Gemälde aus Walliser Chalet geklaut: Versicherer bieten 1 Million Euro Belohnung
Details zum Fall bleiben vertraulich. Der Besitzer oder die Besitzerin bleibt anonym. Selbst der Tatort wird nicht näher genannt. In der Anzeige heisst es lediglich, dass der Einbruch am Freitag, 26. September 2025, in einem Chalet in der Region Oberwallis stattfand. Dabei seien mehrere Gemälde berühmter Künstler gestohlen worden. Welche Werke oder Künstler, bleibt ebenfalls unklar.
Doch der ersten Person, die hilft, die Gemälde wiederzufinden, winken bis zu einer Million Euro Belohnung, berichtet Le Nouvelliste. Die Anzeige, die am 13. Januar in der Zeitung abgedruckt war, stammt von S.W. Associates, ein Unternehmen, das sich unter anderem um Schadenregulierungen und Risikoanalysen kümmert. Die Versicherer hätten sich an die Firma gewandt, schreibt die Zeitung.
Deren Direktor John Shaw erklärt, dass man so die gestohlenen Werke wiederfinden will. Damit die Privatsphäre des Besitzers oder der Besitzerin gewahrt wird und es in sozialen Netzwerken nicht zu wilden Spekulationen kommt, habe man bewusst Details zum Fall verschwiegen.
Die hohe Belohnung, die aufgrund möglicher Spuren ins Ausland in Euro ausgelobt wurde, deutet jedoch auf teure Werke hin. Und da die Diebe sie irgendwie transportieren mussten, dürften sie eher kleiner sein. Ihr Gesamtwert muss jedoch hoch sein, um die Belohnung zu rechtfertigen.
Während es die Diebe schwer haben dürften, die Werke weiterzuverkaufen, wollen die Versicherer mit der Belohnung Wachsamkeit und Aufmerksamkeit schüren. Sie hoffen, dadurch an neue Informationen zu gelangen. Ausserdem könnte die Summe auch Komplizen dazu verleiten, auszupacken, erklärt der auf Kunstrecht spezialisierte Zürcher Jurist Andrea Raschèr gegenüber «Le Nouvelliste».
Eine Million nur unter gewissen Bedingungen
Ob es wirklich klappt, ist ungewiss. Nicht zum ersten Mal wird nach dem Diebstahl teurer Objekte eine Belohnung von einer Million Euro ausgelobt. Die Juwelen im Wert von 103 Millionen Euro, die 2013 aus einem Luxushotel in Cannes gestohlen wurden, sind bis heute nicht mehr aufgetaucht. Auch dafür wurde eine Belohnung von einer Million Euro geboten. «Eine Belohnung anzubieten, ist ein bisschen wie Angeln gehen. Manchmal klappt es, manchmal nicht», erklärt Shaw.
Einfach so gibt es die Million aber nicht. Es handelt sich um den höchstmöglichen Betrag, führt der Direktor von S.W. Associates weiter aus. Die erste Voraussetzung ist natürlich schon mal, dass die Gemälde gefunden werden. Dann kommt es darauf an, ob alle Werke wieder auftauchen und in welchem Zustand sie sind. (vro)
