Kongolesen feiern Punkt gegen Portugal mitten in Lissabon – und verhöhnen Ronaldo
1974 nahm die Demokratische Republik Kongo zum bisher einzigen Mal an einer Fussball-Weltmeisterschaft teil. Damals hiess das Land noch Zaire und reiste nach drei Spielen ohne Punkt und mit einem Torverhältnis von 0:14 wieder aus Deutschland ab. Seither hat sich in dem Land aber auch fussballerisch viel getan.
Mehrere Spieler aus dem Aufgebot für die WM in Kanada, Mexiko und den USA stehen bei Klubs aus den Topligen unter Vertrag, sind dort zum Teil Stammspieler oder gehören gar zu den Leistungsträgern. Wie zum Beispiel Aaron Wan-Bissaka von West Ham, der in England aufgewachsen und ausgebildet wurde, seit dem letzten Jahr aber für die DR Kongo spielt. Oder Yoane Wissa, den sich Newcastle im letzten Sommer fast 60 Millionen Euro kosten liess. Er war es auch, der beim 1:1-Unentschieden gegen Portugal für sein Team traf.
Gegen den Mitfavoriten war der Punktgewinn eine echte Überraschung – und vor allem ein historischer Moment. Schliesslich schoss das Land sein erstes Tor an einer WM und holte zudem den ersten Zähler. Dementsprechend gross war die Freude bei den Fans, für die der Fussball auch eine Ablenkung ist in einem Land, in dem noch immer ein Krieg herrscht.
Doch nicht nur in der Hauptstadt Kinshasa oder in anderen Städten war der Jubel riesig. Nach dem Spiel verbreitete sich ein Video aus der Fanzone in Lissabon wie ein Lauffeuer. Inmitten Tausender Portugiesen freute sich dort eine Gruppe von Fans der DR Kongo über Wissas Ausgleichstor.
Während dort scheinbar ein friedliches Miteinander herrschte, liessen es sich im und ums Stadion in Houston einige Kongolesen nicht nehmen, den Superstar der Portugiesen zu provozieren und verhöhnen. Erst deckten sie ihn beim Verlassen des Felds mit «Messi»-Rufen ein. Der langjährige Kontrahent des 41-Jährigen erzielte in der Nacht auf den heutigen Mittwoch einen Hattrick beim 3:0-Sieg gegen Algerien und machte sich so zum Rekordtorschützen an Weltmeisterschaften.
Es ist nicht das erste Mal, dass Ronaldo solche Provokationen über sich ergehen lassen muss. In der Vergangenheit liess er sich auch schon mal zu einer Reaktion hinreissen. Dieses Mal ignorierte er die Rufe aber.
Damit aber noch nicht genug des Spotts für Ronaldo, der eine schwache Leistung gezeigt hatte. Ein weiteres Video zeigt eine Gruppe Kongolesen, die den berühmten «Siuuu»-Jubel des portugiesischen Stürmers verhöhnten. Anstatt des portugiesischen Worts für Ja riefen sie «Nooo». Unkreativ sind sie ja nicht, die Menschen aus der DR Kongo.
Congo fans are going wild outside of Houston Stadium and they’re trolling Ronaldo hitting the SIUUUU pic.twitter.com/TWGtALvLGl
— Luis Ortiz (@OrtizSportsTV) June 17, 2026
Ohne übermütig zu werden, dürfen sich die Kongolesen nun erst recht Hoffnungen darauf machen, die K.o.-Phase zu erreichen. Nächster Gegner ist in der Nacht auf den 24. Juni (Schweizer Zeit) Kolumbien, zum Abschluss der Gruppenphase wartet Usbekistan. Mit einem Sieg hätte das Team mit dem gebürtigen Schweizer Charles Pickel hervorragende Chancen auf die Qualifikation für den Sechzehntelfinal. (nih)
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