Schweiz
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Machtwechsel in der Berner Regierung – SVP-Mann Schnegg neuer Regierungsrat



Machtwechsel in der Berner Regierung: Mit der Wahl von Pierre Alain Schnegg (SVP) stellen die Bürgerlichen nach zehn Jahren wieder die Mehrheit im Regierungsrat. Schnegg gewann die Stichwahl gegen den SP-Konkurrenten Roberto Bernasconi.

Schnegg kam auf 111'657 Stimmen, Bernasconi auf 107'755 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 30,4 Prozent. Mit der Wahl Schneggs hat für die Berner Bürgerlichen ein politischer Albtraum ein Ende.

Die Kandidaten fuer die Regierungsrat Ersatzwahlen des Kantons Bern, Roberto Bernasconi, SP, links, und Pierre Alain Schnegg, SVP, harren der Resultate, am Sonntag, 28. Februar 2016 in Bern. Die beiden werden sich am 3. April im zweiten Wahlgang um den garantierten Jurasitz in der Berner Regierung gegenueberstehen. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Die Kandidaten Bernasconi (Verlierer) und Schnegg (Gewinner).
Bild: KEYSTONE

Nach jahrzehntelanger Dominanz verloren sie 2006 die Mehrheit in der Kantonsregierung. Seither hatte Rotgrün die Regierungsmehrheit in zwei Gesamterneuerungswahlen hartnäckig verteidigt, obwohl das Volk stets ein bürgerliches Parlament wählte. Nun ist Schluss mit dieser «Cohabitation».

Als im letzten Sommer gleich zwei SP-Regierungsräte ihren Rücktritt ankündigten, witterten die Bürgerlichen Morgenluft. Die SVP nahm bei der Operation Machtwechsel das Heft in die Hand. Doch der erste Wahlgang fiel für die Bürgerlichen ernüchternd aus.

Gewählt wurde nicht einer der Ihrigen, sondern der Berner Oberländer SP-Mann Christoph Ammann. Rotgrün hatte also einen ersten Matchball abgewehrt. In der Stichwahl vom Sonntag nun ging die Rechnung der Bürgerlichen auf.

Im zweiten Wahlgang ging es darum, den verfassungsmässig garantierten Sitz des Berner Juras in der Regierung zu besetzen. Demnach standen sich zwei französischsprachige Kandidaten aus dieser Region gegenüber: der Wirtschaftsberater Pierre Alain Schnegg (SVP) und der Schulleiter Roberto Bernasconi (SP).

Zünglein an der Waage

Die Ausgangslage war offen, mit leichtem Vorteil für Schnegg. Dieser lag im ersten Wahlgang im Verwaltungskreis Berner Jura rund 700 Stimmen vor Bernasconi. Im Gesamtkanton kam Schnegg auf rund 2100 Stimmen mehr als Bernasconi.

Der Jura-Sitz in der Berner Regierung wird nach einer besonderen Formel vergeben. Eine Stimme aus dem Berner Jura zählt dabei 20-mal so viel wie jede andere. Der kleine Wahlkreis spielt im grossen Machtpoker also das Zünglein an der Waage.

Dementsprechend war das Rennen am Sonntag kurz nach 13 Uhr schon praktisch gelaufen, als das Resultat aus dem Berner Jura bekannt wurde. Dort hatte Schnegg seinen Vorsprung auf Bernasconi vergrössert und lag nun 1800 Stimmen voraus. Die linken Städte Bern und Biel konnten Bernasconis Niederlage nicht mehr abwenden.

Kaum Rochaden bei Direktionen

Schnegg wird voraussichtlich die Gesundheits- und Fürsorgedirektion seines Vorgängers Philippe Perrenoud übernehmen. Amman dürfte die Nachfolge von Andreas Rickenbacher als Volkswirtschaftsdirektor antreten. Grössere Direktionsrochaden sind eher nicht zu erwarten, zumal 2018 bereits wieder Gesamterneuerungswahlen anstehen. (sda)

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • giguu 04.04.2016 06:31
    Highlight Highlight oje, wenn ich gewusst hätte, dass der im bruderverein ist... der bruderverein ist eine art mafia. wir haben bei meinem ex arbeitgeber mal einen angestellt, damit wir solche kunden auch beliefern können. jedoch hat der dann auch unsere lieferanten torpediert und wollte nur noch solche, die auch in seinem verein sind. unglaublich, wie viele "brüder" es gibt!
  • Mehmed 03.04.2016 23:37
    Highlight Highlight da wird fast die ganze schweiz bürgerlich regiert, und wir haben massig schulden, massig ausländer, massig tiefe renten? sind sicher die linken schuld, muahhaha.
  • dintaifung 03.04.2016 20:34
    Highlight Highlight was bitte ist an der svp bürgerlich? rechtspopulistisch ja, aber sicher nicht bürgerlich.
  • kaderschaufel 03.04.2016 17:00
    Highlight Highlight Oh Mist, ich habe die Wahl verpasst und hätte Bernasconi gewählt. Naja, selber schuld.
  • Einstein56 03.04.2016 16:17
    Highlight Highlight Die Grünen und Linken sind in der Regel noch viel konservativer und fortschrittsfeindlicher als die bösen Bürgerlichen sind. Sie sind schlicht und bewegend innovationsresistent.
    • Lowend 03.04.2016 17:25
      Highlight Highlight Der Witz ist gut!
    • Sunking_Randy_XIV. 03.04.2016 19:11
      Highlight Highlight Der Witz ist wirklich gut, da Schnegg Mitglied des Brüdervereins ist, also quasi den Rückschritt verkörpert.
    • FrancoL 03.04.2016 20:00
      Highlight Highlight Einstein? Der hat doch seine Thesen belegt. Genügt ein 56 nach Einstein um etwas ohne grosse Begründung daher zu plappern?
    Weitere Antworten anzeigen
  • knight 03.04.2016 15:11
    Highlight Highlight super, jetzt haben wir jemanden in der regierung welcher in einer sekte ist, welche ihren kindern (moderne)musik und kartenspiele verbietet. ich hoffe er übernimmt das bildungsdepartement.
    ironie off...
    • alessandro 03.04.2016 16:34
      Highlight Highlight der typ ist echt fürchterlich.
    • Gustav.s 03.04.2016 17:44
      Highlight Highlight Pierre Alain Schnegg ist wohl gemeint. Er ist Mitglied des Brüdervereins (Gfc).
      Frage mich gerade wieso er nicht in der EVP, CVP oder etwas anderm bei dem man die religiöse Ausrichtung gleich am Namen sieht?
    • Einstein56 03.04.2016 18:44
      Highlight Highlight Dann haben wir ganz viele Sektierer in der Politik. Grüne und SP-ler grenzen gern jene aus, die nicht gleich denken wie sie. Eines der Merkmale einer Sekte. Aber auch das hört man links der Mitte wohl nicht gerne.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bärner Gieu 03.04.2016 14:07
    Highlight Highlight Bravo, endlich können wir wieder vernünftige bürgerliche Politik für das Volk machen.! Als erstes müssen die hohen Steuern runter!
    • Darkside 03.04.2016 14:24
      Highlight Highlight Damit ihr noch mehr aus dem NFA abgreifen könnt? Sehr vernünftig...
    • Lowend 03.04.2016 14:41
      Highlight Highlight Die hohen Steuern sind das Ergebnis der letzten bürgerlichen Mehrheit im Kanton Bern und rühren noch immer von den Milliardenverlusten aus dem Kantonalbank Debakel. Leider vergas das Volk, welche Mehrheiten unseren Kanton vor Jahrzehnten zugrunde richteten und darum herzlichen Dank an die scheidende Rot-Grüne Regierung, welche dieses finanzielle Desaster, dass die SVP/FDP anrichtete, wieder repariert hat, so dass die Bürgerlichen und die SVP den Kanton wieder zugrunderichten können.
      http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Berns-Auferstehung-aus-den-Truemmern-alter-Groesse/story/25973658
    • Yolo 03.04.2016 15:18
      Highlight Highlight er sagte ja, vernünftige bürgerliche Politik... auf den Inhalt kommt es ja bekanntlich nicht an...
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