Schweiz
Wirtschaft

Bio-Produzent Holle nimmt auch in der Schweiz Babybrei aus dem Handel

Rückrufaktion wegen Stechapfelsamen

Bio-Produzent Holle nimmt auch in der Schweiz Babybrei aus dem Handel

06.12.2014, 11:5106.12.2014, 12:42

Der Schweizer Kleinkinderbrei-Hersteller Holle Baby Food nimmt auch in der Schweiz vorsorglich Hirseprodukte aus dem Handel. Der Handel sei angehalten worden, die betroffenen Produkte aus den Regalen zu nehmen, teilte Holle Baby Food mit.

Auf der Firmenwebsite gibt es Informationen zu den möglicherweise betroffenen Produkten.

Am Freitag war bekannt geworden, dass in Deutschland vorsorglich alle Hirsebreiprodukte des Riehener Produzenten zurückgerufen wurden, nachdem in zwei Biobabybrei-Proben Spuren der Pflanzeninhaltsstoffe Tropanalkaloide gefunden worden waren. Der Hersteller sprach von einer «reinen Vorsichtsmassnahme, auch wegen unklarer Messmethoden der deutschen Amtslabore.»

In der Schweiz nahm Holle Baby Food ebenfalls vorsorglich zwei Chargen aus dem Handel, die bei den Messungen des deutschen Amtslabors betroffen waren, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Diese und alle weiteren sich noch im Handel befindlichen Chargen wiesen bei Messungen durch ein unabhängiges, akkreditiertes Labor keine oder nur in unbedenklicher Menge Spuren von Stechapfelsamen aus. Der Stechapfel ist eine Giftpflanze, die Tropanalkaloide enthält.

Beikräuter in Hirsekulturen

Zum Schutz der sehr kleinen Kunden habe Holle Baby Food entschieden, die beiden betroffenen Chargen zurückzunehmen. Der Schweizer Handel sei bereits entsprechend informiert worden.

Der Rückzug aller Hirsebreie in Deutschland erfolgte, nachdem ein Landeslabor Spuren natürlicher Tropanalkaloide entdeckt hatte. Es handelt sich dabei um natürliche Inhaltsstoffe der Samen von Beikräutern in den Hirsekulturen. 

Die Spuren dieser Samen seien vor einem Jahr bei einer Risikobewertung durch Fachbehörden als unerwünscht angesehen worden. Normalerweise würden die Tropanalkaloide durch Sorgfalt im Anbau vermieden. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Nationalrat fordert unbürokratische Hilfe des Bundes für Opfer von Crans-Montana
Zu Schmerz und Trauer kommen für die Angehörigen finanzielle Herausforderungen. Aus der Politik wird der Ruf nach schneller Hilfe durch den Bund laut.
40 Tote, 116 Verletzte: Das ist die vorläufige Bilanz der Brandkatastrophe von Crans-Montana in der Silvesternacht. Ebenfalls betroffen ist eine deutlich grössere Zahl von Angehörigen. Sie müssen den Schmerz über den völlig unerwarteten Tod ihrer Liebsten verarbeiten. Oder bangen um die Gesundheit der schwer verletzten Überlebenden.
Zur Story