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Meloni kritisiert Schweizer Spitalrechnung an Crans-Montana-Opfer

epa12897812 Italian Prime Minister Giorgia Meloni speaks at the 76th National Assembly of Italian hoteliers' association Federalberghi in Rome, Italy, 18 April 2026. EPA/FABIO FRUSTACI
Italiens Ministerpräsidentin übt Kritik an der Schweizer Bürokratie aus.Bild: keystone

Meloni kritisiert Schweizer Rechnung an Crans-Montana-Opfer – Spital äussert sich

Nach der Verunsicherung um hohe Spitalrechnungen für italienische Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana beschwichtigt der Kanton Wallis. Die Behörden stellen klar, dass die betroffenen Familien die Kosten nicht selbst tragen müssen. Auch das Spital äussert sich.
21.04.2026, 14:1321.04.2026, 16:57

Die Familie eines 16-jährigen Brandopfers der Silvesternacht in Crans-Montana erhielt am Montag eine Spitalrechnung von 70'000 Franken für einen 15-stündigen Aufenthalt, wie der Corriere della Sera berichtete. Dies, obwohl der Kanton Wallis für die medizinischen Kosten der Verletzten aufkommen würde.

Die Familie setzte sich über den italienischen Botschafter in Bern mit den Walliser Behörden in Verbindung. Diese versicherten der Familie, dass es sich um einen Irrtum handle. «Die Angehörigen der verletzten Jugendlichen haben absolut nichts zu zahlen», versichert der Botschafter im «Blick».

«Die im Spital Wallis erbrachten Leistungen gehen nicht zulasten der Familien», teilte auch die Dienststelle für Gesundheitswesen am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Die Familien seien bereits Ende Februar bis Anfang März schriftlich über das Vorgehen informiert worden, falls sie entsprechende, für sie nicht zahlungspflichtige Rechnungen erhalten, hiess es weiter.

Die Spitalverantwortlichen äusserten sich ebenfalls zum Vorfall. Es handle sich lediglich um Rechnungskopien, die Kosten müssten nicht von den Opfern getragen werden. «Wie bei allen Rechnungen, die im Namen von Versicherungsunternehmen in der Schweiz ausgestellt werden, wurde den Patienten gemäss den Bestimmungen des Krankenversicherungsgesetzes (LAMal) eine Kopie zur Information zugesandt», sagten die Verantwortlichen gegenüber Le Nouvelliste.

Meloni: «Eine Beleidigung und ein Hohn»

Nun schaltet sich die italienische Ministerpräsidentin ein und kritisiert die Schweizer Behörden auf der Plattform X. Das Missverständnis um die Spitalrechnung sei «eine Beleidigung und zugleich ein Hohn, wie ihn nur unmenschliche Bürokratie hervorbringen kann».

Sie habe Kontakt zum Botschafter in Bern aufgenommen, der ihr bestätigte, dass es sich um ein Versehen der Schweizer Behörden handelte. «Ich bat den Botschafter jedoch, dieser Angelegenheit weiterhin grösste Aufmerksamkeit zu widmen, denn es wäre abscheulich, wenn solche Kosten den Opfern oder Italien aufgebürdet würden», schreibt Meloni in ihrem X-Post.

Es sei ausserdem noch unklar, ob noch andere Angehörige von Opfern ähnliche Spitalrechnungen erhalten hätten, schreibt der «Blick». (nil/hkl/sda)

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Honk
21.04.2026 15:10registriert Mai 2019
In Anbetracht dass die Familie von Anfang an informiert wurde dass Sie nichts zu bezahlen habe, verstehe ich das gepolter von der Meloni jetzt nicht ganz. Klingt sehr nach Polemik.
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Tatwort
21.04.2026 16:20registriert Mai 2015
Italien meldet einen Sturm im Wasserglas... Gemäss italienischen Zeitungen erhielt die Familie eine Kopie der bezahlten Rechnung.
Gross und für alle sichtbar stand auf der Rechnung: "KOPIE". Und dass die nicht zu bezahlen sei.
Im Vergleich zu meinen Lämpen, die ich mit italienischen Krankenversicherern habe, ist das gelinde gesagt ein Nüüteli.
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Posersalami
21.04.2026 14:47registriert September 2016
Zahlen müssten mMn.:

1) Verursacher, also der Betreiber der Bar
2) und / oder seine Versicherung
3) Gemeinde / Kanton, weil sie mindestens mitschuldig sind wegen der nicht durchgeführten Kontrollen. In anderen Kantonen wäre ganz einfach nichts passiert weil kein leicht brennbares Material an der Decke gewesen wäre.

Ganz sicher nicht das Opfer und sicher nicht der Bund. Beide können absolut nichts für die Katastrofe.
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