Genf hebt Grenzsperren und Verkehrsbeschränkungen auf
Der Strassenverkehr in Genf wird am Donnerstag weitgehend zum Normalbetrieb zurückkehren. Die 25 Grenzübergänge, die wegen des G7-Gipfels im französischen Évian geschlossen worden waren, werden um 06.00 Uhr wieder geöffnet. Auch die Genfer Umfahrungsautobahn wird in der Nacht auf Donnerstag freigegeben.
«Wir können nun schneller zur Normalität zurückkehren», sagte die für Sicherheit zuständige Staatsrätin Carole-Anne Kast am Mittwoch vor den Medien. Da die ausländischen Delegationen am Nachmittag über den Flughafen Genf abreisen, könne das seit vergangener Woche aufgebaute Sicherheitsdispositiv früher als geplant aufgehoben werden, um den Verkehr zu entlasten.
Die ursprünglich bis in die Nacht auf Freitag vorgesehenen Grenzschliessungen enden damit vorzeitig. Gleichzeitig werden die verschärften Kontrollen aufgehoben. Für Reisende nach Frankreich waren die Zollstellen Chancy 1, Monniaz und Landecy bereits am Mittwoch wieder ohne Sonderbewilligung passierbar.
Auswirkungen auf Bevölkerung
Die Umfahrungsautobahn, die seit Montag in Fahrtrichtung Frankreich gesperrt war, wird wie vorgesehen am Donnerstag um 00.01 Uhr wieder geöffnet. Auch die Genfer Verkehrsbetriebe (TPG), die während des Gipfels nach Ferienfahrplan verkehrten, nehmen ihren regulären Betrieb wieder auf. «Uns ist bewusst, dass die Sicherheitsmassnahmen Auswirkungen auf die Bevölkerung hatten», sagte Kast weiter.
Der Kanton Genf hatte Homeoffice empfohlen. Dennoch führten die Einschränkungen zu Verkehrsstaus in mehreren Teilen des Kantons, worauf die TPG ihr Angebot zusätzlich reduzierten. Die Regierung kündigte eine Auswertung der Massnahmen und ihrer Auswirkungen auf die grenzüberschreitende Mobilität an.
Dies sei auch mit Blick auf die geplante Sanierung der Umfahrungsautobahn von Bedeutung, sagte Staatsrat Pierre Maudet. Die Erkenntnisse könnten zudem in die kantonale Abstimmung im September über einen Kredit für grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte einfliessen.
Ende der Polizeiverstärkung
Mit dem Ende des Gipfels ziehen sich die zusätzlichen Polizeikräfte des Bundes schrittweise zurück. Für eine abschliessende Bilanz der Sicherheitsoperation, insbesondere des Polizeieinsatzes rund um die Demonstration vom Sonntag, sei es aber noch zu früh, sagte Kast. Sie verteidigte das Vorgehen der Behörden als verhältnismässig.
Zudem beantragt die Genfer Regierung einen Zusatzkredit von einer Million Franken für Geschäfte, die durch mögliche Ausschreitungen im Zusammenhang mit dem Gipfel Schäden erlitten haben. Eine Beschwerde gegen die Einschränkung der G7-Demonstration auf das rechte Seeufer wies das Genfer Justizgericht ab. (hkl/sda)
