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Schweiz
SVP

Ueli Maurer steht ihnen kritisch gegenüber: Medien zollen ihm Respekt

Obwohl er ihnen kritisch gegenübersteht: Schweizer Medien zollen Ueli Maurer Respekt

01.10.2022, 07:2501.10.2022, 12:24

Mit dem Rücktritt von Bundesrat Ueli Maurer geht einer der erfolgreichsten Schweizer Politiker von Bord. Während der Pressekonferenz vom Freitag konnte er sich einen Seitenhieb gegen die Medien nicht verkneifen: «Die Auswahl der Medien. Das ist einfach nicht meine Welt, in der ich lebe. Da stell ich fest, dass ich alt geworden bin – oder sie links.»

Die Medien hingegen geben noch-Bundesrat Maurer gute Noten für seine Amtszeit. Er sei im Lauf seiner 14 Jahre im Bundesrat zum Staatsmann gereift, so der Tenor in den Kommentaren der Schweizer Medien. Die Presseschau:

«Neue Zürcher Zeitung»

Ueli Maurer habe 44 Jahre für die Schweiz gearbeitet. Einfach sei es mit ihm nicht immer gewesen. Doch das Land habe ihm viel zu verdanken, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung». Mit ihm gehe einer der überzeugendsten Vertreter der Schweiz.

Maurer habe Christoph Blochers eisernen Kurs mitgetragen. Gemeinsam hätten Blocher, Maurer und andere harte Zürcher die SVP zu dem gemacht, was sie heute sei: die stärkste politische Kraft der Schweiz. Eine Rechtspartei, die auch im internationalen Vergleich ziemlich weit rechts stehe.

ARCHIV -- Alt Bundesrat Christoph Blocher, rechts, spricht an der Seite von Nationalrat Ueli Maurer, an einer Medienkonferenz nach der SVP-Fraktionssitzung, am Donnerstag, 27. November 2008 in Niederb ...
Ueli Maurer und Christoph Blocher – zwei eiserne Vertreter der Zürcher SVP.Bild: keystone

«Blick»

Maurer habe geschafft, was Blocher misslang, schreibt der «Blick». Er wechselte wie auf Knopfdruck vom Modus des Parteichefs in den des Bundesrates. Von einem Tag auf den anderen zeigte er sich plötzlich zurückhaltend – und blieb sich doch auf bemerkenswerte Weise treu. Manchem werde er noch fehlen.

«Tages-Anzeiger»

Maurer gehe, wie er regiert habe – mäandernd zwischen den Rollen als Staatsmann und Oppositioneller, kommentieren die Tamedia-Zeitungen den Rücktritt. Auch gegenüber seiner eignen Partei sei Maurer hier und da unberechenbar geblieben. Sachpolitisch habe er häufig unabhängig und eigenwillig agiert.

Mit seiner Demission per Ende Jahr mache Maurer seiner Partei ein letztes Geschenk: Ein Jahr vor den nationalen Wahlen erhalte sie die Gelegenheit für ein Schaulaufen ihres Spitzenpersonals. Der Anspruch auf zwei Bundesratssitze sei unbestritten. Albert Rösti und Natalie Rickli seien mehrheitsfähige Topkandidaten.

«Südostschweiz»

Auf die bündnerische SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher fokussierte der Kommentator in der «Südostschweiz». An ihr komme in Bundesbern in der eigenen Partei niemand vorbei. Sie setze die Themen, sie bestimme die Marschrichtung - und sie blase den Marsch. Sollte sie jetzt nicht antreten, bliebe ihr bei einem allfälligen Rücktritt von SVP-Bundesrat Guy Parmelin eine zweite Chance.

«Schweiz am Wochenende»

Maurer sei in all den Jahren er selber geblieben, kommentiert die «Schweiz am Wochenende» den Rücktritt. Er habe sich nicht vom System vereinnahmen lassen. Der widerspenstige Bauernsohn mit KV-Lehrabschluss sei ein Aussenseiter im Bundesrat, doch er habe nicht an dieser Rolle gelitten - im Gegenteil. Er suchte sie und blühte darin auf.

Bundesrat Ueli Maurer spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber seinen Ruecktritt aus dem Bundesrat, am Freitag, 30. September 2022 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Er will wieder der «alte Ueli» sein: Maurer verkündete am Freitag seinen Rücktritt auf Ende Jahr.Bild: keystone

«Le Temps»

Die Westschweizer Medien kommentieren den Rücktritt Maurers wohlwollend. Sie loben sein langes Wirken in der Landesregierung – im Gegensatz zur Amtszeit Blochers. Maurer habe oft die Grenzen der Konkordanz gestreift, jedoch anders als Blocher stets den Respekt vor den Institutionen bewahrt, schreibt die Tageszeitung «Le Temps».

«24 Heures»

In einer Zeit, da der Bundesrat dabei sei, die zahlreichen Krisen zu meistern, werde Maurer mit seiner Tatkraft fehlen. Das gelte vor allem für das Finanzdepartement, dem der SVP-Bundesrat vorsteht, schreibt «24 Heures». Die Waadtländer Tageszeitung betont zugleich das hohe Verantwortungsbewusstsein des Magistraten. (leo/sda)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Hierundjetzt
01.10.2022 08:05registriert Mai 2015
Waaaas es habens doch noch 2 Welsche Titel in die Presseschau geschafft 😜

Find ich gut.

Bitte mehr davon.
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