Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wir Eltern

Papa Karriere – Mama Burnout? Ein Tag im Leben einer berufstätigen Mutter in der Schweiz

bild: shutterstock

Kinder, Kita, Karriere – Familie und Beruf zu vereinbaren, ist nicht so einfach, wie es die Wirtschaft vorgaukelt.

sibylle stillhart / wir eltern



Ein Artikel von

3.52 Uhr

Ein Wimmern dringt aus dem Kinderzimmer. Das Ge­räusch schwillt an. Ich zwinge mich aus mei­nem Bett, taste ins Zimmer der Kinder, nehme Linus auf, hole ihn zu mir.

Hier steht alles bereit: warmes Wasser in der Thermos­kanne, Milchpulver im Schoppen. Mecha­nisch schütte ich das Wasser in das Fläsch­chen, drücke es dem Einjährigen in die Hände, falle zurück in die Federn. Nun schwebe ich in einem türkisblauen Pool, es ist warm, die Sonne scheint. Ich tau­che auf, hole Luft, tauche erneut hinab zum Grund, schwerelos wie ein Vogel. Plötzlich stört etwas. Es ist kein Schmerz, trotzdem unangenehm. Es wird lauter, unerträglich. Ein Presslufthammer? Nach quälenden Se­kunden komme ich zur Besinnung – das Hämmern entpuppt sich als Gejammer meines Älteren, Artur (3).

Die Uhr zeigt 5.36 Uhr

Draussen ist es stockdunkel. Ich haste in die Küche, jede Bewegung schmerzt. In Sekundenschnelle giesse ich Milch in die Trinkflasche, stelle sie in die Mikrowelle, bete, dass nicht auch der Kleine noch er­wacht. Zu spät. Guten Morgen allerseits!

Inzwischen ist auch mein Mann aufge­standen. «Gut geschlafen?», flötet er, bevor er sich quietschfidel unter die Dusche stellt. Nach einer Viertelstunde eilt er zur Haustüre hinaus zur Arbeit: «Tschüss, macht's gut!» Ich ziehe mich an, husche ins Bad, motze mich ein wenig auf fürs Büro – nach einer Nacht, die vielleicht sieben Stunden gedau­ert hat – mit mindestens drei Unterbrüchen. Warum aber ist es in der Stube so ruhig? Ar­tur zerschnippelt in aller Ruhe die Zeitung. «Nun aber anziehen!», fordere ich ihn auf. Will er natürlich nicht.

8.30 Uhr

Wir stehen samt Kinder­wagen und Like-­a­-bike vor dem Haus, trotz Minus-­Temperaturen bin ich nassge­schwitzt. Zuvor musste ich in voller Montur (Mantel, Mütze, Schuhe) Arturs Nuggi un­ter meinem Bett hervorklauben, jetzt liegen seine Handschuhe noch oben. «Wartet kurz hier, ich komme gleich wieder!».

Die Woh­nung sieht aus, als ob ein Wirbelsturm da­rin gewütet hätte: das Frühstücksgeschirr unter dem Tisch, tausend Playmobil­-Teil­chen auf dem Stubenboden verstreut.

Für die 100 Meter zur Tramstation benötigen wir zehn Minuten – denn Artur sucht noch nach Ameisen, die er überfahren will. In der Kita heult er nur noch. «Ich will bei dir bleiben, Mama!»

Ich schlucke. Linus lächelt, als ihn die Erzieherin übernimmt. Immerhin.

Das Buch

Die Autorin Sibylle Stillhart hat in ihrem Buch «Müde Mütter – fitte Väter. Warum Frauen immer mehr arbeiten und es trotzdem nirgendwohin bringen» den Alltag erwerbstätiger Mütter unter die Lupe genommen. Limmat-Verlag, Fr. 22.80.

9 Uhr

Ich haste an die Haltestelle, steige ins Tram, um endlich im Büro genervte Blicke zu ernten. Guten Morgen allerseits! Schon wieder 15 Minuten zu spät.

Ich arbeite 50 Prozent als Kommunika­tionsverantwortliche, mein Mann zu 85 Pro­zent als leitender Journalist. Er möchte sich auch an der Erziehung der Kinder beteili­gen, sagt er. Freitag ist der sogenannte Papa­-Tag. Für einen Kadermitarbeiter höchst aus­sergewöhnlich, wie man ihm immer wieder mitteilt. Umso mehr legt er sich an den rest­lichen Tagen ins Zeug.

Ich verschlucke mich fast an meinem Macchiato und überlege kurz, ob ich ihr den Kaffee auf die Hose schütten soll.

Haushalt und Kin­der? Lasten zwangsläufig allein auf meinen Schultern. Ein wunder Punkt Damit bin ich nicht allein. In den meisten Familien liegt der Löwenanteil der Hausarbeit bei der Frau – selbst wenn sie einen Job hat.

Eine Untersuchung des Bundesamts für Statistik hat ergeben:

In der Kaffeepause unterhalte ich mich mit meinen Bürokollegen. «Ich glaube, heute können auch Mütter problemlos Karriere machen – also, wenn sie das wirklich wollen», meint die kinderlose Sekretärin mit Blick auf mich. Ich verschlucke mich fast an meinem Macchiato und überlege kurz, ob ich ihr den Kaffee auf die Hose schütten soll.

Zurück am Arbeitsplatz denke ich an Artur. Weshalb weigert er sich eigentlich jedes Mal, in die Kita zu gehen? Jesper Juul, der bekannte dänische Erziehungsberater, trifft bei mir mit seiner Kita­-Kritik einen wunden Punkt. «Um es gleich vorab zu sagen», schreibt er in einem seiner Bücher, «Kinderkrippen wurden geschaffen, um die Bedürfnisse von Familien zu erfüllen, in denen beide Elternteile arbeiten wollen oder müssen, und sie dienen zugleich dem wachsenden Bedarf der Gesellschaft und der Wirtschaft an Erwerbstätigen. Sie wurden nicht eingerichtet, um die Bedürfnisse der Kinder zu erfüllen.»

Die letzte grosse Untersuchung in Dänemark habe gezeigt, dass es 24 Prozent der befragten Jungen zwischen drei und sechs Jahren nicht gut gehe in der Kita. Bei den Mädchen sind es zehn Prozent. Sechs bis acht Stunden Fremdbetreuung in einer Tages­einrichtung stelle hohe Anforderungen an kleine Kinder, schreibt Jesper Juul.

12.15 Uhr

Die Kollegen verabschieden sich in die Mittagspause. Ich mache keine, weil ich sonst nicht durchkomme. Stattdessen kaue ich an einem trockenen Sandwich und trinke Leitungswasser. Nebenher arbeite ich weiter an einem Kommunikationskonzept, das mein Chef unlängst von mir verlangt hat.

Punkt 17 Uhr

Ich hetze weg, um die Kinder in der Krippe zu holen. Dort erwarten mich zwei strahlende aber müde Buben. Ein guter Tag sei es gewesen, sagt die junge Praktikantin. Auf dem Heimweg besorgen wir noch das Nötigste im Supermarkt. Zuhause trage ich Linus die Treppe hoch, am anderen Arm baumelt die Einkaufstüte – und Artur möchte meine Hand halten.

Keuchend schlüpfe ich oben aus dem Mantel, eile in die Kü­che, bereite Linus Schoppen vor, er schreit bereits. Danach tische ich Brot, Salami, Cornflakes auf, doch weder Linus noch Artur haben Lust darauf. Das Essen landet auf dem Boden.

«Um es gleich vorab zu sagen, Kinderkrippen wurden geschaffen, um die Bedürfnisse von Familien zu erfüllen (...) und sie dienen zugleich dem wachsenden Bedarf der Gesellschaft und der Wirtschaft an Erwerbstätigen. Sie wurden nicht eingerichtet, um die Bedürfnisse der Kinder zu erfüllen.»

Jesper Juul, dänischer Erziehungsberater

Ich breche die Übung ab, trage Linus ins Kinderzimmer, während Artur das Sandmännchen im Fernsehen gu­cken darf. Ich ziehe Linus den Pyjama an, lege ihn ins Bett, lösche das Licht, verharre, bis der Kleine schläft.

In der Stube sitzt Artur mittlerweile gebannt vor der Tagesschau. Ich schalte den Kasten ab, räume in der Küche das Geschirr vom Mor­gen­ und Abendessen in die Spülmaschine, bringe auch Artur ins Bett. Frauen, gebt euch Mühe

Mittlerweile ist es 21 Uhr

Ich lege mich aufs Sofa. Das ist sie nun also, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es graut mir, dies als Emanzipation zu betrachten. Heisst Gleichstellung für Mann und Frau, dass eine Frau heute trotz Kindern weiterarbeitet? Und dennoch Hauptverantwortliche für Betreuung und Haushalt bleibt? Sie allein die Doppelbelastung trägt, während die Männer leichtfüssig die Karriereleiter hinaufhüpfen?

Heute soll eine Mutter ihr Baby mindestens sechs Monate lang stillen, nach der Geburt aber nach 14 Wochen Mutterschaftsurlaub an den Arbeitsplatz zurückkehren. Im Büro soll sie sich bitteschön anstrengen, denn, das wissen wir seit den Ausführungen von Roland A. Müller, Direktor des Arbeitgeberverbandes: Frauen würden sich einfach nicht genug Mühe geben, um wirklich Karriere zu machen. Männer seien eher bereit, Sonderanstrengungen zu zeigen und «Arbeitszeiten weit über die regulären acht Stunden hinaus zu leisten», sagt er an einer Pressekonferenz zur Lohnstrukturerhebung.

Ich muss zugeben: Ich habe mir die ganze Familiensache anders vorgestellt. Einfacher. Gleichberechtigter. Fairer. Das Leben, das ich im Moment führe, ist kein emanzipiertes Leben. Eher ein Leben als Sklavin, die es allen recht machen muss: Arbeitgeber, Mann, Kindern.

Tatsächlich strapaziere ich durch meine Unflexibilität die Nerven meines Chefs: «Ich kann leider nicht, ich muss die Kleinen aus der Kita holen.» Um in der nächsten Beförderungsrunde einmal mehr nicht berücksichtigt zu werden. Obwohl ich nach Büroschluss zuhause ja keineswegs auf der faulen Haut liege.

Arbeit mit Kindern und Haushalt wird nicht als wirkliche Arbeit betrachtet – sich um Kleinkinder zu kümmern, gilt als Freizeit. Mein Mann kommt heim Klar ist es toll, mein eigenes Geld zu verdienen. Das allerdings benötige ich für die Kinderbetreuung und die Putzfrau. Zudem steigen die Steuern, wenn zwei Personen in einem Haushalt arbeiten.

Ich muss zugeben: Ich habe mir die ganze Familiensache anders vorgestellt. Einfacher. Gleichberechtigter. Fairer. Das Leben, das ich im Moment führe, ist kein emanzipiertes Leben. Eher ein Leben als Sklavin, die es allen recht machen muss: Arbeitgeber, Mann, Kindern.

Warum arbeiten die meisten Männer nach wie vor Vollzeit? Wo ist die neue Arbeitskultur, die nicht die Präsenzzeit, sondern den Output bewertet? Geändert hat sich in den letzten Jahren allein das Anforderungsprofil an die «moderne Mutter».

Um 22 Uhr schleppe ich mich ins Bett

Fünf Minuten später höre ich den Schlüssel im Schloss. Mein Mann kommt heim.

Um 22.30 Uhr

erwacht Linus, schreit, ich hole ihn zu mir ins Bett.

Um 1 Uhr

will Linus Milch,

um 4 Uhr

weint er nochmals,

um 6 Uhr

ist es Artur, der erwacht.

Ein neuer Tag beginnt. Guten Morgen allerseits!

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

44
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Claudia Muniani 09.01.2016 17:20
    Highlight Highlight Ich - als Alleinerziehende Mutter mit einem 70% Job und einem 3 jähriger Sohn, fühle mich mit diesem Artikel sehr verstanden. Manchmal kommt man an seine Grenzen. Ob als Paar oder alleine..
  • macheifach 08.11.2015 04:59
    Highlight Highlight
    Play Icon
  • papparazzi 11.10.2015 14:04
    Highlight Highlight Und wann wir der watson - Artikel geschrieben mit dem Titel: "Wenn Eltern immer mehr Lehrer stressen"?! Oder "Wenn Feministinnen die Familie UND Karriere gleichzeitig machen wollen immer mehr Männer + die gesamte Gesellschaft stressen"?!!!! Oder wie wäre es mit "Der gläserne Fussboden der Männer in Führungsetagen"?!
  • exeswiss 23.09.2015 22:49
    Highlight Highlight wie bitte kann sie von 9 uhr bis 17 uhr durchgehen arbeiten (8 std), mit einem 50% job? arbeitet sie 2 ganze und ein halber die woche? oder ist die geschichte einfach erfunden?!
  • Menel 09.08.2015 09:50
    Highlight Highlight Die Strukturen in der Schweiz für Mütter und Familien sind erbärmlich, keine Frage. Aber es liegt immer noch an den Paaren, die gegebenen Hürden zusammen so gut wie möglich zu meistern und sich nicht einfach dem "Schicksal" hinzugeben.
    Kreativ werden und zusammen als Team Lösungen erarbeiten. Denn sonst bleibt irgend etwas auf der Strecke.
    • plaga versus 06.08.2016 21:32
      Highlight Highlight Du hast keine Kinder, oder?
  • drdukan 05.08.2015 14:40
    Highlight Highlight Ui wie mir das bekannt vorkommt ;-) aber Kopf hoch es wird besser spätestens wenn die Kinder durchschlafen. Das Problem ist einfach das wir Frauen nie Feierabend haben, nach dem arbeiten noch schnell eine Wäsche in die Maschine, danach Abwaschmaschine ausräumen und nun die Wäsche noch aufhängen. In dieser Zeit sitzt Mann in Wohnzimmer und genießt den wohlverdienten Feierabend . Und hat von der Aktion nichts mitbekommen ;-(
    • Masta Ace 24.09.2015 13:47
      Highlight Highlight Wieso geht ihr denn überhaupt arbeiten? Das macht doch alle unglücklich, Mutter sein ist doch ein Vollzeitjob. Kinderkrippen machen die Kinder ja unglücklich. Ich verstehe es nicht.
  • ensemen 05.08.2015 06:18
    Highlight Highlight Muss wegen der Zeilen-Beschränkung nochmals.....

    Schade, dass Frau Stillhart offenbar sehr einseitig recherchiert hat. Viele Freunde von uns und wir selber leben eine sehr gute Aufgabenverteilung in der Familie. Mein Mann ist einen Tag pro Woche zuhause, und die "Morgendienste" teilen wir uns. Wenn nachts was ist, dann teilen wir es auch auf.
  • ensemen 05.08.2015 06:16
    Highlight Highlight Das sagt Remo Largo, der wie Juul ebenso berühmte Erziehungs-Fachmann:
    "Es ist eine Verklärung, dass es dem Kind gut tut, wenn es den ganzen Tag nur mit der Mutter zusammen ist. Das Kind braucht für seine Sozialisierung andere Kinder. Es ist auch nicht gut für die Mütter: 40 Prozent der Mütter von Vorschulkindern leiden an depressiven Verstimmungen. Dass eine Mutter die Kinder allein betreut, gab es in der Geschichte der Menschheit nur ausnahmsweise. Kinder wurden von Gemeinschaften aufgezogen."
  • Addi 05.08.2015 00:13
    Highlight Highlight '«Kinderkrippen wurden geschaffen, um die Bedürfnisse von Familien zu erfüllen, in denen beide Elternteile arbeiten wollen oder müssen, und sie dienen zugleich dem wachsenden Bedarf der Gesellschaft und der Wirtschaft an Erwerbstätigen. Sie wurden nicht eingerichtet, um die Bedürfnisse der Kinder zu erfüllen.»' Gut gesagt!!!

    Und sehr interessant, dass es 25 % der Jungen, aber nur 10 % der Mädchen da nicht gut geht. Zu einseitige Ausrichtung auf die Mädchen?
  • Addi 05.08.2015 00:12
    Highlight Highlight 'Es liegt nicht in der Verantwortung der Gesellschaft, die Kinder, die wir kriegen aufzuziehen und deren Unterhalt zu finanzieren! Wer sich für Kids entscheidet, soll bitte die ganze Verantwortung übernehmen und halt mal für ein paar Jahre die eigenen Ansprüche zurückstellen! ' . DANKE!!!

    Endlich mal jemand, der es auch so sieht. Bei den meisten Eltern hat man das Gefühl, dass sie von uns verlangen, ihre Kinder doch bitteschön auf zu ziehen und für sie zu bezahlen.

    Es scheint genug, dass sie ein Mal Sex hatten, den ganzen Rest - Geld, Erziehung - möge doch bitte die Gesellschaft machen.
    • ensemen 05.08.2015 06:20
      Highlight Highlight Und wer arbeitet dann im Altersheim, wenn du mal da bist? Unsere Kinder. Und wer bezahlt dir die AHV? Unsere Kinder.
    • Tomlate 05.08.2015 09:08
      Highlight Highlight @ensemen:
      Oder dann halt Ausländer, wenn es an Schweizer Arbeitskräften mangelt. Die mögen ja auch viele nicht, da die ja anscheinend Arbeitsplätze wegnehmen. Und jene, die als Flûchtlinge kommen, kosten uns vor der Eingliederung in die Gesellschaft viel Geld. Sagt man...
  • Dame vom Land 04.08.2015 11:23
    Highlight Highlight Alles eine Sache der Einstellung! Wer sich für Familie und Kids entschieden hat, der soll auch dazu stehen und nicht jammern und seitenfüllende Jammer-Tiraden veröffentlichen. Weniger Geld, weniger Selbstverwirklichung, weniger Dies &Das&und dasda auch noch grad. Action von früh bis spät, unruhigen Kids, welche ab KIGA- Alter mit Ritalin ruhig gestellt werden müssen, damit sie nicht als Störenfried abgestempelt werden. Bin mir bewusst, dass ich jetzt von hüben und drüben mit faulen Tomaten beworfen werde. Geht mir am Allerwertesten vorbei. Ich, 12 Jahre lang Alleinerziehend und 80% Job hatte jedenfalls nie so ein Chaos! Alles eine Sache der Einstellung!
    • ensemen 05.08.2015 06:20
      Highlight Highlight Super! Hut ab vor jedem alleinerziehenden Elternteil!
    • R. Bse 30.08.2015 14:12
      Highlight Highlight Stimmt. Leute, die nicht jammern, sind angenehmer. Und sie lassen sich leichter ausbeuten.
  • MissMirj 03.08.2015 22:10
    Highlight Highlight Ja ... Solche Tage/Wochen hab ich auch schon erlebt. Ich bin jedoch froh, dass sie jetzt eher selten sind. Mein Mann und ich brauchten viel Zeit bis wir als Team so funktionieren, dass sich keiner ausgenutzt fühlt. Denn um das geht es letz endlich. Da in der Schweiz vielerorts die unterstützenden Strukturen für Familien fehlen und die Arbeitgeber keine "Pionierarbeit" leisten wollen, muss mann/ Frau sich als Familie gegenseitig unterstützen. Meiner Erfahrung nach, sollte Teamwork nicht nur im Beruf genutzt werden😉 Leider ist "Verständnis für die Situation anderer haben" keine besonders schweizerische Eigenschaft, denn wenn ich immer jeder vom hohen Ross herab seinen Senf dazu geben müsste, würde vieles nicht besser, aber stressfreier gehen.
    • Dame vom Land 04.08.2015 18:29
      Highlight Highlight Es liegt nicht in der Verantwortung der Gesellschaft, die Kinder, die wir kriegen aufzuziehen und deren Unterhalt zu finanzieren! Wer sich für Kids entscheidet, soll bitte die ganze Verantwortung übernehmen und halt mal für ein paar Jahre die eigenen Ansprüche zurückstellen!
    • ensemen 05.08.2015 06:23
      Highlight Highlight @Dame vom Land: Klar sollen/müssen die Eltern die Verantwortung tragen, aber das heisst für mich nicht, dass die Gesellschaft sich total raushalten sollte. Eine kinderfreundliche Umgebung fördert es, dass Paare Kinder haben - und ich denke doch, dass das gut ist für die Gesellschaft, wenn wir Nachwuchs haben in unserem Land.
    • Kaiserin 05.08.2015 07:35
      Highlight Highlight @Dame vom Land Doch, es liegt sehr wohl in der Verantwortung der Gesellschaft. Der einzige Sinn und Zweck der Menschheit ist wie bei jedem Lebewesen die Reproduktion. Ohne Kinder keine Gesellschaft... Unterstützung und Verständnis für die Gebärenden und Erziehenden sollte daher selbstverständlich sein.
  • Noach 03.08.2015 22:03
    Highlight Highlight Ich möchte dazu folgendes Beitragen,bei uns war meine Frau diejenige mit dem besseren Job,ich habe Teilzeit gearbeitet.Am Tage die Kinder und wenn meine Frau um 1700 Uhr nach Hause kam bin ich in die Spätschicht.nach Mitternacht ins Bett und um 06.00 Uhr wieder auf .Kinder ,Haushalt,putzen,waschen etz.etz.Unsere Kinder waren nie Inder Krippe!Wir haben jetzt Enkel kinder die wir 2 Tage die Woche hüten und eine tolle Beziehung zu den Beiden haben.Ja Familie ist streng und ja es ist nicht immer einfach,aber wir sind 45 Jahre zusammen und Haben eine tolle Beziehung zu unsern Kindern und Enkelkindern,und ich möchte keinen Tag missen,Kinder sind das grösste Geschenk das man auf dieser Welt bekommen kann,und ja es ist Megastreng und aufreibend aber das Schönste auf der Welt.Familie halt!!!
    • ensemen 05.08.2015 06:24
      Highlight Highlight Bravo!
  • snah 03.08.2015 18:33
    Highlight Highlight Wie ein Paar die Erwerbs/Haushaltsarbeit aufteilt, ist deren Sache. Das muss Frau mit Mann und umgekehrt selbst austüfteln - lässt sich auch nicht durch Paragraphen lösen!

    Es ist aber natürlich Fakt, dass man keine Karriere macht mit Teilzeit. Ist ärgerlich und schade (arbeitete auch Teilzeit), aber irgendwie auch logisch, nicht? Hat man Familie/zeitintensive Hobbies/etc gibt's halt immer einen/eine, der/die im selben Zeitraum mehr für's Geschäft investiert und weiter kommt. Teilzeit Mann/Frau (ja ist für beide gleich!) haben dafür anderes vom Leben, was durchaus auch seinen Wert hat.
  • Yelina 03.08.2015 17:08
    Highlight Highlight Mitunter ein Grund, weshalb mein Partner und ich uns bewusst gegen Kinder entschieden haben. Neben 99 anderen Gründen ;-) Aber egal, wie man sich als Frau entscheidet (keine Kinder, Kinder und arbeiten, Kinder und nicht arbeiten), man wird für jede Entscheidung von gewissen Leuten belächelt.
  • Tomlate 03.08.2015 15:45
    Highlight Highlight Schön, dass sich hier Männer melden, die anders funktionieren, als der Mann der Autorin. Denn solche Artikel (und Bücher) suggerieren der Gesellschaft, dass sich in Sachen Gleichberechtigung nichts getan hat. Sicher und leider gibt es immer noch genügend Männer, die alles ihren erwerbstätigen Frauen überlassen. Aber vielleicht sollte man mit der "grossen Liebe" auch mal besprechen, wie man sich das "gemeinsame Kinderhaben" so vorstellt. Eventuell bevor es dann so weit ist. Scheint, als ob die Autorin an den Falschen geraten ist.
    • ensemen 05.08.2015 06:24
      Highlight Highlight Bravo, prima auf den Punkt gebracht.
    • Lami23 11.04.2016 17:17
      Highlight Highlight Genau! Jede Frau sucht sich das ja selbst aus...
  • Amboss 03.08.2015 15:17
    Highlight Highlight Also wenn ich rechnen kann, geht es genau an einem Wochentag so.
    1 Wochentag ist Papa daheim, an einem Tag ist es so. Bleibt noch ein halber Tag, d.h. Nachmittag frei und hat sie ihre 50% Pensum..

    Ob dieser eine "Wahnsinnstag" jetzt wirklich so schlimm ist...
    Aber falls ja, gibt es zwei Möglichkeiten: Sie oder ihr Mann arbeiten weniger. Heisst aber auch: Weniger Geld auf dem Konto!!

    Wenn man nicht Bereit ist, auf Geld (und Annehmlichkeiten) zu verzichten, dann muss man da wohl oder übel irgendwie durch.
    Wobei in der Abstimmung zwischen ihr und ihrem Mann doch noch Opimierungspotenzial ist.
  • Büsi 03.08.2015 15:02
    Highlight Highlight Rechnet da jemand mit? Die Dame arbeitet 50%. Also hat sie einen Tag wie beschrieben max. zweimal die Woche (je nach Aufteilung). Die restlichen vier bis fünf Tage hat die gute Frau frei und somit Zeit für Haushalt und Kinder. Bei allem Respekt, ich bin 100% berufstätig und ich muss meinen Haushalt auch führen. Der macht sich nicht auf magische Weise selber, nur weil ich einen Fulltime Job habe. Meine Wochenenden verbringe ich mit putzen, waschen, aufräumen und einkaufen. Ich kenne viele berufstätige Mütter mit 50% und die sind viermal in der Woche am Nachmittag in der Badi.
  • djangobits 03.08.2015 14:40
    Highlight Highlight Ja, das erlebe ich als Mann auch, ich (80%), sie (60%). Wir stehen beide nachts auf, mal sie, mal ich, wer gerade wach ist. Manchmal gibts dann halt nur 4 Stunden Schlaf. Wir wechseln uns ab beim Holen/Bringen in der Kita, so kommen beide auf ihre 8.5h Arbeitszeit. Wenn die Kinder krank sind, welchseln wir uns ab.

    Ich verstehe nicht ganz, weshalb der Mann der Autorin so ruhig schlafen kann und sie die Gänge zur Kita selber macht? Scheint alles an ihr zu lasten. Will er nicht? ("Er kann nicht" zählt nicht, natürlich könnte er, wenn er denn wollte...)

    • New Ling 15.09.2016 18:23
      Highlight Highlight Vielleicht will oder kann auch sie nicht lislassen ...
  • Spunk 03.08.2015 14:31
    Highlight Highlight Okay. Ich glaube, ich überlege mir das mit dem Kinderkriegen nochmals.
    • pinksea 03.08.2015 17:32
      Highlight Highlight leider geht es mir auch so. Obwohl ich eigentlich gerne Kinder haben möchte, nutze ich lieber die Freiheit in der heutigen Zeit die Universität bis zum Schluss zu besuchen und mein Leben nicht als Sklavin verbringen zu müssen. Einige mögen das vielleicht als egoistisch betrachten. Abgesehen davon, dass mir das egal ist, bin ich der Überzeugung, dass es genau solche sind, die diese alten Rollenbildern leben...
    • ensemen 05.08.2015 06:27
      Highlight Highlight Ich kann dazu nur eines sagen: Sucht euch einen Partner / eine Partnerin, welche das mit den Kindern mitträgt - und zwar richtig. Und besprecht es vor der Schwangerschaft! Wir teilen uns die Familienarbeit auf - und das tut uns beiden gut.
  • René Kernen 03.08.2015 14:22
    Highlight Highlight wenn der Mann nicht selber auf die Idee kommt, müsste die Frau halt von ihm VERLANGEN, dass er sich an Haushalt und Kinderbetreuung (v.a. nachts) beteiligt. Nicht sehr romantisch und für gewisse Beziehungen eine grosse Herausforderung, aber dennoch nötig.
    Ausserdem geht die Zeit der Nächte mit wenig Schlaf meist vorbei, wenn die Kinder älter werden.
    • Kaiserin 03.08.2015 14:57
      Highlight Highlight Man sollte das als Frau leider nicht verlangen müssen, sondern es sollte selbstverständlich sein und einfach gemacht werden. Zumindest wenn beide berufstätig sind...
    • Tomlate 03.08.2015 16:06
      Highlight Highlight @Kaiserin:
      Richtig. Aber wenn es für den Mann nicht selbstverständlich ist, dann muss man wohl oder übel fordern. Viele Männer sind noch in Familien mit klaren Rollenverteilungen aufgewachsen. Wahrscheinlich die Meisten. Auch wenn man(n) will, kann es schwer fallen, sich nicht so zu verhalten, wie man es beim eigenen Papa gesehen hat.
    • Kaiserin 03.08.2015 16:56
      Highlight Highlight @Tomlate Du hast natürlich Recht.
  • Kronrod 03.08.2015 14:18
    Highlight Highlight Zum Glück gilt die Hausarbeit rechtlich als Freizeit. Wenn man im Haushalt die Arbeitsgesetze einhalten müsste (Arbeitszeitbegrenzung, Nachtarbeit, Pikett, etc.), könnte niemand mehr legal Kinder haben. Zudem könnte der Fiskus auf die Idee kommen, eine steuerbare "Eigenbetreuungsleistung" analog zum Eigenmietwert zu erheben.
  • Quool-Put 03.08.2015 14:16
    Highlight Highlight ...und das ist jetzt eher noch ein "harmloser" Tag. In der KiTa holen sich die Kinder dann nämlich auch noch alle drei Wochen irgendeine Krankheit und stecken oft die Mutter auch an.
  • TomTurbo 03.08.2015 14:07
    Highlight Highlight Wie trefflich kann man aus diesem Artikel herausfiltern wo die "Emanzipation" der Frau Auswirkungen auf das Familienleben und die Sozialstrukturen unserer Gesellschaft ausübt.
    • Frausowieso 03.08.2015 14:35
      Highlight Highlight Vielleicht liegt es ja auch daran, dass manche Männer der Meinung sind, ihre Frauen müssen sie bedienen. Ihren Kommentar könnte man so interpretieren, dass Sie ebenfalls dieser Meinung sind. Würden sich die Männer und Frauen alle Pflichten fair untereinander aufteilen, gäbe es weniger Probleme. Unter Pflichten verstehe ich die Kindererziehung, Hausarbeit und die berufliche Tätigkeit. Mein Mann und ich arbeiten beide 100% und teilen uns alles 50/50 auf. Bei uns gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Wir machen beide die selben Arbeiten. Wieso auch nicht?!
    • das_boxi 04.08.2015 12:14
      Highlight Highlight Genau: Frauen zurück an den Herd, während er die Karriereleiter hochklettert, abends noch Tennis spielen geht oder gemütlich mit den Kollegen ein Bier zischt? Vielleicht hat sie sogar Zeit, sich aufzuhübschen, wenn er müde heim kommt? Willkommen in den 50er-Jahren!!!

      Schon mal überlegt, dass der Berufswiedereinstieg verdammt schwer ist, wenn "frau" jahrelang Pause macht? Und dass es selbst für Frauen, die mit Leib und Seele Mutter sind, nicht befriedigend ist, den ganzen Tag Windeln zu wechseln?

      Väter müssen sich auch einbringen bei Kinderbetreuung und im Haushalt. Schluss, aus, basta.

Die Schweiz belegt laut Unicef-Studie bei Familienfreundlichkeit den letzten (!!!) Platz

Bei der Familienfreundlichkeit rangiert die Schweiz gemäss einer neuen Studie des Uno-Kinderhilfswerks Unicef in Europa auf dem letzten Platz. Die familienfreundlichsten Regeln und Gesetze gibt es demnach in Schweden, dahinter folgen Norwegen und Island.

Das schreibt Unicef in einem am Donnerstag in New York veröffentlichten Bericht. Ebenfalls in die Top Ten der 31 untersuchten Länder schafften es Deutschland, Estland, Portugal, Dänemark, Slowenien, Luxemburg und Frankreich. Noch vor dem …

Artikel lesen
Link zum Artikel