Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bischof will Bürgler Pfarrer treffen

Nach Segnung von lesbischem Paar: Jetzt schaltet sich der Lausanner Bischof ein

Im Streit um die Segnung eines lesbischen Paares in der Urner Gemeinde Bürglen sucht der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, Charles Morerod, das Gespräch mit Pfarrer Wendelin Bucheli. Er hält jedoch zusammen mit dem Bischof von Chur an der Demission und Versetzung des Bürgler Pfarrers fest.

Bucheli aber will in Uri weiterarbeiten – und auch die ganze Gemeinde steht hinter ihm. Morerod will den Bürgler Pfarrer nun möglichst rasch sehen. Geplant sei ein direktes Treffen der beiden, ein Datum stehe noch nicht fest, sagte Laure-Christine Grandjean, Sprecherin des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

ARCHIV - Der Dorfpfarrer von Buerglen, Wendelin Bucheli, anlaesslich der traditionellen Sennen und Aelpler Chilbi am Sonntag, 12. Oktober 2014 in Buerglen im Kanton Uri. Wie am Sonntag, dem 8. Februar 2015 bekannt gegeben wurde, muss in Buerglen UR Wendelin Bucheli auf Geheiss des Bistums Chur den Dienst quittieren, weil er ein lesbisches Paar gesegnet hat. Ein Seelsorger, der sich gegen Diskriminierung und Stigmatisierung durch die Kirche ausgesprochen habe, werde strafversetzt, schrieb die Allianz

Pfarrer Wendelin Bucheli: Ein ganzes Dorf im Rücken, aber die Kirche gegen sich. Bild: KEYSTONE

Wie es danach weitergehe, sei noch nicht klar, sagte Grandjean. Auch zu Sanktionsmöglichkeiten, wenn der Pfarrer an seiner Position in Uri festhält, wollte sie sich nicht äussern. Grund für die Einmischung des Lausanner Bischofs ist, dass Bucheli im Westschweizer Bistum geweiht worden war.

Verstoss gegen offizielle katholische Lehre

Streitpunkt ist die Segnung eines homosexuellen Paares. Dies verstösst gegen die offizielle katholische Lehre. Was der Pfarrer von Bürglen getan habe, sei nicht das, was man normalerweise in der katholischen Kirche tue, sagte Bischof Morerod in der SRF-Sendung «Schweiz Aktuell» vom Donnerstag. Der Pfarrer hätte dies wissen müssen.

Weiter sagte der Lausanner Bischof, er könne verstehen, dass der Bürgler Pfarrer versuche, allen Menschen zu helfen, das sei normal. Die Frage laute aber, wie er dies tue.



Der Bischof von Chur, Vitus Huonder, hatte nach Bekanntwerden der Segnung den Bürgler Pfarrer aufgefordert, seine Demission einzureichen. Dies, nachdem Huonder sich mit dem Lausanner Bischof darauf geeinigt hatte, Bucheli ins Westschweizer Bistum zu versetzen, wo der Pfarrer geweiht worden war.

Bucheli will in Uri bleiben

Pfarrer Bucheli hatte am Mittwoch in einem Zeitungsinterview erklärt, er habe so gehandelt, wie er das Evangelium verstehe. Er liess mitteilen, dass er die geforderte Demission nicht einreichen werde.

Der Pfarrer wird im Rahmen eines Sabbaticals ab Mitte Juli vier Monate in Jerusalem verbringen. Nach der Meinung des Kirchenrats von Bürglen und der politischen Gemeinde soll Bucheli nach der Auszeit im Ausland nach Bürglen zurückkehren. Sie wollen «ihren Pfarrer» behalten.

Unterstützung erhält der Pfarrer auch von einer Online-Bürgerpetition, die gemäss Angaben der Organisatoren bis am Freitag von über 25'000 Personen unterschrieben worden war.

Die Verantwortlichen der Kirchgemeinde Bürglen suchen auch mit Bischof Vitus Huonder das Gespräch. Am 26. Februar wollen sie an einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung die Bevölkerung über das weitere Vorgehen informieren. (sda/meg)

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Sozialdetektive-Befürworter leaken Betrüger-Videos – laut Datenschützer ist das verboten

Kurz vor der Abstimmung am 25. November lassen die Befürworter des neuen Sozialdetektiv-Gesetzes den Medien Videos von Versicherungsbetrügern zukommen. Diese Weitergabe von Observationsmaterial ist gemäss dem Eidgenössischen Datenschützer «nicht rechtens». Die Gegner der Vorlage sprechen von «sozialer Brandstiftung».

Das von der Aargauer Zeitung veröffentlichte Video zeigt einen Arbeiter, der gelenkig über Baugerüste geht und Wände streicht. Während der Observation arbeitete er teilweise elf Stunden auf einer Baustelle. Dabei litt er gemäss Arztberichten angeblich unter grossen Schmerzen an Schulter, Rücken und Knie und konnte deshalb offiziell lediglich drei Stunden am Tag als Magaziner arbeiten.

Auch Aufnahmen eines arbeitsunfähigen, angeblich sozial isolierten Mannes, der sich gemäss Aussagen …

Artikel lesen
Link to Article