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Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong festgenommen

30.08.2019, 03:52

Der bekannte Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong ist nach Angaben seiner Partei festgenommen worden. Er sei am Freitagmorgen gegen 07.30 Uhr auf offener Strasse in ein Zivilfahrzeug der Sicherheitskräfte verfrachtet worden.

Dies teilte Demosisto am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Der Aktivist sei auf das Polizeihauptquartier im berühmten Hongkonger Stadtviertel Wan Chai gebracht worden, hiess es weiter. Zuvor hatte die Hongkonger Polizei eine für Samstag geplante Grossdemonstration der Demokratiebewegung gegen die pekingtreue Führung der chinesischen Sonderverwaltungszone verboten.

Zu dem Verbot der Demonstration hatte die Polizei an die Organisatoren geschrieben, es sei zu befürchten, dass Teilnehmer der Demonstration «gewalttätige und destruktive Taten» begehen wollten. Demonstrierende hätten zuletzt «nicht nur Feuer gelegt und Strassensperren errichtet, sondern auch Brandbomben, Stahlkugeln, Steine, lange Speere und verschiedene selbst gefertigte Waffen» eingesetzt.

Schritt gegen Peking-Gegner

Bereits am Donnerstagabend war einem Medienbericht zufolge der Anführer der verbotenen Unabhängigkeitspartei Hong Kong National Party, Andy Chan, am internationalen Flughafen der Millionenmetropole festgenommen worden, von wo aus er nach Japan fliegen wollte. Laut der Nachrichtenseite «Hong Kong Free Press» wird ihm Teilnahme an Krawallen und ein tätlicher Angriff auf einen Polizisten vorgeworfen.

In Hongkong gibt es seit drei Monaten Massendemonstrationen für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Dabei hatte es am vergangenen Wochenende schwere gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben. Die Beamten setzten unter anderem Wasserwerfer ein, erstmals seit Beginn der Proteste feuerte ein Polizist einen Schuss ab. Seit Juni wurden mehr als 850 Teilnehmer der Proteste festgenommen.

Die für Samstag geplante Grossdemonstration sollte aus Anlass des fünften Jahrestages der Entscheidung Pekings stattfinden, politische Reformen in Hongkong zu verbieten. Diese Entscheidung hatte 2014 die sogenannte Regenschirmbewegung ausgelöst. (sda/afp/dpa)

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