Männer vergrössern ihre Hoden: Darum ist der «Ballmaxxing»-Trend so gefährlich
«Looksmaxxing», «Fibermaxxing» – und jetzt «Ballmaxxing»: An fragwürdigen «Maxxing»-Trends mangelt es in den sozialen Medien derzeit nicht. Einen teuren Sportwagen zu fahren, genügt manchen Männern offenbar längst nicht mehr. Stattdessen spritzen sie sich Flüssigkeiten, um ihr männliches Ego aufzupolieren. Das kann jedoch gefährlich werden, warnen Experten.
So funktioniert «Ballmaxxing»
Die Methode verspricht Männern grössere Hoden. Dabei werden Flüssigkeiten wie Kochsalzlösung oder Surgilube in den Hodensack injiziert. Ein Liter Kochsalzlösung sorge für die Aufblähung von 24 bis 42 Stunden, erzählt ein «Ballmaxxer» gegenüber Men's Health. Die Prozedur dauere über 30 Minuten.
Das berichten «Ballmaxxer»
Man spüre ein Brennen, wenn sich der Hodensack mit der Kochsalzlösung füllt, berichtet ein Mann laut «Men's Health» in einem Subreddit. Für manche gehöre das zum Reiz: «Es ist wie richtig gutes Vorspiel.» Der vergrösserte Hodensack fühle sich schwerer an als gewöhnlich, wodurch die Empfindung bei Bewegungen intensiver werde. Auch Sex fühle sich anders an.
Aufgrund der Schmerzen assoziieren manche «Ballmaxxer» die Methode mit BDSM, da es schmerzhafte und lustvolle Empfindungen miteinander verbinde. Andere errege das Gefühl, «ein kräftiges Tier wie ein Stier» zu sein, schreibt das Magazin weiter.
«Ich weiss, es sieht seltsam und unnatürlich aus – genau das gefällt mir daran», erklärt ein 29-Jähriger. Der Gedanke, etwas «Unnatürliches» zu tun, errege viele «Ballmaxxer».
Andere glauben laut der Fitness-Zeitschrift, ihre Sexualpartner könnten auf grössere Hoden stehen – besonders, wenn sie keinen grossen Penis hätten. «Ich dachte, eine Frau könnte ein grösseres Paket da unten vielleicht mögen», sagt ein 55-Jähriger.
Darum ist der Trend so gefährlich
Experten warnen nun davor, dass der Trend mehr schadet als nützt. Die vorübergehende Vergrösserung kann zu dauerhaften Schäden führen, sagt Robert Glatter, Arzt in der Abteilung für Notfallmedizin am Lenox Hill Hospital in New York, gegenüber Healthline. Die Region sei extrem empfindlich und nicht dafür ausgelegt, eine Flüssigkeitsansammlung aufzunehmen.
Die meisten Injektionen würden zuhause in einem nicht sterilen Umfeld durchgeführt, was unter anderem zu einer Sepsis führen könne. Doch selbst bei einer perfekten Durchführung des Eingriffs warnen Ärzte vor einer Überdehnung des Hodensacks, schreibt «Men's Health». Dann könne die Haut reissen.
Weitere Risiken seien Infektionen oder die Bildung von Abszessen. Zudem bestehe das Risiko von Spätfolgen wie Erektionsstörungen und dauerhafter Unfruchtbarkeit. (hkl)
