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Liess die CS Star-Banker Khan beschatten? Bank will «detaillierte Abklärungen» treffen

Die Credit Suisse soll ihren Star-Banker Iqbal Khan beschattet haben. Von einer Verfolgungsjagd mitten durch Zürich, einen tätowierten Türsteher-Typen und Todesangst ist die Rede. Jetzt nehmen CS-Chef Tidjane Thiam und CS-Präsident Urs Rohner Stellung.



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Die Protagonisten des Wirtschaftskrimis: Iqbal Khan, Tidjane Thiam, Urs Rohner. Bild: ZVG/KEY

Was ist passiert?

Iqbal Khan, der erst 43-jährige frühere Credit-Suisse-Manager und neue Hoffnungsträger der UBS, hat bei der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft eine Strafanzeige wegen Nötigung eingereicht. Khan und seine Ehefrau sollen gemäss Medienberichten - als erstes berichtete «Inside Paradeplatz» - vergangene Woche beim Einkaufen in der Stadt Zürich von einem Auto verfolgt worden sein. Als Khan im Zentrum der Stadt seinen Wagen stoppte, um seine Verfolger zur Rede zu stellen, kam es zu einem Handgemenge. Die Verfolger, darunter ein «tätowierter Schlägertyp», haben versucht, Khan das Handy zu entreissen. Denn dieser hatte seine Verfolger nach dem Aussteigen fotografiert. Als Passanten auf den Streit aufmerksam wurden, ergriffen die Verfolger die Flucht.

Nach Informationen von CH Media führten nicht Khans Fotos zur Verhaftung der Detektive, sondern die Autonummer des Verfolgungswagens. Bei diesem hat es sich um ein Mietauto gehandelt, dessen Mieter schnell ausgemacht waren.

Wie geht es Khan?

Wie ein Vertrauter von Khan, der mit ihm kurz nach dem Vorfall telefonierte, gegenüber der CH-Media-Redaktion ausführt, habe Khan «grosse Angst» gehabt. «Er wirkte total aufgeregt und aufgewühlt - ausgerechnet er, der sonst immer so cool ist. Er hatte Angst um seine Familie.» Denn der 43-Jährige war mit dem Auto nicht geschäftlich, sondern in privater Mission unterwegs. Er hatte seinen sechsjährigen Sohn ins Fussballtraining in Herrliberg ZH gebracht und war dann gemeinsam mit seiner Frau ins Zürcher Stadtzentrum gefahren. Khans Frau wurde Zeugin der ganzen Vorfälle.

Wer hat die Detektive auf Khan angesetzt?

Nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» war es die Credit Suisse, bei der Kahn noch angestellt ist, bis er Anfang Oktober zur UBS wechselt. Die CS werfe ihrem früheren Konzernleitungsmitglied vor, einige Führungskräfte seines Noch-Arbeitgebers angesprochen zu haben mit dem Ziel, sie zur UBS zu locken. Man habe laut FAZ «klare Hinweise auf handfeste Abwerbeversuche». Das hat der CS offenbar gereicht, um die Schnüffel-Aktionen zu starten. Man wollte Khan wohl beim Treffen mit CS-Kundenberatern ertappen. Solche Treffen könnten allenfalls gegen die Austrittsvereinbarung verstossen, welche Khan mit CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner Ende Juni ausgehandelt hat.

Ungewöhnlich ist, dass Khan nach nur drei Monaten bereits zum Erzrivalen wechseln darf - und dass er kein Konkurrenzverbot hat. Das lässt Spekulationen ins Kraut schiessen: Warum kam Rohner dem abtrünnigen Khan derart entgegen? Weiss Khan etwas, das für die CS gefährlich ist, war er also in einer derart starken Verhandlungsposition, dass ihm Rohner, um einen Eklat zu verhindern, weit entgegengekommen ist?

Was sagt die CS

Das Management der Credit Suisse hat am Montagnachmittag auf die Medienberichte reagiert. Von «sensationsgetrieben» und «nicht akkurat beschriebenen Vorgängen» ist die Rede.

«Am Wochenende wurde Credit Suisse verschiedentlich in Medienberichten genannt, wobei in einer sensationsgetriebenen Darstellung die Fakten und Vorgänge nicht akkurat beschrieben wurden», schrieben Konzernchef Tidjane Thiam und Verwaltungsratspräsident Urs Rohner in einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter. Das Memo wurde im Intranet der Grossbank veröffentlicht und liegt der Nachrichtenagentur AWP vor.

Der Verwaltungsrat werde «detaillierte Abklärungen treffen, um den Vorgängen auf den Grund zu gehen und die genauen Fakten ans Licht zu bringen». Zum Abschluss hiess es: «Wir ermutigen Sie, sich weiterhin auf ihre Kunden zu konzentrieren und unsere starke Position im Geschäft zu nutzen.»

Was sagt die UBS?

Grosses Schweigen bei der UBS. Ob ihr künftiger Hoffnungsträger beim alten Arbeitgeber Mitarbeiter oder Kunden anwirbt, dazu gibts keine Auskunft. Ein hochrangiger UBS-Vertreter betont in einem Hintergrundgespräch einzig, man sei «gelassen»: «Das ist eine Sache der CS. Uns ist nicht bekannt, dass Herr Khan sich nicht angemessen verhalten hätte.»

(Patrick Müller/sda/awp)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Freebee 23.09.2019 23:10
    Highlight Highlight Peinlich, peinlich... Wenn man schon solche Sachen tut sollte man sich wenigstens nicht dabei erwischen lassen.
  • taisho-corer 23.09.2019 23:09
    Highlight Highlight Star-Banker 😂
  • Don Sinner 23.09.2019 21:12
    Highlight Highlight Hier der Thriller zur Realität. Christopher Reich, *1961, Schweizer Vater, Amerikaner, lebt in San Diego, CA. NYT bestselling Autor. Numbered Account, 1998. Sein Erstling. 1 Mio+ verkauft. Spielt zumeist in Zürich, Bhfstr. Lies Reichs Trilogie Rules of Deception, 2008 - 1st class thriller (IMHO) -, Rules of Vengeance, 2009, Rules of Betrayal, 2010.
    Benutzer Bild
    • Don Sinner 23.09.2019 21:40
      Highlight Highlight Danke, liebeR RedaktorIn, dass du das so schnell aufgeschaltet hast :-). Das ist hier zwar kein Literaturclub, aber wer sich interessiert: Numbered Account ist etwas langfädig - halt Erstling. Lies Rules of Deception. Beginnt in den Schweizer Bergen, Lawine, dann hier und dort auf dem Planeten, vgl. James Bond. Und v.a. sprachlich exzellent, finde ich. Sonst könnte ich - zumindest - Reich nicht lesen. Love him.
  • Youri 23.09.2019 20:34
    Highlight Highlight Haha die CS 😆 verzweiflung pur...wenn sie nicht dahinter stecken würden hätten sie schon längst dementiert. Habe auch mal für die gearbeitet, und alle die ich kannte sind mittlerweile auch weg (waren ein paar gute Leute)...schade, aber selber schuld
  • R10 23.09.2019 17:18
    Highlight Highlight 3 Leute in einem Auto, die eine Beschattung per Auto offenbar so angehen, dass sie direkt entdeckt werden. Dazu ein „tätowierter Schlägertyp“, den man ja gemäss dieser Beschreibung ja auch leicht wiedererkennen kann, was für mich eher ungeeignet für eine Beschattung klingt.

    Iwie tönt das ganze eher so, als wäre tatsächlich eher Einschüchtern und Bedrohen, und nicht Beschatten das Ziel der ganzen Aktion.

    Mafiamethoden.
  • sa5 23.09.2019 17:15
    Highlight Highlight Manchmal ist die das Verhalten der Weisskragenfraktion, gar nicht so weit entfernt vom dem Gebaren ihrer Vorbilder aus Corleone.
  • Hierundjetzt 23.09.2019 17:00
    Highlight Highlight Mich würde eher interessieren warum er kein Jähriges Konkurrenzverbot erhielt und bereits nach 3 Monaten bei der UBS beginnen kann 😏
  • Triumvir 23.09.2019 16:54
    Highlight Highlight Fast schon ein Bankster Krimi - aber ein ziemlich billiger 🤪🤣
  • Ridcully 23.09.2019 16:37
    Highlight Highlight Das Ganze ist ja sooooooooo peinlich.....
  • Sandro Lightwood 23.09.2019 15:53
    Highlight Highlight Naja, darum werden solche Leute wie Kahn ja auch meist per sofort freigestellt. Um eben das Abwerben der Kunden und Mitarbeiter zu verhindern.

    Ihn mit mafiösen Gebaren einzuschüchtern ist definitiv der falsche Weg, sollte die CS tatsächlich dahinterstecken.
  • häxxebäse 23.09.2019 15:51
    Highlight Highlight bei der Kahn noch angestellt ist, bis er Anfang Oktober zur UBS wechselt.

    Er heisst khan nicht kahn.... auch wenn mir der kahn sympathischer ist 😏
  • Töfflifahrer 23.09.2019 15:22
    Highlight Highlight Was muss in einem Management vorgehen wenn die einen solchen Abschluss einer Information verschicken, wenn auch intern. Das tönt ja fast schon nach Durchhalteparole.

Das Gerede vom «Starbanker» Khan täuscht über die Banken-Realität hinweg

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Die Saga um Iqbal Khan zeigte vermeintliche Starbanker winzig klein und bieder. Man ärgert sich über Baulärm, streitet sich über Hecken und Bäume, gerät an Parties aneinander. Kleinliche Gezänk zwischen Nachbarn, wie es überall vorkommt. Nur stritten sich hier die Einkommensmillionäre Tidjane Thiam und Iqbal Khan an der Zürcher Goldküste.

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