Schweiz
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ZUM JAHRESTAG DER AUFHEBUNG DES EURO-MINDESTKURSES GEGENUEBER DEM SCHWEIZERFRANKEN AM FREITAG, 15. JANUAR 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - A coin of 1 Euro (left) and a coin of 1 Swiss Franc (right), pictured on July 21, 2011.(KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Für einen Euro bekommt man momentan rund 1.10 Franken.
Bild: KEYSTONE

Schweizer Wirtschaft ächzt unter starkem Franken: Exporte schrumpfen um 2,6 Prozent



Schweizer Firmen haben im letzten Jahr deutlich weniger Waren ins Ausland verkauft als im Vorjahr. Die Exporte sanken im gesamten letzten Jahr um 2,6 Prozent auf noch 202.9 Milliarden Franken, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte.

Hart traf es die Maschinenindustrie: Auf ihr Konto gehen zwei Fünftel des gesamten Exportrückgangs. Nur eine einzige Branche konnte ihre Exporte im letzten Jahr steigern: Die Hersteller von Bijouterie- und Juwelierwaren.

Ein grosser Teil des Exportrückgangs ist mit den tieferen Preisen zu erklären. Es sank also in erster Linie der Wert der exportierten Produkte und nicht deren Menge. Der Grund ist, dass die Firmen - um trotz des starken Frankens wettbewerbsfähig zu bleiben - die Preise senkten. Preisbereinigt, also real, betrug das Exportminus nur noch 0,7 Prozent.

Auch Importe sinken

Noch stärker als die Exporte sanken im letzten Jahr die Importe: Sie gingen um 6,9 Prozent auf 166,3 Milliarden Franken zurück. Das widerspricht im Grunde der ökonomischen Theorie: Denn durch die starke inländische Währung werden Produkte aus dem Ausland billiger, was die Importe beflügeln sollte.

Allerdings ist auch bei den Importen ein grosser Teil des Rückgangs mit den - in Franken gerechnet - tieferen Preisen erklärbar. Werden die Preise ausgeklammert und die realen Werte betrachtet, beträgt das Importminus nur noch 0,5 Prozent.

Unter dem Strich exportierte die Schweiz im letzten Jahr nach wie vor deutlich mehr als sie importierte: Der Exportüberschuss in der Handelsbilanz betrug 36,6 Milliarden Franken. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Str ant (Darkling) 26.01.2016 09:54
    Highlight Highlight Man kann auch Sagen die Schweizer Exporte leiden unter einer "verfehlten" Politik der EU welchen den Euro tief hält.
    Ein gestärkter Euro würde effektiv die Exportfähigkeit einiger EU-Staaten reduzieren in der Art wie es jetzt gerade mit der Schweiz passiert.
    Es wäre von demher interessant zu analysieren ob die EU-Staaten überhaupt an einer Stärkung des Euro interessiert sind ?
  • DerWeise 26.01.2016 09:29
    Highlight Highlight Der starke Franken war für viele die einzige Reallohnerhöhung der letzten Jahre.

    Schade haben die Arbeitnehmer keine starke Jammerlobby mehr...
  • 7immi 26.01.2016 08:44
    Highlight Highlight weitsichtigen firmen liegt der erhalt des standortes in der schweiz und der wertschöpfung durch innovation am herzen. diese firmen sind für solche schwankungen - die ja auch sonst auftreten - gerüstet.
    die gewinnorientierten zitronenauspress unternehmen gehen natürlich. diese wären aber auch sonst gegangen und nutzen dieses argument nun als sündenbock.
    leider sehen nicht alle unternehmen die vorzüge der schweiz, u.a. das hohe bildungsniveau, die zuverlässige und gut ausgebaute infrastruktur, die sprachenvielfalt, stabilität der politik, pünktliche partner, ...
    • 7immi 26.01.2016 10:00
      Highlight Highlight genau, und begraben so die möglichkeit unseren markt zu regulieren ;)
    • FrancoL 26.01.2016 11:02
      Highlight Highlight @7immi; und wie soll denn genau die Regulierung des Schweizer Marktes geschehen? Wenn man etwas begräbt sollte es wenn lebendig auch etwas taugen.

      Wie geht nun die Regulierung des Marktes mit dem Franken?

      Etwa den Mindestkurs einführen, was einem Tandem mit dem Euro gleichkäme also schon fast wieder der Einführung des Euros entsprechen würde.

      Mir geht es weniger um eine Diskussion Pro oder Contra Mindestkurs sondern um die Darstellung der von Ihnen erwähnten heute (kein Mindestkurs) möglichen Marktregulierung.
    • Maett 26.01.2016 12:26
      Highlight Highlight @Hoppla!: eine ganze Reihe von Staaten demonstrieren gerade was passiert, wenn man die Währungshoheit abgibt (nein, nichts gutes) und sie denken daran, den Franken aufzugeben?

      Es ist beliebe nicht das erste Mal dass die in der Schweiz ansässigen Unternehmen gezwungen sind zu rationalisieren und restrukturieren, vermutlich gehen (wenn diese Krise länger andauern sollte) sogar einige Industrien verloren (wie z.B. die Textilindustrie damals) - na und? Mittel- wie langfristig spielen solche ökonomischen Dellen doch keine Rolle. Hat die Vergangenheit oft gezeigt, und auch die Zukunft wird es tun.
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