Schweiz
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Gesundheitsausgaben steigen auf 816 Fr. pro Einwohner im Monat – 1960 waren es 32 Franken



Im Jahr 2020 müssen Versicherte im Schnitt 0,2 Prozent mehr für die Krankenkassenprämien bezahlen. Der Anstieg ist im Vergleich zum Vorjahr moderat. (Symbolbild)

Bild: KEYSTONE

82.8 Milliarden Franken kostete das Schweizer Gesundheitswesen 2017. Das sind 816 Franken pro Einwohner und Monat. Die Gesundheitsausgaben machen 12.4 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. Die Zunahme um 2.9 Prozent liegt 0.6 Prozent unter dem Fünfjahresschnitt.

Zum Vergleich: 1960 verschlang das Gesundheitswesen in der Schweiz erst 2.1 Milliarden Franken, 32 Franken pro Kopf und Monat. Das entsprach 4.7 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP).

30 Jahre später hatten sich die Kosten mehr als verzehnfacht auf insgesamt 28 Milliarden Franken oder 342 Franken monatlich für jeden Einwohner. Wieder 30 Jahre später kostete das Gesundheitswesen drei Mal mehr als 1990, 2.4 Mal mehr pro Person im Monat.

Heute verteilen sich die Kosten pro Einwohner wie folgt: 26.7 Prozent für ambulante Kurativbehandlung, 19.3 Prozent für Langzeitpflege, 19 Prozent für stationäre Kurativbehandlung, 16.5 Prozent für Gesundheitsgüter, knapp 8 Prozent für unterstützende Dienstleistungen, die restlichen gut 10 Prozent für Rehabilitation, Verwaltung und Prävention.

Spitäler vergleichsweise «günstig»

Kantonsspital Aarau ( KSA ) Notaufnahme für Erwachsene und für Kinder

Bild: Aargauer Zeitung

Mit 2 Prozent haben die Spitäler gegenüber dem Vorjahr weniger aufgeschlagen als die mittlere Gesundheitsteuerung von 2.9 Prozent. Überdurchschnittlich abgesahnt haben Zahnarztpraxen und -kliniken sowie «andere ambulante Leistungserbringer» wie beispielsweise Physiotherapeuten mit je 5.6 Prozent Aufschlag.

Am meisten zugelegt haben die «unterstützenden Leistungsbringer» mit einer Teuerung von 7.3 Prozent; gemeint sind Labors und Transporte, wie es in der definitiven Abrechnung des Bundesamt für Statistik (BFS) vom Dienstag heisst.

24 Milliarden zahlen private Haushalte

Von den knapp 83 Milliarden Franken Gesundheitskosten trägt der Staat etwa 15 Milliarden, die obligatorische Krankenversicherung 30 Milliarden, andere Sozialversicherungen 5, andere öffentliche Finanzierungen 3 und Privatversicherungen 5.4 Milliarden Franken. Fast 24 Milliarden zahlen die privaten Haushaltungen selbst.

Das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg 2017 von 12.2 auf 12.4 Prozent. Von allen OECD-Ländern lag nur in den USA das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum BIP noch höher, nämlich bei 17.2 Prozent. Frankreich auf Platz drei liegt 0.8 Prozentpunkte tiefer als die Schweiz. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • electron@home 23.10.2019 12:51
    Highlight Highlight Unser Gesundheitssystem ist zu einem Selbstbedienungsladen für alle verkommen.
  • blinddursland 22.10.2019 22:52
    Highlight Highlight Wir sollten endlich die Gesundheitskosten vom BIP abziehen als dazu addieren.
  • Mischa Müller 22.10.2019 21:56
    Highlight Highlight Kein Wunder, die Schweizer Ökonomie setzt ja nicht auf Lösungen bei einigen, verbreiteten, hartnäckigen Krankheiten, sondern auf reine "Obstipatio Mentalis".
    Ein Beispiel die Psychiatrie: anstatt Heilung und Genesung, beschehrt sie uns tausende von arbeitswilligen, aber chronisch kranke, liebe Mitmenschen. Heilung würde durch eine mutige Sexualökonomie führen, nicht durch lebenslange Psychopharmakaanwendung und deren Kommorbitäten. Echt jetzt.
  • chicadeltren 22.10.2019 20:36
    Highlight Highlight Interessant ist ja, dass es in F auch nicht wirklich günstiger ist trotz komplett staatlichem System. In Singapur hingegen liegen die Kosten nur bei 5% vom BIP mit einem Mix aus verschiedenen staatlichen Programmen, sowie Gesundheitssparkonten. Vielleicht sollten wir uns eher daran orientieren.
    • Rainbow Pony 22.10.2019 21:00
      Highlight Highlight Hast du Quellen?
    • Neruda 23.10.2019 00:16
      Highlight Highlight Also wenn noch mehr Private dran verdienen wollen, wird's günstiger? Da bin ich ja auf deine Quellen gespannt, ernsthaft!
    • chicadeltren 23.10.2019 14:56
      Highlight Highlight https://www.who.int/countries/sgp/en/
    Weitere Antworten anzeigen
  • Franz v.A. 22.10.2019 20:22
    Highlight Highlight 1960 hat ein Maurer auch nur etwa 4-5 chf die Stunde verdient. 6 Zimmerwohnung gabs für 700. Zigaretten kosteten ca. 1 chf ... Bus 60 Rappen, Weggli 15 Rappen.

    Ausserdem ist man damals an einem Herzinfarkt meistens gestorben, im Gegensatz zu heute dank moderner Medizien.
  • Tragain 22.10.2019 18:40
    Highlight Highlight Naja MRI und Ultraschall und so weiter und sofort hat es alles nicht gegeben anno 1960. zusätzlich werden die leute auch viel älter und die früherkennung ist auch besser.
    was mich mehr und mehr stört:
    Therapeuten und Apotheker sind ja selber nicht diejenigen, die sich Patienten aussuchen. da kommt der Pat. zum Arzt, der Arzt macht dann die weiterleitung, der Therapeut behandelt, wer eine Verordnung erhalten hat.
    Zudem zahlt man bei einem Physio für 9x30 Minuten Behandlung etwa 500-.
    das letze mal als ich beim Arzt war für 1x15min Behandlung 150.-. Die Rechnung kann man selber zu ende denken
  • Tepesch 22.10.2019 18:24
    Highlight Highlight Fraglich ob man die Versicherungsleistungen von damals mit den heutigen vergleichen kann. Zu dem ist vieles heute heilbar, behandelbar bzw. wird überhaupt erst entdeckt.
    Dennoch sind die hohen Medipreise und zunehmenden Ops ein Problem.
  • Donspliff 22.10.2019 17:24
    Highlight Highlight Alles wird teurer löhne steigen leider nicht gleich schnell tödöm...
  • Ribosom 22.10.2019 17:22
    Highlight Highlight Also der Staat (also wir mit den Steuern) bezahlt 15Mia, die Krankenkassen (also wir mit den Prämien) 30Mia und die Leute (wir) 24Mia. Wir geben echt viel Geld aus für das Gesundheitssystem...
    • rburri68 22.10.2019 18:15
      Highlight Highlight Gut, am ende zahlen sowieso immer slles wir, egal was. Nur zurück bekommen wur nicht alles, sondern ein paar wenige
  • Finöggeli 22.10.2019 17:05
    Highlight Highlight Kleines Detail : Die Kosten sind gestiegen, jedoch ist auch Lebenserwartung in der Zeit um 11 Jahre (bzw 16%!) gestiegen...
  • IchSageNichts 22.10.2019 16:23
    Highlight Highlight SBB Billett 1 Klasse 1/2 Zürich Basel retour

    1959 9.85
    2019 60.00

    Faktor Preisanstieg 6.1

    bei der Gesundheit ist der Faktor 25

    Nur bei Zürich-Basel fährt man immer noch die gleiche Strecken vielleicht ein wenig häufiger aber nicht unbedingt komfortabler für einen 6 fachen Preis.

    Im Gesundheitswesen ging die Post ab und wir sterben später und leben länger gesund als noch 1960. Das kostet halt was. Und solange jedes Täli sein Spitäli, die Pharma für mehr als 10% des BIP sorgt und man Marktwirtschaft in einer Solidaritätsversicherung hat ändert sich daran auch nicht so viel.


    • DerMedicus 22.10.2019 19:13
      Highlight Highlight toller kommentar, danke 👍👍🥳
    • Mischa Müller 22.10.2019 22:05
      Highlight Highlight Ja genau. Jetzt leben wir 16 Jahre lang gesund im Leben, früher waren es sechs Jahre. Und wir sterben nach unserem Selbstmordversuch, zirka 30-40 Jahre später im Alter von 65. Also wir, die wir das Gesundheitswesen noch länger belasten werden. Wir sind das Getriebe der weltweiten Medikamentenpost. Und unsere Onkels sind ja sowieso Aktionäre der Pharmafirmen, dessen Medis ich täglich schlucke. Also wird meine gesunde Couch Ine reich sein, irgendwann.
  • DaveKnobs 22.10.2019 15:59
    Highlight Highlight Genau das passiert in einem Gesundheitssystem, in dem der kranke Patient der pflegenden Instanz mehr Geld einbringt als der gesunde.
    • EnnoConda 22.10.2019 18:47
      Highlight Highlight Sehe ich auch so. Das System ist völlig unsolidarisch gegenüber den Gesunden oder Leuten, die nicht wegen jedem Schnupfen in die Notaufnahme rennen. Psychologisch wäre es super, wenn man eine gesunde Lebensweise finanziell honorieren würde. Vielleicht müsste man die Anzahl der "unabhängigen" Spitalbesuche anschauen. Denn, wer schwer krank ist, darf auf keinen Fall bestraft werden.
  • B-Arche 22.10.2019 15:29
    Highlight Highlight Erstens: die 32 Franken 1960 wären mit Inflation 132 Franken 2018. Quelle: Teuerungs-Rechner auf admin.ch.

    Dann: viele seltenere Krankheiten die sehr teuer zu behandeln sind wurden eben nicht behandelt da noch keine Therapie gefunden. Man liess die Menschen sterben.
    Und dann war da noch dass wir alle im Schnitt älter werden.
    • Emanuel Ludi 22.10.2019 19:02
      Highlight Highlight Aber, ob es uns jetzt tatsächlich rund 6 Mal besser geht?
    • B-Arche 22.10.2019 22:33
      Highlight Highlight Emanuel: Sage das einem Kranken der an einer schwierigen Krankheit leidet die eine Million kostet wenn man sie behandelt dass er nun besser sterben solle um kein Kostenfaktor zu sein und um "die Erfolgreichen" nicht aufzuhalten durch zu hohe Prämien. "Bitte sterben Sie, machen Sie das Opfer für die Gesellschaft".

      So ist das übrigens hier in den USA. Da lehnt die Krankenversicherung die Behandlung einfach Mal ab weil zu teuer und Heilungschancen nur durchschnittlich.

      Der Glauben erledigt den Rest "Gott ruft mich eben zu sich" - was das Ganze dann richtig pervers macht.
    • trio 23.10.2019 06:30
      Highlight Highlight Das wird bei uns auch gemacht, Behandlungen ablehnen die zu teuer und die Heilungschancen zu tief.
  • Posersalami 22.10.2019 15:01
    Highlight Highlight Unfassbar

    Hoffentlich kann das neue Parlament da endlich einmal etwas machen. Als erstes sollte man ALLE Parlamentarier mit einem Pöstchen in der Pharmaindustrie aus dem Saal jagen wenn darüber debattiert und abgestimmt wird. Deren „Kompetenz“ verursacht nur Kosten, versuchen wir es doch mal ohne!
  • Heinzbond 22.10.2019 14:52
    Highlight Highlight Und wo wird immer zu erst gespart, am Personal in der Pflege, ist ja fast schon wie in 🇩🇪 hier...

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