Schweiz
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Hier kocht der Fascho: Was Benu vom «SwissDinner» bei seiner Band Indiziert so angerichtet hat



Neulich bei «SwissDinner»: Der Benu lädt zum «SwissDinner» nach Altbüron LU. Der 30-Jährige stellt sich als Wärmepumpen-Techniker vor, ist verheiratet und hat drei herzige kleine Kinder

Doch sein sonniges Menü entpuppt sich als falscher Hase mit Kopfnuss-Salat: Benjamin Lingg ist Bassist der rechtsradikalen Band Indiziert – auf «Tele Züri» und weiteren Regionalsendern spielt er den freundlichen Fascho von nebenan.

Das wird deutlich, wenn man sich sein Rezept nochmal auf der Zunge zergehen lässt: watson hat den schönen TV-Bildern die hässlichen Texte seiner Band gegenübergestellt. 

Indiziert

Die rechtsradikale Band wurde 2001 von Dominic «Gixu» Lüthard (Gesang) und den Gebrüder Alex (Gitarre) und Cedric Rohrbach (Schlagzeug) gegründet. «Was als Party-Coverband begann entwickelte sich mit der Zeit zu einer Rockband mit eigenen Liedern», beschrieb sich die Gruppe selbst. 2005 stiess Bassist Benjamin Lingg hinzu. 
In Deutschland steht Indiziert seit 2005 wegen der CD «Eidgenössischer Widerstand» auf dem Index für jugendgefährdende Medien. Ein Jahr später wurde die Band in der Schweiz wegen der Lieder «Aufruf zur Gewalt» und «Rassendiskriminierung» zu einer Busse verurteilt, die jedoch ein Jahr später in einer Berufung wieder kassiert wurde. Das letzte Konzert fand offenbar im Januar 2014 in Utzenstorf BE statt.

«Das riecht nach Ärger / wenn die unsere Lieder spielen / Das riecht nach Ärger / wenn wir durch die Städte ziehen / Das riecht nach Ärger / wenn das Pulverfass explodiert / Das riecht nach Ärger / Ja, das riecht nach ‹Indiziert›.»

Aus «Das riecht nach Ärger» von der gleichnamigen Indiziert-CD

1.) So geht falscher Hase: Man nehme ein seriös und freundlich wirkendes Gefäss ...

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Seine Rüebli waren nicht bitter: Benu. screenshot: tele züri

«Grünes Licht für kriminelle Banden / das grenzenlose Verbrechen begeht / Diebe und Gauner überfallen das Land / kein Schutz mehr für Frau und Kind.»

Aus dem Lied «Ostwerweiterung» 

2.) ... und fülle es mit überbordendem Nationalstolz, den man etwas überkochen lässt.

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Brauchte keine Hilfe vom Staat: der aufrechte Häuslebauer. screenshot: tele züri

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So posierte die Faschisten-Band früher im Internet.

«Ja, du siehst mich an und du glaubst wärst wie ich / doch auch wenn es dort steht – nein, das bist du nicht / hör gut zu mein Freund, hier kannst du was lernen / wir sind Eidgenossen, denn Schweizer kann man werden / Wer für alles offen ist, kann ja nicht ganz dicht sein / Zum Teufel mit Rot-Grün, diesem Einbürgerungsverein / im neuen Schweizer Pass steht dein Name geschrieben / doch die Mentalität ist in deinem Blut geblieben.»

Aus «Wir sind Eidgenossen» von der Indiziert-CD «Die letzte Bastion»

3.) Obacht, Koch-Kamerad! Schon beim Einkauf kannst du zum Verräter werden!

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Vinegraitte und Mascarpone: Mehr wäre Überfremdung des Gerichts gewesen. screenshot: tele züri

«Dass jeder der dort konsumiert / Multikultur mitfinanziert / und dass jeder einzelne Biss / auch Kultur-Mord ist / Nein, wir wollen den Frass hier nicht haben / Eidgenossen, kauft nicht in diesem Laden / und verachtet zutiefst jene Personen / die das Pack auch noch mit Kapital belohnen.»

Aus «Boykott» von der Indiziert-CD «Das riecht nach Ärger»

3.) Am besten, man macht es sich selbst. So wie hier beim Ausräuchern.

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Der Benu räuchert eidgenössischen Fisch aus. screenshot: tele züri

«Die leckeren Dosen aus dem Orient / nur er alleine die Zutaten kennt / hausgemacht, so ist auch ihr Essen / sie wixen rein, und ihr wollt es fressen.» 

Aus «Eure Schweiz ist nicht unsere Eidgenossenschaft» von der Inidiziert-CD «Das riecht nach Ärger»

4.) Vorbereitung ist auch beim Küchen-Dampf ablassen die halbe Saalmiete!

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Liest gerne: Benu. screenshot: tele züri

«Die einen sind noch beim Ärmel hochkrempeln / die anderen noch beim Schubsen und Rempeln / als Antwort gibt's Rock und Massagen / Tritte, Kopfnüsse und blutige Nasen / Saalschlacht, Saalschlacht, die anderen werden plattgemacht.»

Aus «Saalschlacht» von der Indiziert-CD «Das riecht nach Ärger»

5.) Ein Türöffner bei jedem Apéro: Pöbeln gegen «die Presse» und «die Politiker».

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Die Off-Stimme sagt bei dieser Szene doch tatsächlich: «Der Benu ist einer von den aufgeschlossenen Einwohnern.» screenshot: tele züri

«Die Presse schreit verbieten, diesen Finger können sie haben / wir scheissen auf ihre Lügen, das können wir euch sagen / ein fieses Grinsen allemal, ganz locker und ungeniert / denn ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ‹Indiziert› / Die Politik spricht Klartext: ‹Wir brauchen Gesetze / gegen diese Band und ihre ganzen Texte› / Ihr könnt uns gern verbieten, doch was wird es euch nützen? / Die Saat ist gesät, nichts kann euch mehr schützen»

Die Bibel sagt dazu: Wer den Wind sät, erntet den Sturm

6.) Mit Kindern kochst du noch jedes Publikum weich: Wer solche Schnüggel hat, kann gar kein böser Chef sein!

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Der Benu sagt über seine Kinder: «Im Bier bringen sind sie auch gut. Es sind wie kleine Hilfskräfte.» screenshot: tele züri

«Deine Tochter hat einen neuen Freund / die deutsche Sprache kennt er nicht / er spricht nur diesen Gangsterslang / du verstehst kein Wort, wenn er zu dir spricht / du hasst seinen Blick, du hasst sein Gesicht / die gefälschte Rolex an seiner Hand / der Mistkerl, will deine Tochter / es muss etwas geschehen, in diesem Land.»

Aus «Es muss etwas geschehen, in diesem Land» von der Indiziert-CD «Die letzte Bastion»

7.) Nationalismus überkocht, mit Kindern garniert und Xenophobie beigemischt – aber hast du nicht eine Zutat vergessen? Wie wäre es mit einer Prise vollen Kelle Homophobie???

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Im TV vorbildlich. Im Ohr nicht. screenshot: tele züri

«Jetzt erzähle ich einmal von meinem neuen Plan / es handelt sich um ein Homo-Ausschaffungsprogramm / aus der Gesellschaft aus dem Sinn, das ist doch sonnenklar / doch wohin mit ihnen? Keine Ideen waren da / den falsch gepolten Haufen, wer will den denn schon haben? / Die Neger in Afrika oder die Neger in den Staaten? / Na klar, wen wundert's? / Die Antwort lautet nein, / dann bleibt nur noch ein Ort, der muss die Lösung sein / Homos an den Nordpol, das wäre ja der Hit / und nehmt bloss euren HIV-Virus mit»

Aus «Homos an den Nordpol» von der Indiziert-CD «Das riecht nach Ärger»

8.) Und fertig ist das aufgewärmte Mahl von ewiggestern. Und nun, lieber Schweizer, friss oder stirb. Denn jeder radikale Koch weiss: Bist du nicht hungrig, brauch ich Gewalt.

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Auf alten Pfannen lernt man aufwärmen. screenshot: tele züri

«Kennst du das Geräusch einer knallenden Faust / oder wenn ein Knochen bricht / der Klang von zerschlagenden Zähnen / oder eines Trittes ins Gesicht / Jugend und Gewalt / Jugend und Gewalt / Jugend und Gewalt / hörst du, wie es knallt?»

«Aus «Jugend und Gewalt» von der Indiziert-CD «Die letzte Bastion»

PS: Und wer meint «Der tut nichts, der will nur spielen» bekommt zum Dessert noch das hier vorgesetzt:

«Ich möchte ein Spiel spielen / Ich möchte ein Spiel spielen / Ich möchte ein Spiel spielen / und es wird Blut fliessen.»

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