Meloni kritisiert Schweizer Rechnung an Crans-Montana-Opfer – Spital äussert sich
Die Familie eines 16-jährigen Brandopfers der Silvesternacht in Crans-Montana erhielt am Montag eine Spitalrechnung von 70'000 Franken für einen 15-stündigen Aufenthalt, wie der Corriere della Sera berichtete. Dies, obwohl der Kanton Wallis für die medizinischen Kosten der Verletzten aufkommen würde.
Die Familie setzte sich über den italienischen Botschafter in Bern mit den Walliser Behörden in Verbindung. Diese versicherten der Familie, dass es sich um einen Irrtum handle. «Die Angehörigen der verletzten Jugendlichen haben absolut nichts zu zahlen», versichert der Botschafter im «Blick».
«Die im Spital Wallis erbrachten Leistungen gehen nicht zulasten der Familien», teilte auch die Dienststelle für Gesundheitswesen am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Die Familien seien bereits Ende Februar bis Anfang März schriftlich über das Vorgehen informiert worden, falls sie entsprechende, für sie nicht zahlungspflichtige Rechnungen erhalten, hiess es weiter.
Die Spitalverantwortlichen äusserten sich ebenfalls zum Vorfall. Es handle sich lediglich um Rechnungskopien, die Kosten müssten nicht von den Opfern getragen werden. «Wie bei allen Rechnungen, die im Namen von Versicherungsunternehmen in der Schweiz ausgestellt werden, wurde den Patienten gemäss den Bestimmungen des Krankenversicherungsgesetzes (LAMal) eine Kopie zur Information zugesandt», sagten die Verantwortlichen gegenüber Le Nouvelliste.
Meloni: «Eine Beleidigung und ein Hohn»
Nun schaltet sich die italienische Ministerpräsidentin ein und kritisiert die Schweizer Behörden auf der Plattform X. Das Missverständnis um die Spitalrechnung sei «eine Beleidigung und zugleich ein Hohn, wie ihn nur unmenschliche Bürokratie hervorbringen kann».
Sie habe Kontakt zum Botschafter in Bern aufgenommen, der ihr bestätigte, dass es sich um ein Versehen der Schweizer Behörden handelte. «Ich bat den Botschafter jedoch, dieser Angelegenheit weiterhin grösste Aufmerksamkeit zu widmen, denn es wäre abscheulich, wenn solche Kosten den Opfern oder Italien aufgebürdet würden», schreibt Meloni in ihrem X-Post.
Sono rimasta scioccata dalla notizia delle fatture da decine di migliaia di euro inviate da un ospedale svizzero alle famiglie di alcuni ragazzi coinvolti nel rogo di Capodanno a Crans-Montana.
— Giorgia Meloni (@GiorgiaMeloni) April 21, 2026
Un ospedale di Sion è arrivato addirittura a chiedere oltre 70 mila euro per poche…
Es sei ausserdem noch unklar, ob noch andere Angehörige von Opfern ähnliche Spitalrechnungen erhalten hätten, schreibt der «Blick». (nil/hkl/sda)
