DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Inflation klettert weiter in die Höhe – angetrieben von steigenden Ölpreisen

01.12.2021, 13:21

Die Inflation in der Schweiz zieht angetrieben von steigenden Ölpreisen weiter an: Im November kletterte sie auf 1.5 Prozent.Damit liegt die Teuerung hierzulande allerdings immer noch weit hinter den Werten aus dem Ausland zurück.

Die Preise steigen rund um den Globus an, so auch in der Schweiz: Nach 0.9 Prozent im September bzw. 1.2 Prozent im Oktober rückte die Jahresteuerung im November auf 1.5 Prozent vor, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch mitteilte. Ökonomen hatten damit gerechnet.

Erdölpreise heizen Teuerung an

Geprägt wird das Inflationsgeschehen von den im Jahresvergleich stark gestiegenen Energiepreisen. Im Sommer vor einem Jahr fiel die Jahresteuerung wegen den damals während der Coronakrise stark rückläufigen Ölpreisen bis auf -1.3 Prozent zurück. Doch dann zogen mit der Konjunkturerholung die Rohstoffpreise wieder an, und seit April bewegt sich die Inflation wieder im positiven Bereich.

Vor allem die Erdölpreise wirken sich auf die Teuerung aus: Gemäss den BFS-Zahlen waren im November Erdölprodukte 36 Prozent teurer als im gleichen Monat 2020, wobei sich vor allem das Heizöl (+58%) massiv verteuert hat. Ohne die Veränderungen bei Energie- und Treibstoffpreisen sowie bei Nahrungsmitteln liegt denn auch die sogenannte Kerninflation aktuell lediglich bei 0.7 Prozent.

Im internationalen Vergleich tief

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), mit welchen die hiesige Teuerung mit jener in den europäischen Ländern besser verglichen werden kann, stieg im Berichtszeitraum ebenfalls an. Gegenüber dem Vorjahr nahm der HVPI ebenfalls um 1.5 Prozent zu.

In der Schweiz liegt die Inflation trotz dem Anstieg aber nach wie vor auf einem klar tieferen Niveau als in anderen Ländern. Im Euroraum etwa stand sie im November bei 4.9 Prozent. Das ist die höchste Inflationsrate seit Bestehen des Währungsraums. Allein in Deutschland beläuft sich die Teuerung auf 6.0 Prozent. In den USA wurde zuletzt gar mit 6.2 Prozent (Oktober) der höchste Wert seit 1990 vermeldet.

Ein Grund für den stärkeren Preisanstieg im umliegenden Ausland sind Experten zufolge die Unterschiede im Energie-Mix. In Europa spielen fossile Energieträger wie Kohle oder Gas eine wichtigere Rolle als in der Schweiz, wo Wasserkraft und Atomenergie in der Versorgung entscheidend sind. Insbesondere die Gaspreise schossen zuletzt stark in die Höhe.

Wasserkraft, Limmerensee im Kanton Glarus.
Wasserkraft, Limmerensee im Kanton Glarus.Bild: KEYSTONE

Abklingen der Inflation

Die Frage stellt sich nun, ob die sehr hohen Teuerungsraten temporärer Natur sind, oder die Phase der Preissteigerungen länger anhält. ZKB-Chefökonom David Marmet geht davon aus, dass der Anstieg der Teuerungsrate hierzulande zumindest zum Jahresende bei 1.6 und 1.7 Prozent den Höchststand erreichen wird und sich dann im kommenden Jahr 2022 auf gegen 1 Prozent zurückbilden wird.

Mit den Prognosen fürs kommende Jahr liege die ZKB etwas über dem Konsens, so Marmet. Er rechnet damit, dass die Energiepreise über Zweitrundeneffekte da und dort auf die Gesamtwirtschaft durchschlagen könnten. Die Ökonomen von Capital Economics rechnen sogar damit, dass die Teuerungsrate in der Schweiz in den kommenden Monaten wieder unter 1 Prozent fallen wird.

Bild: KEYSTONE

Zum Oktober stabil

Gegenüber dem Vormonat Oktober waren die Konsumentenpreise in der Schweiz im November derweil stabil. Der entsprechende Landesindex der Konsumentenpreise (CPI) lag wie schon im Oktober bei 101.6 Punkten. Während laut BFS die Treibstoffpreise und die Wohnungsmieten anstiegen, sanken die Preise etwa für Hotelübernachtungen oder Fruchtgemüse. (yam/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Notgeld in Deutschland

1 / 27
Notgeld in Deutschland
quelle: gemeinfrei
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

In einem kolumbianischen Dorf wird mit Coca-Paste bezahlt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Hasskommentare im Internet melden: Was du dazu wissen musst
Hasskommentare sind strafrechtlich relevant. Wir zeigen dir auf, wie du am einfachsten eine Strafanzeige stellen kannst.

Es gibt keine einheitliche Definition dafür, was unter «Hassverbrechen» bzw. «Hasskommentare» gezählt wird. Meist handelt es sich um sogenannte strafbare Handlungen gegen die Ehre. Das Strafgesetzbuch unterscheidet dabei zwischen:

Zur Story