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Nach der Vincenz-Ära geht der Raiffeisen-Gewinn deutlich nach oben



ARCHIV - Das Firmenlogo der Bank Raiffeisen in Zug, im Hintergrund steht ein Jaguar auf der Bahnhofstrasse, aufgenommen am 22. Februar 2013. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stuft die Raiffeisen Gruppe als systemrelevant ein. Dies teilte die SNB am Mittwoch mit. Die entsprechende Verfuegung sei nach Anhoerung der Raiffeisen und in Einvernehmen mit letzterer erfolgt. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Raiffeisen macht wieder satt Gewinn. Bild: KEYSTONE

Die Raiffeisen-Gruppe hat 2019 den Gewinn wieder deutlich erhöht, nachdem das Vorjahresergebnis noch von den Folgen der Ära des früheren CEO Pierin Vincenz belastet war. Zwar wuchs die genossenschaftliche Bankengruppe im Hypothekargeschäft etwas langsamer als noch im Jahr davor, dagegen legten sie bei den Kundeneinlagen stark zu.

Für den seit Anfang 2019 amtierenden Raiffeisen-CEO Heinz Huber ging es im vergangenen Jahr darum, nach den Turbulenzen im Nachgang der Vincenz-Ära das Vertrauen zurückzubringen. Das sei auch gelungen, gab er sich am Donnerstag an der Bilanzmedienkonferenz überzeugt: «Das Vertrauen der Kunden ist grösser denn je». Er verwies dabei etwa auf den Anstieg der Raiffeisen-Kunden um rund 36'000 Personen.

Auch bei den Gewinnzahlen sieht sich Raiffeisen nach dem Rückgang des Vorjahrs wieder auf Kurs. Der Gruppengewinn erhöhte sich 2019 um rund 54 Prozent auf 835 Millionen Franken, was der zweithöchste Gewinn in der Raiffeisen-Geschichte war. Im Geschäftsjahr 2018 waren aber noch Sonderbelastungen von rund 270 Millionen Franken aus der Aufarbeitung der Vincenz-Ära angefallen.

Druck auf Zinsengeschäft

Auf der Ertragsseite verzeichnete die Bankengruppe allerdings einen leichten Rückgang (-0.9 Prozent auf 3.05 Milliarden Franken). So musste die Gruppe im Zinsengeschäft wegen der anhaltenden Tiefzinsen einen weiteren Rückgang der Marge hinnehmen. Weil die Raiffeisen-Banken aber weniger Wertberichtungen für Ausfallrisiken vornahmen als im Vorjahr, legte der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft dennoch leicht zu.

Klar unter dem Vorjahr fielen die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (-7.7 Prozent) aus, was allerdings auf den Verkauf der Privatbank Notenstein La Roche von 2018 zurückzuführen war. Unter Ausklammerung von Notenstein habe das Geschäft einen «erfreulichen Zuwachs» aufgewiesen, sagte Finanzchef Christian Poerschke: Stark hätten sich insbesondere die Vermögensverwaltungsmandate entwickelt.

Deutliche Fortschritte machte Raiffeisen beim Geschäftsaufwand (-6.3 Prozent auf 1.9 Milliarden Franken). Hauptgrund war die Ende 2018 abgeschlossene Einführung des Kernbankensystems, die sich sowohl beim Personal- wie beim Sachaufwand positiv auswirkte.

Hypothekenwachstum mit Markt

Im Hypothekargeschäft war die Raiffeisen-Gruppe mit einem Anstieg der Forderungen um 3.2 Prozent auf 185.3 Milliarden Franken langsamer unterwegs als noch im Vorjahr. Der Anstieg entspreche der Ambition, in etwa auf Marktniveau zu wachsen, hiess es. Der Marktanteil der Raiffeisen-Banken im Schweizer Hypothekargeschäft blieb damit laut den Angaben stabil auf 17.6 Prozent.

Die verwalteten Kundenvermögen (AuM) lagen mit 211 Milliarden Franken um 7.6 Prozent über dem Vorjahreswert. Zu verdanken war der Anstieg nicht zuletzt dem deutlichen Wachstum der Kundeneinlagen um 6.3 Prozent - damit sei auch der Marktanteil der Raiffeisen-Gruppe bei den Kundeneinlagen mit 13.4 Prozent deutlich ausgebaut worden.

Fünfjahres-Strategie festlegen

Für das laufende Jahr rechnet Raiffeisen mit einem «stabilen Geschäftsgang» sowie einem erneut leicht tieferen Wachstum im Hypothekargeschäft. Aus dem 2021 angekündigten Kostenprogramm bei der Zentrale Raiffeisen Schweiz erwartet Raiffeisen Einsparungen im Umfang von rund 105 Millionen Franken. Diese sollen zum Teil schon 2020 und im vollen Umfang 2021 anfallen, wie Finanzchef Poerschke sagte.

2020 will Raiffeisen nun unter anderem eine Saron-Hypothek und einen Saron-Kredit für Unternehmenskunden sowie eine digitale Vermögensverwaltung lancieren. Mit einer Gruppenstrategie soll zudem der «strategischen Rahmen für die nächsten fünf Jahre» festgelegt werden. Dabei sollen Herausforderungen wie das Tiefzinsumfeld oder die Diversifikation bei den Geschäftsfeldern angesprochen werden. (aeg/sda/awp)

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