten des Bundes rechnen deshalb «mit Opposition von Teilen der Bevölkerung». Gemäss einer Erhebung des Bundesamts für Statistik schätzt mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Strahlung von Mobilfunkantennen als gefährlich oder eher gefährlich ein.

Damit sich die Bevölkerung «rational» mit der Thematik auseinandersetzen könne, brauche es Daten über die Strahlenbelastung, heisst es im Bericht. «Solche fehlen bislang in der Schweiz.» Ein Monitoring zur Mobilfunkstrahlung solle deshalb rasch an die Hand genommen werden.

(egg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Ein schwarzer Sonntag für kommende Generationen» – die Reaktionen auf das CO2-Nein

Am Sonntag wurde das CO2-Gesetz von der Schweizer Stimmbevölkerung bachab geschickt. Das löste Jubel auf der einen Seite und Ratlosigkeit auf der anderen Seite aus. Die Reaktionen von Medien, Politik und weiteren im Überblick.

Der «Tages-Anzeiger» warnt in seinem Kommentar nach dem Absturz der Klimavorlage vor ernsten Konsequenzen. Der Bundesrat und mit ihm alle Klimaschützer im Land stünden nach dem Volksnein zum CO2-Gesetz vor einem Scherbenhaufen.

Für den Chefredaktor der Blick-Gruppe, Christian Dorer, sind die Menschen für Umweltschutz, solange es nichts kostet und sie nicht einschränkt. So kommentiert er unter dem Titel «Klima retten - bitte ohne mich!» das Nein zum CO2-Gesetz.

Die Redaktion des CH-Media-Verlags …

Artikel lesen
Link zum Artikel