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Grüne Zuger Politikerin erwägt Anzeige gegen SVP-Kantonalpräsident

Der Zuger SVP-Kantonalpräsident Markus Hürlimann: Gegen den 40-Jährigen wird wegen Handlungen gegen die sexuelle Integrität ermittelt. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Der Zuger SVP-Kantonalpräsident Markus Hürlimann: Gegen den 40-Jährigen wird wegen Handlungen gegen die sexuelle Integrität ermittelt. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Nach Missbrauchsvorwurf

Grüne Zuger Politikerin erwägt Anzeige gegen SVP-Kantonalpräsident

25.12.2014, 15:4025.02.2015, 10:01

Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen den SVP-Präsidenten des Kantons Zug, Markus Hürlimann, hat sich am Donnerstag erstmals das Opfer zu Wort gemeldet. In einer Mitteilung kündigte die grüne Politikerin an, sie behalte sich eine Anzeige gegen Hürlimann vor.

Der SVP-Kantonsrat steht im Verdacht, in der Nacht auf den vergangenen Sonntag nach der Feier für den neuen Landammann Heinz Tännler (SVP) die Politikerin der Alternative – die Grünen sexuell missbraucht zu haben.

Die Zuger Strafverfolgungsbehörden haben gegen Hürlimann ein Ermittlungsverfahren wegen Handlungen gegen die sexuelle Integrität eingeleitet. Es wird abgeklärt, ob dem Opfer vorgängig K.-o.-Tropfen in ihr Getränk gemischt worden waren. Hürlimann wurde am Dienstag festgenommen und am Mittwoch nach einer Einvernahme wieder auf freien Fuss gesetzt.

«Das Ereignis macht mich tief betroffen und erschüttert mich», schreibt die grüne Kantonsrätin. Den nötigen Halt finde sie bei ihrer Familie, die sie aber auch schützen wolle. Deshalb werde sie im Moment zum Vorfall nicht weiter öffentlich Stellung nehmen.

Die 34-jährige Politikerin hatte sich nach dem feucht-fröhlichen Fest an nichts mehr erinnern können und hatte am darauffolgenden Morgen das Spital aufgesucht, um Blut- und Urintests machen zu lassen. Das Spital schaltete danach wegen Verdachts auf K.-o.-Tropfen die Untersuchungsbehörden ein.

Viel Alkohol im Spiel

Die Ergebnisse der Blut- und Urintests liegen noch nicht vor. Selbst wenn K.-o.-Tropfen nachgewiesen werden könnten, heisse das nicht automatisch, dass diese von Hürlimann stammten, sagte die Sprecherin der Zuger Strafverfolgungsbehörden, Judith Aklin, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Klar ist laut Aklin lediglich, dass bei der Landammannfeier sehr viel Alkohol geflossen ist. Was sich danach genau zugetragen habe, stehe nicht fest und müsse abgeklärt werden.

Hürlimann bestreitet Vorwürfe

Hürlimann seinerseits bestreitet die an ihn gerichteten Vorwürfe, beziehungsweise sich eines strafbaren Verhaltens schuldig gemacht zu haben, wie er am Mittwoch über seinen Anwalt Markus Dormann verlauten liess. Die bisherigen Untersuchungen hätten «in keiner Weise» bestätigt, dass K.-o.-Tropfen im Spiel gewesen sein sollen.

Hürlimann selber will sich aufgrund des laufenden Verfahrens erst zu einem späteren Zeitpunkt zum Vorfall äussern. Er hat vorläufig das Präsidium der SVP des Kantons Zug abgegeben, wie seine Partei am Mittwoch mitgeteilt hatte. Geleitet wird die Partei bis auf Weiteres von Vizepräsident und Nationalrat Thomas Aeschi. 

Es gilt die Unschuldsvermutung. 

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(sda)

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