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Wirtschaft

WEF in Davos wird teurer: Ticketpreise steigen um 1000 Prozent

View of Davos during sunset on the eve of the 54th annual meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, Monday, January 15, 2024. The meeting brings together entrepreneurs, scientis ...
Davos vor dem World Economic Forum (WEF) 2024. Bild: keystone

Das WEF erhöht seine Preise – um teilweise 1000 Prozent

Das World Economic Forum (WEF) in Davos plant, seine Ticketpreise zu erhöhen. Allerdings nicht für alle, sondern nur für die Gäste aus der zweiten Reihe – und das um das Zehnfache.
04.11.2024, 10:2804.11.2024, 11:09
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Bereits bei der nächsten Ausführung Anfang 2025 sollen einige Gäste deutlich mehr hinblättern, um sich unter die Crème de la Crème der Wirtschaftselite mischen zu können. Wie die «Financial Times» berichtet, planen die Organisatoren eine nicht gerade unerhebliche Erhöhung einiger Eintrittspreise. Das sei so am Wochenende bei einem Meeting in Genf mit den wichtigsten WEF-Sponsoren besprochen worden.

Das WEF bietet Zugangspässe, oder Badges, für Gäste «aus der zweiten Reihe», gedacht sind diese für die Entourage der Gäste aus der ersten Reihe – also Mitarbeitende der wirklich wichtigen Teilnehmenden. Bisher kosteten diese Badges 115 Franken, neu müssen ganze 1000 Franken dafür hingeblättert werden.

Höhere Preise – grösseres Angebot

Diese Art von Badge ermöglicht den Teilnehmenden den Eintritt für Teile der Veranstaltung, jedoch nicht für das Hauptkonferenzzentrum, wo sich die Staatsoberhäupter und Konzernchefs die Klinke reichen. Wer dorthin will, braucht einen «Elite-Badge» – für 27'000 Franken.

Gleichzeitig mit der Preiserhöhung sollen die Zweitklasse-Badges allerdings auch mehr Leuten zur Verfügung stehen als in vorherigen Jahren. Diese seien nicht zuletzt dazu gedacht, Führungskräfte der mittleren Ebene mit dem Versprechen neuer Networking-Möglichkeiten anzulocken.

«Man kann sich jetzt schon kaum bewegen»

Sowohl die Ticketpreiserhöhung als auch das grössere Angebot kommen offenbar nicht gut an. So sagte eine Führungskraft, die an dem Meeting in Genf dabei war, gegenüber der FT:

«Das fühlt sich an wie Geldschneiderei.»
Führungskraft eines grossen WEF-Sponsors

Einem weiteren Sponsor macht das Platzproblem zu schaffen: «Ich habe keine Ahnung, wo sie alle diese Leute unterbringen wollen. Man kann sich jetzt schon kaum bewegen.» Es fühle sich zudem an, als wäre eine Marketingperson dazugekommen, die den Organisatoren vor Augen geführt hätte, wie man bisher die «Marke Davos» unterverkauft hätte.

Mehr Einnahmen mit neuem Gebäude

Das WEF findet 2025 vom 20. bis zum 24. Januar statt. Wie in jedem Jahr dürfte der riesige Event auch im kommenden den Austragungsort Davos wieder in den Ausnahmezustand versetzen: Regelmässig steigen dann die Mieten ins Masslose, in Davos selbst gibt es kaum ein Durchkommen. Lokale Unternehmen vermieten dabei oft ihre Räume an Firmen, die dort ihre Dienstleistungen vermarkten und Kundentreffen abhalten wollen.

Für nächstes Jahr will das WEF auch hier neu mitmischen – um mehr Geld verdienen zu können. Geplant ist nämlich ein neues Gebäude in der Nähe des Konferenzzentrums mitten in Davos, in dem Sponsoren Sitzungsräume im Container-Stil mieten können. Auch das ist natürlich nicht gratis: Ungefähr 150'000 Franken pro Woche müssen Interessierte dafür hinblättern. (lak)

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quelle: ap/ap / markus schreiber
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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Nothingtodisplay
04.11.2024 10:44registriert November 2014
Ist doch jeder selber schuld, wer solche Preise bezahlt. Geht halt einfach nicht hin.
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Neruda
04.11.2024 13:13registriert September 2016
Kann man dieser privaten Veranstaltung ohne Nutzen für die Gesellschaft bitte mal die vollen Sicherheitskosten berechnen?

Die sollen den Soldaten den vollen Lohn zahlen, rsp. private Sicherheitsdienste engagieren.
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000614.06c54067@apple
04.11.2024 13:23registriert März 2024
Und wer zahlt die Sicherheit? Wohl der Steuerzahler. Sollte sich sofort ändern. Die Veranstalter zur Kasse bitten.
Eine Veranstaltung nach dem Motto: Ausser Spesen nix gewesen.
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