Schweiz
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Warum es dem Schweizer Arbeitsmarkt trotz Schieflage gut geht



ZUM KINDERZENTRUM LINDENPARK STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- The medical practice staff working at the reception in the Lindenpark Children's Medical Centre, photographed on 26 July 2019 in Baar ZG, Switzerland. (KEYSTONE/Christian Beutler)..Das medizinische Praxispersonal bei der Arbeit am Empfang im Kinderzentrum Lindenpark, aufgenommen am 26. Juli 2019 in Baar ZG. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Bild: KEYSTONE

Die trüberen Wirtschaftsaussichten haben dem Schweizer Arbeitsmarkt bislang kaum etwas anhaben können. Mit dem Beginn der Zwischensaison ist die Arbeitslosenquote im November zwar leicht gestiegen, sie bleibt aber auf einem sehr tiefen Niveau. Die konjunkturelle Abkühlung dürfte aber im kommenden Jahr auch auf dem Arbeitsmarkt zu spüren sein.

Die Arbeitslosenquote stieg im November leicht an auf 2,3 von 2,2 Prozent im Oktober, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte. Grund dafür ist die Zwischensaison, die etwa im Bau- und Gastgewerbe sowie in der Temporärarbeit die Zahl der Arbeitslosen ansteigen liess. Bereinigt um saisonale Effekte dagegen verharrte die Quote bei 2,3 Prozent.

Mehr Stabilität dank Dienstleistungen

«Der aktuelle Anstieg für die Zwischensaison ist nicht sehr ausgeprägt», sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion Arbeit beim Seco, an einer Telefonkonferenz. Das liege auch daran, dass die Bedeutung der saisonsensitiven Branchen für die Beschäftigung abgenommen habe. Der Grossteil der Beschäftigten sei heute in den Dienstleistungen tätig. Deshalb entwickle sich der Arbeitsmarkt viel stabiler als früher.

Das kommt der Schweiz nun auch angesichts der aktuellen Konjunkturlage zugute: Die Aussichten für die Weltkonjunktur hätten sich zwar weiter eingetrübt, sagte Zürcher. Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt sei die Zunahme aber erst leicht und punktuell spürbar. Vor allem in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie könne man beobachten, dass sich die Situation etwas drehe.

Trendwende 2020

Das zeigt sich auch in den Daten zur Kurzarbeit. Zuletzt nahmen mehr Betriebe das Instrument der Kurzarbeit in Anspruch. Die neuesten Zahlen sind für September erhältlich. In dem Monat waren 111 Betriebe betroffen, 39 mehr als noch im August. Insgesamt waren damit 2090 Personen von Kurzarbeit betroffen, mehr als doppelt so viele wie im Vormonat. Die Dynamik sei im Zunehmen begriffen, sagte Zürcher, betonte aber auch: «Wir befinden uns immer noch auf einem sehr, sehr tiefen Niveau.»

Das Instrument der Kurzarbeit wird vor allem in der MEM-Branche eingesetzt. Obwohl deren Bedeutung für die Beschäftigung abgenommen habe, sei sie immer noch wichtig, sagte Zürcher. Daher sei die Kurzarbeit sinnvoll. Derzeit ist eine Gesetzesrevision zu den Voraussetzungen für Kurzarbeit in Gang.

Die Entwicklung in der MEM-Branche dürfte sich erst ab dem nächsten Jahr auch in den Arbeitslosenzahlen spiegeln. Das Seco rechnet gemäss der geltenden Prognose damit, dass dieses Jahr die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt noch auf tiefen 2,3 Prozent bleibt. Im kommenden Jahr dürfte sie dann leicht auf 2,5 Prozent steigen. Laut Zürcher handelt es sich dabei um eine «allmähliche Normalisierung».

Noch über das aktuelle Jahr hinaus dürfte derweil eine Verbesserung bei den Aussteuerungen anhalten: Diese reagieren naturgemäss jeweils verzögert auf die Arbeitsmarktlage. Dank der zuletzt sehr guten Entwicklung haben zuletzt etwas weniger Personen das Recht auf Arbeitslosenentschädigung verloren. Im Monat September waren es noch 2023 Personen. Es gebe einen Trend zu tieferen Zahlen, sagte Zürcher. Dieser dürfte sich in Zukunft noch verfestigen. (aeg/sda/awp)

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